III. Reich - Erinnerungsabzeichen an das Treffen von Adolf Hitler und Benito Mussolini - Roma-Berlino
Das Erinnerungsabzeichen an das Treffen von Adolf Hitler und Benito Mussolini Roma-Berlino stellt ein faszinierendes Zeugnis der diplomatischen Beziehungen zwischen dem nationalsozialistischen Deutschland und dem faschistischen Italien in der Zeit des Dritten Reiches dar. Diese Abzeichen wurden zur Erinnerung an die verschiedenen Staatsbesuche und Treffen zwischen den beiden Diktatoren geprägt, die in den 1930er und frühen 1940er Jahren stattfanden.
Die Achse Berlin-Rom, wie das Bündnis zwischen Deutschland und Italien bekannt wurde, bildete sich nach dem italienischen Überfall auf Äthiopien 1935-1936, als die westlichen Demokratien Sanktionen gegen Italien verhängten. Benito Mussolini, der italienische “Duce”, wandte sich daraufhin verstärkt Deutschland zu. Der Begriff “Achse” wurde erstmals von Mussolini in einer Rede am 1. November 1936 in Mailand verwendet, in der er erklärte, dass die Zusammenarbeit zwischen Rom und Berlin eine Achse bilde, um die sich die europäische Politik drehen würde.
Die ersten bedeutenden Treffen zwischen Hitler und Mussolini fanden bereits 1934 statt, als sich die beiden Führer in Venedig trafen. Dieses erste Treffen verlief jedoch noch angespannt. Weitere wichtige Begegnungen folgten: Im September 1937 besuchte Mussolini Deutschland, wobei er von großen Militärparaden und Demonstrationen deutscher Macht beeindruckt wurde. Im Mai 1938 erfolgte Hitlers Gegenbesuch in Rom, bei dem die Achsenmächte ihre Zusammenarbeit festigten.
Die vorliegende Art von Abzeichen wurde typischerweise in hohler Prägung (Hohlprägung) hergestellt, eine Technik, bei der das Metall von beiden Seiten bearbeitet wird, um ein dreidimensionales Relief zu erzeugen. Diese Herstellungsmethode war in den 1930er Jahren üblich für Erinnerungs- und Propagandaabzeichen. Die Abzeichen wurden normalerweise aus Buntmetall, oft versilbert oder vergoldet, gefertigt und mittels einer langen Nadel an der Kleidung befestigt.
Die Gestaltung solcher Abzeichen folgte typischerweise der nationalsozialistischen Ästhetik mit klaren, kraftvollen Linien und symbolträchtigen Motiven. Häufig wurden die Begriffe “Roma” und “Berlino” (die italienische Schreibweise für Berlin) verwendet, um die Verbindung der beiden Hauptstädte zu symbolisieren. Oft waren auch Symbole wie das Hakenkreuz und die italienischen Fascio littorio (Rutenbündel) zu sehen, manchmal auch stilisierte Profile der beiden Diktatoren.
Diese Erinnerungsabzeichen dienten mehreren Zwecken: Sie waren Teil der umfassenden Propagandamaschinerie beider Regime, die die Stärke und Einheit der Achsenmächte demonstrieren sollte. Sie wurden oft bei offiziellen Veranstaltungen, Parteiversammlungen oder als Souvenirs ausgegeben. Manche Abzeichen waren für Teilnehmer an den Staatsbesuchen bestimmt, andere wurden kommerziell vertrieben oder von Parteiorganisationen verteilt.
Der Stahlpakt (Patto d'Acciaio), das formelle Militärbündnis zwischen Deutschland und Italien, wurde am 22. Mai 1939 in Berlin unterzeichnet. Dieses Bündnis verpflichtete beide Nationen zu gegenseitiger militärischer Unterstützung im Kriegsfall. Die Propaganda beider Länder arbeitete intensiv daran, die “unzertrennliche Freundschaft” zwischen den beiden Nationen und ihren Führern zu betonen.
Die Sammlerwertung solcher Abzeichen erfolgt heute nach verschiedenen Kriterien: Der Erhaltungszustand wird üblicherweise auf einer Skala von 1 (hervorragend) bis 6 (schlecht) bewertet. Zustand 2 bezeichnet ein sehr gut erhaltenes Stück mit nur minimalen Gebrauchsspuren, bei dem die Prägung noch scharf und deutlich erkennbar ist und die Oberfläche weitgehend intakt ist.
Aus historischer Perspektive sind diese Objekte wichtige Quellen für das Verständnis der visuellen Propaganda und der Selbstdarstellung totalitärer Regime. Sie zeigen, wie beide Diktaturen versuchten, ihre Allianz in der öffentlichen Wahrnehmung zu verankern und die Legitimität ihrer Herrschaft durch die gegenseitige Anerkennung zu stärken. Die Tatsache, dass solche Abzeichen in erheblichen Stückzahlen produziert wurden, unterstreicht die Bedeutung, die der Symbolpolitik in beiden Regimen beigemessen wurde.
Die Beziehung zwischen Deutschland und Italien erwies sich im Verlauf des Zweiten Weltkrieges als komplizierter als die Propaganda suggerierte. Italiens militärische Schwächen führten dazu, dass Deutschland wiederholt italienische Truppen unterstützen musste, etwa in Nordafrika und auf dem Balkan. Nach der alliierten Invasion Siziliens 1943 wurde Mussolini gestürzt, und Italien wechselte die Seiten, was das Ende der Achse bedeutete.