Preußen monumentales Abschiedsgeschenk für Oberst Karl von Hymmen, Flügeladjutant des Kaisers und Kommandeur des Leibgarde-Husaren Regiments

Berlin, um 1874. Es handelt sich hierbei um eine sehr hervorragende Fertigung wahrscheinlich von dem Juwelier Wagner & Sohn, Berlin. In Silber gefertigte Darstellung des Regimentsfahnenträgers, die Regimentsstandarte in der linken Hand erhoben, in der rechten Hand den gezogenen Säbel Äußerst detailgenaue Darstellung des Soldaten, die Pelzmütze mit Gardestern und Paradebusch, die Attila mit umgehängten Tragebandolier für die Regimentsstandarte, den Dolman (Pelz) über die Schulter gehängt, links seitlich mit Säbeltasche, die Hose mit angedeuteter Schoitaschierung, die Stiefel für Husaren mit angeschnallten Sporen. Die Regimentsstandarte detailgetreu mit allen Einzelheiten: das Fahnentuch in feinster Ausführung, die Fahnenstange mit den beiden doppelten Fahnenringen mit feinen Gravuren, die Fahnenstange mit der Benagelung und dem Schultertrageriemen. Der silberne Fahnenträger steht auf einem hohen 4-stufigen schwarzen Marmorsockel, 2 Sockelstufe in Silber gefasst. Auf dem Sockel auf allen 4 Seiten mit großen silbernen Auflagen, auf der Vorderseite das große Wappen von Hymmens im Lorbeerkranz, teilweise emailliert. Auf den beiden Seiten links und rechts jeweils eine angebrachte Tafel mit den mitgemachten Schlachten aus dem Feldzug 1870/71, rechts "St. Privat la Montagne am 18. August 1870", "Beaumont am 30. August 1870", "Sedan am 1. September 1870", "Paris 19. Septbr. - 20. Decbr. 1870", links "Querrieux am 24. December 1870", "Peronne 27. Decbr. 1870 - 10. Jan. 1871", "Bapaume am 3. Januar 1871", "St. Quentin am 19. Januar 1871".  Rückseitig die große Tafel mit der Namensliste der Kameraden "Major Prinz Wilhelm v. Württemberg, v. Krosigk, Frhr. v. Wrangel, Rittm. Graf Wartensleben, v. Michaelis, Freiherr Geyr v. Schweppenburg, Rundstedt, Graf z. Westerholt-Gysenberg, Pr. Lt. v. Byern, Baron v. Kottwitz, v. Gustedt, v. Meyerinck, v. Ziethen, Sect. Lt. Graf v. Pückler, Baron v. Schwartzenberg-Hohelandsberg, Erb-Prinz v. Ratibor und Corvey, v. Gustedt, v. Dewitz, Graf z Eulenburg, Graf v. Seherr-Thoss, v. Köckritz, Freiherr v. Vietinghoff gen. Schell, Erb-Prinz v. Schönburg-Waldenburg, Prinz v. Ratibor und Corvey, Rittm. v. Watzdorff, Pr. Lt. v. Meyerinck, Graf z. Lüttichau, Graf v. Hohenthal, v. Esberck gen. v. Platen, v. Letttow-Vorbeck, Pr. Lt. Graf v. Bninski, v. Oertzen, Sec. Lt. v. Holleben,Ob. Stabs Arzt Dr. Puhlmann". Auf dem unteren Sockel auf der Vorderseite mit großer Widmungsplakette "Seinem tapferen Freiherr und geliebten Commandeur dem Koeniglichen Oberst Fluegeladjutant seiner Majestaet des Kaisers und Koenigin Herrn Karl von Hymmen zur Erinnerung an die Zeit vom 28. Juli 1868 bi 15. August 1874 - Das Officierscorps des Garde-Husaren-Regiments". 
Gesamthöhe 66 cm, Gewicht 26 kg, die Fahnenspitze wurde in alter Zeit erneuert, ansonsten mit leichter Patina in sehr schönem Zustand.
Ein beeindruckendes Offiziersgeschenk, in dieser Größe und Ausführung absolut einmalig !



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Preußen monumentales Abschiedsgeschenk für Oberst Karl von Hymmen, Flügeladjutant des Kaisers und Kommandeur des Leibgarde-Husaren Regiments

Dieses monumentale Geschenk verkörpert die preußische Offizierkultur des 19. Jahrhunderts in ihrer eindrucksvollsten Form. Die im Jahr 1874 in Berlin gefertigte Präsentation wurde Oberst Karl von Hymmen von seinen Offizieren überreicht, als er nach nahezu sechs Jahren sein Kommando über das Garde-Husaren-Regiment niederlegte. Von Hymmen hatte eine außergewöhnliche Doppelstellung inne: Er diente nicht nur als Regimentskommandeur, sondern gleichzeitig als Flügeladjutant des Kaisers, eine Position höchsten Vertrauens, die nur durch persönliche Wahl des Monarchen vergeben wurde.

