Verdient um Bayern und das bayerische Volk… - Die Träger des Bayerischen Verdienstordens 1985 - 1988,
Das vorliegende Werk “Verdient um Bayern und das bayerische Volk - Die Träger des Bayerischen Verdienstordens 1985-1988” stellt eine bedeutende Dokumentation der Verleihungen des wichtigsten zivilen Ordens des Freistaates Bayern dar. Diese 1988 im Verlag R. S. Schulz in Percha am Starnberger See erschienene Publikation umfasst 264 Seiten mit farbigen Abbildungen und dokumentiert systematisch die Träger dieser prestigeträchtigen Auszeichnung während eines vierjährigen Zeitraums.
Der Bayerische Verdienstorden wurde am 11. Juni 1957 durch Ministerpräsident Wilhelm Hoegner gestiftet und ersetzte damit ältere bayerische Auszeichnungen aus der Monarchiezeit. Die Stiftung erfolgte durch das Bayerische Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen. Der Orden dient der Anerkennung hervorragender Verdienste um den Freistaat Bayern und das bayerische Volk in allen Bereichen des öffentlichen Lebens, sei es in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kunst, Kultur oder im sozialen Bereich.
Die Ordensstruktur gliedert sich in mehrere Stufen: die einfache Verdienstmedaille, den Verdienstorden, den Verdienstorden mit Krone und als höchste Stufe den Großen Verdienstorden. Die Verleihung erfolgt durch den bayerischen Ministerpräsidenten, wobei die Auswahl der Kandidaten einem strengen Prüfungsverfahren unterliegt. Jährlich werden etwa 50 bis 80 Personen mit dem Orden ausgezeichnet, was die hohe Selektivität dieser Ehrung unterstreicht.
Dokumentationen wie die vorliegende sind von erheblichem historischem Wert, da sie nicht nur die Namen der Geehrten festhalten, sondern auch einen Einblick in die gesellschaftlichen Wertvorstellungen und Prioritäten der jeweiligen Epoche geben. Der Zeitraum 1985-1988 fällt in die Regierungszeit von Ministerpräsident Franz Josef Strauß (bis 1988) und dem Beginn der Amtszeit von Max Streibl. Diese Jahre waren geprägt von bedeutenden politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen in Bayern, einschließlich wirtschaftlicher Prosperität und kultureller Blüte.
Die farbigen Abbildungen im Band dürften sowohl die verschiedenen Ordensstufen als auch möglicherweise Porträts ausgewählter Ordensträ ger zeigen. Solche Bilddokumentationen sind für die Ordenskunde (Phaleristik) von besonderem Interesse, da sie die materielle Gestaltung und Trageweise der Auszeichnungen dokumentieren. Der Verlag R. S. Schulz in Percha am Starnberger See hatte sich auf militärhistorische und phaleristiche Publikationen spezialisiert und trug damit zur wissenschaftlichen Dokumentation bayerischer Auszeichnungen bei.
Die systematische Erfassung von Ordensträgern dient mehreren Zwecken: Sie bewahrt die Erinnerung an verdiente Persönlichkeiten, ermöglicht genealogische und biografische Forschungen und dokumentiert die Verleihungspraxis staatlicher Auszeichnungen. Für Historiker bieten solche Verzeichnisse wertvolle Einblicke in gesellschaftliche Hierarchien, Netzwerke und die öffentliche Anerkennung verschiedener Leistungsbereiche.
Im Kontext der deutschen Ordenslandschaft nach 1945 nimmt der Bayerische Verdienstorden eine Sonderstellung ein, da die deutschen Bundesländer eigene Verdienstorden stiften durften, während auf Bundesebene das Bundesverdienstkreuz die höchste zivile Auszeichnung darstellt. Die bayerische Tradition der Ordensverleihung knüpft bewusst an die lange Geschichte bayerischer Auszeichnungen seit dem Königreich Bayern an, ohne jedoch monarchische Symbole zu verwenden.
Der Erhaltungszustand “2” des vorliegenden Exemplars deutet auf eine sehr gute Erhaltung mit nur minimalen Gebrauchsspuren hin. Der Schutzumschlag und der Hartkartoneinband schützen das Werk und tragen zu dessen langfristigem Erhalt bei. Für Sammler militärhistorischer und phaleristischer Literatur stellen solche Dokumentationen wichtige Referenzwerke dar, die heute teilweise schwer zu beschaffen sind.