Reichsbahn Ärmeladler "RBD Augsburg"
PREIS PRO STÜCK: 120 Euro
Der vorliegende Ärmeladler “RBD Augsburg” ist ein maschinell gewebtes Abzeichen der Deutschen Reichsbahn, das dem Personal der Reichsbahndirektion Augsburg zur Kennzeichnung ihrer Dienststellenzugehörigkeit diente. Dieses Insignium repräsentiert ein faszinierendes Kapitel der deutschen Eisenbahngeschichte und der organisatorischen Strukturen des Dritten Reiches.
Der Ärmeladler zeigt einen nach rechts blickenden Adler mit ausgebreiteten Schwingen und einem bekränzten Hakenkreuz in den Fängen, positioniert über einem bogenförmigen Schriftzug mit dem Direktionsnamen “RBD Augsburg”. Das Abzeichen ist in BeVo-Webtechnik gefertigt – einer maschinellen Webart, die vorwiegend von der Firma BeVo aus Wuppertal hergestellt wurde. Die Konstruktion besteht aus goldfarbenem Kunstseidengarn auf schwarzem Untergrund, wobei das Trägermaterial aus dünner, schwarzer gewebter Kunstseide besteht. Die Form ist halbmondförmig, die oberen und unteren Kanten sind sauber abgeschlossen, während die seitlichen Kanten ordentlich geschnitten sind, wie es typisch für die Entnahme von der Fabrikrolle war. Vergleichbare RBD-Ärmeladler weisen Abmessungen von etwa 7 bis 10 cm Breite und 7,5 bis 10,4 cm Höhe auf.
Die direktionsspezifischen Ärmeladler wurden im September 1941 eingeführt, um zwischen den vier Direktionstypen der Deutschen Reichsbahn zu unterscheiden. Diese Ärmeladler mit integriertem Direktions- und Standortnamen ersetzten die zuvor verwendete, nur kurzlebige Kombination aus separatem Ärmeladler und Ärmelband mit Direktions- und Standortangabe. Von Februar bis Juli 1941 wurde ein Ärmeladler zusammen mit einem Ärmelband auf dem linken Arm getragen; allerdings wurden die Ärmelbänder für die Reichsbahndirektionen nur sporadisch getragen, da die Produktions- und Verteilungszeit zu kurz war.
Das Eisenbahnsystem des Dritten Reiches unterschied vier Direktionstypen, die jeweils eigene Ärmeladler erhielten: WVD (Wehrmacht Verkehrsdirektion), RVD (Reichsverkehrsdirektion), HVD (Hauptverkehrsdirektion) und RBD (Reichsbahndirektion). Jeder dieser Direktionstypen war weiter in Abteilungen untergliedert, die nach wichtigen Eisenbahnknotenpunkten oder Regionen benannt waren. Die RBD-Abteilungen umfassten zahlreiche Standorte, darunter Augsburg, Berlin, Breslau, Danzig, Dresden, Erfurt, Essen, Frankfurt am Main, Halle, Hamburg, Hannover, Karlsruhe, Kassel, Köln, Königsberg, Linz, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Oppeln, Osten, Posen, Regensburg, Saarbrücken, Schwerin, Stettin, Stuttgart, Villach, Wien und Wuppertal. Neben der BeVo-Webtechnik existierten auch maschinengestickte und handgestickte Varianten dieser Abzeichen.
Die Reichsbahndirektion Augsburg war eine Verwaltungsbehörde der Deutschen Reichsbahn mit einer langen institutionellen Geschichte. Ihre Ursprünge reichen bis ins Jahr 1907 zurück, als sie im Zuge einer Reorganisation der Bayerischen Staatseisenbahnen unter dem Namen Eisenbahndirektion Augsburg gegründet wurde. Im Jahr 1922 wurde sie in Reichsbahndirektion Augsburg umbenannt. Von 1920 bis 1933 war sie der Bayerischen Gruppenverwaltung unterstellt.
Die Direktion verwaltete ein bedeutendes Eisenbahnnetz in Süddeutschland. Ihr Zuständigkeitsbereich umfasste den Regierungsbezirk Schwaben in Bayern und erstreckte sich bis nach Oberbayern. Nach dem Anschluss Österreichs im März 1938 wurde die ehemalige Bundesbahndirektion Innsbruck im Juli 1938 aufgelöst, und deren Netz in Vorarlberg und Tirol westlich von Innsbruck wurde von der Reichsbahndirektion Augsburg übernommen. Dies zeigt die geopolitische Expansion des Eisenbahnsystems im Zuge der territorialen Veränderungen des Dritten Reiches.
Als Hitler und die NSDAP im Januar 1933 die Macht übernahmen, wurde das deutsche Eisenbahnsystem von der DR (Deutsche Reichsbahn) und der DR-G (Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft) betrieben. Im Februar 1937 wurde die DR-G in die DR eingegliedert. Die Uniformen und Abzeichen des Reichsbahnpersonals wurden während des Dritten Reiches mehrfach modifiziert, unter anderem im Juli 1935, Juni 1936, Februar 1941, September 1941 und Februar 1942.
Mit der Gründung der Deutschen Bundesbahn im Jahr 1949 wurde die Direktion in Bundesbahndirektion Augsburg umbenannt. Am 1. Mai 1971 wurde die Bundesbahndirektion Augsburg endgültig aufgelöst, und ihr Direktionsbezirk wurde weitgehend der Bundesbahndirektion München zugeordnet. Die Ärmeladler aus der Zeit des Dritten Reiches wurden in der Nachkriegszeit zu begehrten Sammlerstücken der Militaria-Sammlerszene.
Der hier vorgestellte Ärmeladler befindet sich in ungetragenem Zustand. Für Sammler von Reichsbahn-Insignien stellt ein solches Stück eine wertvolle Ergänzung dar, da es sowohl die organisatorische Struktur der Deutschen Reichsbahn als auch die Uniformierungspraxis des Dritten Reiches dokumentiert. Die Kombination aus der spezifischen Direktionszuordnung “RBD Augsburg” und der charakteristischen BeVo-Webtechnik macht dieses Abzeichen zu einem authentischen Zeitdokument der deutschen Eisenbahn- und Militärgeschichte.