Faschistisches Italien Geschenkdolch der faschistischen Miliz M.V.S.N. an General Pistoia, Herzog von Savoyen, in Luxusausführung, 1936

Der Dolch entspricht dem reglementierten Dolch der M.V.S.N. (Milizia volontaria per la sicurezza nazionale) in der Ausführung für Generale, allerdings in einer besonderen Luxusausführung. Anstelle der üblichen Holzgriffschalen ist das weiße Griffstück aus echtem Elfenbein,  einteilig geschnitzt, auf der Vorderseite mit eingeschnitzt des faschistische Liktorenbündel in einem ovalen Lorbeerbündel. Rückseitig die gleiche geschnitzte Kartusche mit der Bezeichnung "FERT" des Hauses Savoyen. Die Parierstange gebläut. Die blanke Stahlklinge auf der Vorderseite mit Verleihungsgravur: "La Divisione / Camice Nere / "23 Marzo" (= Die Division der CCNN (Schwarzhemden) "23. März"). Auf der Rückseite mit Gravur: "A.S.A.R. il  Duca di Pistoia" (A.S.A.R. = A Sua Altezza Reale = An Seine Königliche Hoheit). Auf dem Klingenrücken mit Jahreszahl "A. XIV. E.F." ( Anno XIV Epoca Fascista, das Jahr 14 der Faschistischen Epoche ist das Jahr 1936, gezählt ab der Machtübernahme der Faschisten im Jahr 1922). Gebläute Eisenscheide, die Auflagen Liktorenbündel und  Bezeichnung: "M.V.S.N." aus Gold. Gesamtlänge 33 c. Nur leichte Trage- und Alterspuren, in sehr gutem Zustand.
Extrem selten, mit Sicherheit ein Unikat in höchster Anfertigungsqualität.

Filiberto di Savoia - Genova, Herzog von Pistoia (1895 - 1990).  Der Herzog nahm am Ersten Weltkrieg im 1. Kavallerieregiment "Nizza" teil und war an einigen Kämpfen bei Monfalcone und am Isonzo beteiligt. Am 4. November 1918 gehörte er mit einer Schwadron seines Regiments zu den ersten, die in die Stadt Trient einmarschierte. Nach dem Krieg wurde sein Wohnsitz nach Bozen verlegt, um das Gefühl der nationalen Einheit in der Bevölkerung zu stärken. Seine militärische Laufbahn verlief in der Folge zwischen Italien und Italienisch-Ostafrika: 1929: Beförderung zum Oberst. 1932-1933: Kommandeur des 232. Infanterieregiments. 1933-1934: Kommandeur der 11. Infanteriebrigade. 1934: Beförderung zum Brigadegeneral. 1935-1937: Kommandierender General der 1. CC.NN.-Division. "23. März" der MVSN (in Äthiopien). 1936: Beförderung zum Divisionsgeneral. 1937-1938: Generalkommandant der 11. Infanteriedivision "Brenner". 1938-1939: Generalkommandant der Alpentruppen. 1940: Generalkommandant der 7. Armee. 1942: Inspektor der mobilen Truppen. Seine Division war die erste, die in Amba Aradam die Fahne des Königreichs Italien hisste, eine Operation, die ihm eine Silbermedaille"Al Valore Militare" und das Ritterkreuz des Militärordens von Savoyen einbrachte. Schöner und extrem seltener Dolch eines Divisionskommandeurs der M.V.S.N.

Anbei die CITES-Genehmigung für den Verkauf, Ein- und Ausfuhr nach dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen, datiert 7.3.2023.  
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Faschistisches Italien Geschenkdolch der faschistischen Miliz M.V.S.N. an General Pistoia, Herzog von Savoyen, in Luxusausführung, 1936

Der Ehrendolch der Milizia Volontaria per la Sicurezza Nazionale (M.V.S.N.) repräsentiert ein bedeutendes Symbol der faschistischen Militärorganisation im Italien der Zwischenkriegszeit. Die M.V.S.N., auch als Camicie Nere (Schwarzhemden) bekannt, wurde 1923 unter Benito Mussolini gegründet und fungierte als paramilitärische Organisation zur Sicherung des faschistischen Regimes.

Die M.V.S.N. entstand aus der Umwandlung der Squadre d'Azione, den faschistischen Kampfverbänden, die während Mussolinis Aufstieg zur Macht eine zentrale Rolle gespielt hatten. Nach dem Marsch auf Rom 1922 und der Machtübernahme durch die Faschisten wurde diese Organisation 1923 offiziell als Freiwilligenmiliz zur nationalen Sicherheit institutionalisiert. Sie unterstand direkt Mussolini in seiner Funktion als Regierungschef und entwickelte sich zu einer parallelen Machtstruktur neben der regulären italienischen Armee.

