Orden der Krone von Rumänien 1. Modell (1881-1932) Großkreuz Satz

Kleinod and Schulterschärpe mit dem Bruststern. Das Kleinod Silber vergoldet, beidseitig fein emailliert. Komplett an der konfektionierten Schulterschärpe. Dazu der passende Bruststern, Silber, das Zentrum vergoldet und emailliert, rückseitig mit Hersteller "Joseph Resch Fils Bucarest". Getragene Ensemble, Zustand 2.
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Orden der Krone von Rumänien 1. Modell (1881-1932) Großkreuz Satz

Der Orden der Krone von Rumänien (Ordinul Coroana României) stellt eine der bedeutendsten staatlichen Auszeichnungen des Königreichs Rumänien dar und wurde am 10. Mai 1881 von König Carol I. anlässlich seiner Proklamation zum König gestiftet. Die Einführung dieses Ordens markierte einen wichtigen Moment in der rumänischen Geschichte, da das Land erst 1881 von einem Fürstentum zum Königreich erhoben wurde.

Das vorliegende Großkreuz-Set des ersten Modells (1881-1932) repräsentiert die höchste oder zweithöchste Klasse dieser prestigeträchtigen Auszeichnung, abhängig von der spezifischen Rangordnung der jeweiligen Periode. Der Orden wurde in verschiedenen Klassen verliehen: Großkreuz mit Schärpe, Großoffizier, Kommandeur, Offizier und Ritter. Das Großkreuz war hohen Würdenträgern, ausländischen Staatsoberhäuptern, Botschaftern und Generälen vorbehalten.

Die Gestaltung des ersten Modells folgte den heraldischen Traditionen europäischer Monarchien des späten 19. Jahrhunderts. Das Kleinod besteht aus Silber vergoldet und ist beidseitig fein emailliert. Die charakteristische Form zeigt typischerweise ein Kreuz mit der Königskrone Rumäniens im Zentrum, umgeben von emailliertem Band mit der Inschrift der Devise. Die blaue Emaillierung war besonders charakteristisch für rumänische Orden dieser Epoche.

Der Bruststern, gefertigt aus Silber mit vergoldetem und emailliertem Zentrum, trägt die Herstellermarkierung “Joseph Resch Fils Bucarest”. Die Familie Resch gehörte zu den renommiertesten Juwelieren und Ordensproduzenten in Bukarest während der Monarchie. Joseph Resch Fils (Sohn) führte das Geschäft in der zweiten Generation und belieferte den königlichen Hof sowie die Ordensverwaltung. Die Werkstätten in Bukarest fertigten Orden von höchster handwerklicher Qualität, die den Vergleich mit Wiener oder Pariser Produktionen nicht scheuen mussten.

Die Schulterschärpe des Großkreuzes wurde traditionell von der rechten Schulter zur linken Hüfte getragen, wo das Kleinod hing. Der Bruststern wurde auf der linken Brustseite angebracht. Diese Trageweise entsprach den internationalen Konventionen für Großkreuz-Auszeichnungen und ermöglichte die gleichzeitige Darstellung beider Komponenten bei offiziellen Anlässen.

Der Orden der Krone Rumäniens wurde sowohl an rumänische Staatsbürger als auch an Ausländer verliehen. Er diente als Instrument der Diplomatie und der Anerkennung besonderer Verdienste um den rumänischen Staat. Während des Ersten Weltkriegs erhielten zahlreiche alliierte Offiziere und Diplomaten diese Auszeichnung, als Rumänien 1916 auf Seiten der Entente in den Krieg eintrat. Auch in der Zwischenkriegszeit blieb der Orden ein wichtiges Zeichen königlicher Gunst.

Das erste Modell (1881-1932) unterscheidet sich in verschiedenen Details vom zweiten Modell, das ab 1932 unter König Carol II. eingeführt wurde. Die Änderungen betrafen sowohl stilistische Elemente als auch die Herstellungstechniken. Sammler und Experten können die beiden Modelle anhand der Emaillierung, der Kronenform und anderer Detailmerkmale unterscheiden.

Die handwerkliche Ausführung dieser Orden erreichte höchstes Niveau. Die Emaillearbeiten erforderten spezialisierte Techniken, bei denen farbige Glasmassen in mehreren Schichten aufgetragen und bei hohen Temperaturen gebrannt wurden. Die Vergoldung erfolgte nach traditionellen Verfahren, und die Silberarbeiten zeugten von meisterhafter Graveur- und Ziselierkunst.

Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Abschaffung der Monarchie 1947 wurde der Orden der Krone Rumäniens obsolet. Die kommunistische Regierung führte ein neues System staatlicher Auszeichnungen ein. Viele Orden wurden von ihren Trägern ins Exil mitgenommen oder gelangten auf verschiedenen Wegen in Sammlungen außerhalb Rumäniens.

Heute stellen vollständige Großkreuz-Sets des ersten Modells bedeutende historische Artefakte dar, die sowohl die kunsthandwerkliche Tradition als auch die politische Geschichte des Königreichs Rumänien dokumentieren. Sie sind begehrte Sammlerstücke, die die Epoche der europäischen Monarchien und ihrer diplomatischen Kultur repräsentieren. Die Erhaltung solcher Ensembles trägt zum Verständnis der rumänischen Geschichte und der europäischen Ordenskunde bei.