Fliegerei 1. Weltkrieg - Deutsche Fliegerhelden und Pour le Merite Träger - " Major Arthur Laumann "
Die vorliegende Karte stellt Major Arthur Laumann dar, einen der deutschen Jagdflieger des Ersten Weltkriegs und Träger des Pour le Mérite, der höchsten preußischen Militärauszeichnung. Die Karte wurde auf offiziellem DLV/NSFK-Briefpapier gedruckt und gehört zu einer Serie von Propagandamaterialien, die in den 1930er Jahren zur Verehrung der Fliegerasse des Großen Krieges herausgegeben wurden.
Arthur Laumann wurde am 2. Juli 1894 in Lissa, Posen geboren und trat zu Beginn des Ersten Weltkriegs in die Fliegertruppe ein. Nach seiner Ausbildung zum Kampfflieger wurde er verschiedenen Jagdstaffeln zugeteilt und entwickelte sich zu einem erfolgreichen Jagdflieger. Laumann erzielte insgesamt 28 bestätigte Luftsiege, was ihn zu einem der erfolgreicheren deutschen Jagdflieger des Krieges machte. Für seine außergewöhnlichen Leistungen wurde ihm am 3. Juni 1918 der Pour le Mérite verliehen, eine Auszeichnung, die nur an etwa 80 Jagdflieger während des gesamten Krieges vergeben wurde.
Der Pour le Mérite, umgangssprachlich auch “Blauer Max” genannt, war seit 1740 die höchste militärische Auszeichnung Preußens und später des Deutschen Kaiserreichs. Die Verleihungskriterien für Jagdflieger wurden im Laufe des Krieges mehrfach angepasst. Anfangs waren acht Luftsiege erforderlich, später wurde diese Zahl auf sechzehn und schließlich auf zwanzig erhöht, wobei auch die Gesamtleistung und Führungsqualitäten berücksichtigt wurden.
Die Karte selbst trägt den Aufdruck des DLV (Deutscher Luftsportverband) bzw. des NSFK (Nationalsozialistisches Fliegerkorps). Der DLV wurde 1933 gegründet und bereits 1937 in das NSFK überführt, einer paramilitärischen Organisation der NSDAP, die der Vorschulung künftiger Luftwaffenpiloten diente. Diese Organisationen produzierten umfangreiches Propagandamaterial, darunter Postkartenserien mit Porträts der Pour le Mérite-Träger des Ersten Weltkriegs.
Die Herstellung solcher Karten in den 1930er Jahren diente mehreren Zwecken: Erstens sollte die Tradition der deutschen Militärluftfahrt glorifiziert werden, zweitens sollten die jungen Deutschen für die Fliegerei begeistert werden, und drittens legitimierten diese Darstellungen die Wiederaufrüstung der deutschen Luftwaffe, die offiziell 1935 bekannt gegeben wurde. Die Fliegerhelden des Ersten Weltkriegs wurden als Vorbilder für die neue Generation präsentiert.
Diese Postkartenserien waren in der Regel professionell fotografiert und gedruckt, oft mit Porträtaufnahmen in Uniform mit sichtbaren Auszeichnungen. Sie wurden sowohl kommerziell verkauft als auch für organisatorische und propagandistische Zwecke verwendet. Der Zustand 2 der vorliegenden Karte deutet auf eine gut erhaltene, aber gebrauchte Karte hin, wobei der Zustand nach dem philatelistischen Bewertungssystem angegeben wird.
Die Tatsache, dass die Karte ungelaufen ist, bedeutet, dass sie nie durch die Post befördert wurde und daher keine Stempel oder Adressenvermerke trägt. Dies war bei Sammlerstücken durchaus üblich, da viele dieser Karten gezielt für Sammelalben erworben wurden.
Nach dem Ersten Weltkrieg blieb Arthur Laumann mit der Luftfahrt verbunden und war in verschiedenen Funktionen tätig. Wie viele seiner Kameraden erlebte er die Instrumentalisierung seiner Kriegsleistungen durch das NS-Regime mit gemischten Gefühlen. Die Pour le Mérite-Träger wurden zu Ikonen einer vermeintlich ruhmreichen militärischen Vergangenheit stilisiert.
Heute sind solche Karten wichtige zeitgeschichtliche Dokumente, die nicht nur die Personen selbst dokumentieren, sondern auch die Art und Weise, wie ihre Erinnerung in der Zwischenkriegszeit politisch instrumentalisiert wurde. Sie bieten Einblicke in die Propagandamethoden der 1930er Jahre und die Kontinuität militärischer Traditionen zwischen den beiden Weltkriegen.