Die Rangabzeichen und Ausrüstung der M.V.S.N. waren streng reglementiert und orientierten sich an militärischen Standards, wiesen jedoch spezifische faschistische Symbolik auf. Der Dolch als Ausrüstungsgegenstand hatte sowohl praktische als auch symbolische Bedeutung und war integraler Bestandteil der Uniform höherer Ränge. Für Generale der M.V.S.N. war eine besondere Ausführung vorgesehen, die sich von den Standardmodellen der einfachen Milizionäre deutlich unterschied.

Die typische Gestaltung dieser Dolche umfasste das Liktorenbündel (Fascio Littorio), das zentrale Symbol der faschistischen Bewegung, das auf die römische Antike zurückging. Das Fascio bestand aus einem Bündel Ruten mit einer herausragenden Axt und symbolisierte Autorität und Macht. Bei Prunkdolchen für hochrangige Offiziere oder als Geschenke an Mitglieder des Königshauses wurden oft kostbare Materialien wie Elfenbein, Gold und geblaueter Stahl verwendet.

Die Verbindung zwischen dem Haus Savoyen und der faschistischen Miliz war komplex und spannungsreich. Das Motto “FERT” des Hauses Savoyen, dessen Bedeutung historisch umstritten ist, findet sich auf vielen militärischen Ausrüstungsgegenständen dieser Epoche. König Viktor Emanuel III. musste einen schwierigen Balanceakt zwischen der Wahrung seiner königlichen Autorität und der Koexistenz mit dem faschistischen Regime vollziehen. Mitglieder der königlichen Familie dienten oft in der regulären Armee, nahmen aber auch an Operationen teil, bei denen M.V.S.N.-Einheiten beteiligt waren.

Die Division “23 Marzo” der Schwarzhemden bezog ihren Namen auf den 23. März 1919, das Gründungsdatum der faschistischen Bewegung (Fasci Italiani di Combattimento) in Mailand. Diese Datierung hatte immense symbolische Bedeutung für die faschistische Ideologie und wurde häufig in Bezeichnungen militärischer Einheiten verwendet.

Der Äthiopienkrieg 1935-1936 stellte einen zentralen Moment in der Geschichte der M.V.S.N. dar. Mehrere Divisionen der Schwarzhemden wurden nach Ostafrika entsandt, um am kolonialen Eroberungskrieg teilzunehmen. Die Schlacht von Amba Aradam im Februar 1936 war eine der bedeutendsten Auseinandersetzungen dieses Krieges, bei der italienische Truppen einen entscheidenden Sieg über äthiopische Streitkräfte errangen. Die Beteiligung von Divisionen der M.V.S.N. an diesen Operationen sollte die militärische Legitimität der faschistischen Miliz unterstreichen und ihre Gleichstellung mit der regulären Armee demonstrieren.

Die faschistische Zeitrechnung, die mit dem Jahr der Machtübernahme 1922 begann, wurde auf offiziellen Dokumenten und militärischen Gegenständen verwendet. Das Jahr XIV der faschistischen Ära entspricht 1936, dem Jahr der Eroberung Äthiopiens und der Proklamation des italienischen Imperiums. Diese Zeitrechnung war Teil der faschistischen Propaganda, die eine neue Ära in der italienischen Geschichte markieren sollte.

Ehrendolche und Prunkwaffen spielten im faschistischen Italien eine wichtige Rolle in der Ritual- und Zeremonialkultur. Sie wurden bei besonderen Anlässen verliehen, etwa nach erfolgreichen Militäroperationen, zur Ehrung von Verdiensten oder als Geschenke zwischen hochrangigen Militärs und Mitgliedern der politischen Elite. Die Qualität der Verarbeitung und die Verwendung kostbarer Materialien unterstrichen den Status des Empfängers und die Bedeutung des Anlasses.

Die Verwendung von Elfenbein für Griffe von Prunkwaffen hatte eine lange Tradition in der europäischen Militärgeschichte. Elfenbein galt als edles Material und wurde besonders bei Waffen für Generäle, Admiräle und Mitglieder königlicher Häuser verwendet. Die handwerkliche Verarbeitung erforderte spezialisierte Kunsthandwerker, die in den traditionellen Zentren der Waffenherstellung in Italien, insbesondere in Brescia und Mailand, ansässig waren.

Nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Fall des faschistischen Regimes wurden Gegenstände mit faschistischer Symbolik problematisch. Viele wurden vernichtet oder versteckt. Heute sind sie Zeugnisse einer historischen Epoche und werden in Museen und Sammlungen als Dokumente der Geschichte bewahrt, die es ermöglichen, die militärische und politische Kultur des faschistischen Italien zu studieren und zu verstehen.