Deutsches Heer 5 Knöpfe für den Waffenrock

messingfarben, verschiedene Hersteller, Durchmesser ca. 25 mm, getragen, Zustand 2-.

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20,00

Deutsches Heer 5 Knöpfe für den Waffenrock

Die vorliegenden fünf Knöpfe für den Waffenrock des Deutschen Heeres repräsentieren ein bedeutendes Element der militärischen Uniformausstattung des Kaiserreichs und der Weimarer Republik. Mit einem Durchmesser von circa 25 Millimetern gehören diese messinfarbenen Knöpfe zur Standardausführung, die an den Waffenröcken der Mannschaften und Unteroffiziere verwendet wurden.

Der Waffenrock etablierte sich im Laufe des 19. Jahrhunderts als die charakteristische Uniformjacke der deutschen Streitkräfte. Nach der Heeresreform und den Einigungskriegen (1864-1871) wurde die Uniform des neu gegründeten Deutschen Kaiserreichs standardisiert. Die Preußische Armee, die als Vorbild für das gesamte deutsche Heer diente, legte großen Wert auf einheitliche Ausstattung und präzise Vorschriften für jedes Detail der Uniform, einschließlich der Knöpfe.

Die Knöpfe waren nicht nur funktional, sondern trugen auch symbolischen Charakter. Sie zeigten typischerweise verschiedene Embleme, die auf die jeweilige Waffengattung, das Regiment oder das Königreich innerhalb des Deutschen Reiches hinwiesen. Die verschiedenen Hersteller, wie aus der Objektbeschreibung hervorgeht, waren oft lokale Manufakturen oder spezialisierte Militäreffekten-Produzenten, die nach genauen Spezifikationen der Heeresverwaltung arbeiteten.

Die Messinglegierung war das bevorzugte Material für Uniformknöpfe, da sie korrosionsbeständig, relativ kostengünstig und gut zu bearbeiten war. Die goldene Farbe verlieh den Uniformen zudem einen repräsentativen Glanz, der dem militärischen Erscheinungsbild Würde und Autorität verlieh. Im Gegensatz zu den Offiziersknöpfen, die oft aufwendiger gestaltet und vergoldet waren, blieben die Mannschaftsknöpfe in ihrer Ausführung schlichter.

Die Herstellung solcher Knöpfe erfolgte durch Prägen oder Gießen. Viele Hersteller brachten auf der Rückseite ihre Firmenzeichen oder Herstellermarken an, was heute bei der Datierung und Zuordnung dieser Militaria von großer Bedeutung ist. Zu den bekannten Herstellern gehörten Firmen wie Assmann & Söhne aus Lüdenscheid, F.W. Assmann, sowie zahlreiche weitere Betriebe im Bergischen Land und in Berlin.

Während des Ersten Weltkriegs (1914-1918) blieb der Waffenrock zunächst Teil der Ausgehuniform, wurde aber zunehmend durch praktischere Felduniformen ersetzt. Die traditionellen Messingknöpfe wurden im Feld oft durch unauffälligere Ausführungen ersetzt oder matt lackiert, um Reflexionen zu vermeiden. Dennoch blieben sie für Paradeuniformen und im Garnisonsdienst in Gebrauch.

In der Weimarer Republik (1919-1933) führte die Reichswehr die Traditionen fort, wobei die Uniformvorschriften durch den Versailler Vertrag gewisse Einschränkungen erfuhren. Die Waffenröcke und ihre Knöpfe blieben jedoch ein wesentlicher Bestandteil der Uniform, wenn auch in reduzierter Form aufgrund der Verkleinerung der Streitkräfte auf 100.000 Mann.

Der getragene Zustand dieser Knöpfe spricht für ihren tatsächlichen militärischen Einsatz. Gebrauchsspuren wie Abnutzung der Oberfläche, Patina und kleine Beschädigungen sind typisch für authentische Militaria aus dieser Epoche. Sammler und Historiker schätzen solche Objekte gerade wegen ihrer Authentizität und als materielle Zeugnisse der Militärgeschichte.

Die kulturhistorische Bedeutung solcher scheinbar einfacher Objekte sollte nicht unterschätzt werden. Sie repräsentieren nicht nur handwerkliche Fertigkeiten und industrielle Produktion ihrer Zeit, sondern auch die soziale Bedeutung des Militärs in der deutschen Gesellschaft des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Der Militärdienst prägte ganze Generationen, und die Uniform mit all ihren Details war Ausdruck von Ehre, Pflicht und nationaler Identität.

Heute sind solche Knöpfe begehrte Sammlerobjekte, die Einblick in die Materialkultur der deutschen Militärgeschichte geben. Sie werden in militärhistorischen Sammlungen dokumentiert und dienen der wissenschaftlichen Forschung zur Uniformkunde und Militärgeschichte. Ihr Erhaltungszustand und ihre Provenienz sind dabei von entscheidender Bedeutung für ihren historischen und Sammlerwert.