Die von Hymmen stammten aus einer preußischen Adelsfamilie, die im 18. Jahrhundert geadelt worden war. Karl von Hymmen führte das Regiment vom 28. Juli 1868 bis zum 15. August 1874 durch eine der bedeutendsten Perioden deutscher Militärgeschichte. Das Garde-Husaren-Regiment wurde am 21. Februar 1815 gegründet und war zunächst in Berlin, ab 1823 in Potsdam stationiert. Als Teil des Gardekorps gehörte es zu den Eliteeinheiten der preußischen Armee. Das Regiment existierte bis 1919, als es nach dem Waffenstillstand von Compiègne und dem Ende des Ersten Weltkriegs mit der Monarchie aufgelöst wurde.

Die auf den Seitenflächen des Sockels eingravierte Kampagnenchronik dokumentiert die Teilnahme des Regiments am Deutsch-Französischen Krieg 1870-71. Auf der rechten Seite sind die Schlachten von St. Privat la Montagne am 18. August 1870, Beaumont am 30. August 1870, Sedan am 1. September 1870 und die Belagerung von Paris vom 19. September bis 20. Dezember 1870 verzeichnet. Die linke Seite nennt Querrieux am 24. Dezember 1870, Péronne vom 27. Dezember 1870 bis 10. Januar 1871, Bapaume am 3. Januar 1871 und St. Quentin am 19. Januar 1871. Diese Gefechte repräsentieren die zentrale Rolle der preußischen Kavallerie in den entscheidenden Phasen des Krieges.

Die rückseitige Tafel bewahrt die Namen der Kameraden, die unter von Hymmens Führung dienten: Major Prinz Wilhelm von Württemberg, Rittmeister Graf Wartensleben, Freiherr Geyr von Schweppenburg, Rundstedt, Graf zu Westerholt-Gysenberg und viele weitere Angehörige des preußischen Hochadels, die als Offiziere in diesem prestigeträchtigen Regiment dienten. Die Liste endet mit Oberstabsarzt Dr. Puhlmann, was die umfassende Darstellung des Offizierkorps unterstreicht.

Die silberne Figur des Fahnenträgers zeigt die charakteristische Paradeuniform der Garde-Husaren mit außerordentlicher Detailtreue: die Pelzmütze mit Gardestern und Paradebusch, die Attila mit umgehängtem Tragebandolier für die Regimentsstandarte, den Dolman (Pelz) über die Schulter gehängt, die Säbeltasche an der linken Seite, die Hose mit angedeuteter Schnurtaschierung und die typischen Husarenstiefel mit angeschnallten Sporen. Die Regimentsstandarte selbst ist mit allen Einzelheiten wiedergegeben: das Fahnentuch, die Fahnenstange mit den beiden doppelten Fahnenringen mit feinen Gravuren, die Benagelung und der Schultertrageriemen.

Das auf einem vierstufigen schwarzen Marmorsockel stehende Monument erreicht eine Gesamthöhe von 66 Zentimetern bei einem Gewicht von 26 Kilogramm. Zwei Sockelstufen sind in Silber gefasst. Die Vorderseite trägt das große, teilweise emaillierte Wappen der Familie von Hymmen im Lorbeerkranz sowie die große Widmungstafel mit der Inschrift: “Seinem tapferen Freiherr und geliebten Commandeur dem Koeniglichen Oberst Fluegeladjutant seiner Majestaet des Kaisers und Koenigin Herrn Karl von Hymmen zur Erinnerung an die Zeit vom 28. Juli 1868 bi 15. August 1874 - Das Officierscorps des Garde-Husaren-Regiments.”

Die Fertigung wird dem Berliner Juwelier Wagner & Sohn zugeschrieben, einem renommierten Hoflieferanten des preußischen Königshauses. Die Firma wurde von Johann Adam Wagner gegründet und nach 1873 von Emil August Albert Wagner fortgeführt, der ab 1859 mit François Louis Jérémie Sy zusammenarbeitete. Das Unternehmen residierte ab 1869 Unter den Linden 30 in Berlin. Solche Abschiedsgeschenke waren fester Bestandteil der preußischen Offizierkultur, doch dieses Exemplar ist in seiner Größe und Ausführung absolut einmalig. Die Fahnenspitze wurde zu einem früheren Zeitpunkt erneuert.

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