Kriegsmarine Brustadler für die Tropenfeldbluse

Bevo-gewebte Ausführung auf gelb auf sandfarben. Ungetragen, Zustand 2+.
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230,00

Kriegsmarine Brustadler für die Tropenfeldbluse

Der Kriegsmarine Brustadler für die Tropenfeldbluse stellt ein charakteristisches Uniformabzeichen der deutschen Kriegsmarine während des Zweiten Weltkriegs dar. Dieses spezielle Hoheitszeichen wurde in Bevo-Webtechnik hergestellt und zeichnet sich durch seine gelbe Gestaltung auf sandfarbenem Untergrund aus, was es eindeutig für den Einsatz in tropischen Klimazonen kennzeichnet.

Die Bevo-Webtechnik, benannt nach der Barmer Bandweberei Ewald Vorsteher, revolutionierte die Herstellung von Uniformabzeichen in den 1930er Jahren. Diese maschinelle Webtechnik ermöglichte die Produktion hochwertiger, detailreicher Embleme mit außerordentlicher Präzision. Im Gegensatz zu gestickten Ausführungen waren Bevo-gewebte Abzeichen haltbarer, kostengünstiger in der Massenproduktion und wiesen eine gleichbleibend hohe Qualität auf.

Die Tropenuniformen der Wehrmacht und Kriegsmarine wurden ab 1940 systematisch entwickelt, als die militärischen Operationen zunehmend auch in nordafrikanischen und mediterranen Gebieten stattfanden. Der Afrikafeldzug unter Generalfeldmarschall Erwin Rommel und die Präsenz deutscher Marineeinheiten im Mittelmeer machten spezielle Uniformen und entsprechende Abzeichen notwendig. Die sandfarben-olivgrüne Farbgebung sollte sowohl praktische als auch klimatische Anforderungen erfüllen.

Der Hoheitsadler selbst war seit der Machtergreifung 1933 das zentrale Symbol der nationalsozialistischen Herrschaft und wurde auf allen militärischen Uniformen getragen. Bei der Kriegsmarine wurde der Adler auf der Brust getragen, im Gegensatz zum Heer, wo er auf dem rechten Oberarm angebracht wurde. Der Adler mit ausgebreiteten Schwingen, der auf einem Eichenkranz mit Hakenkreuz sitzt, folgte strengen gestalterischen Vorgaben der Heeresbekleidungsvorschriften.

Für die Tropenbekleidung galten besondere Bestimmungen hinsichtlich Material und Farbgebung. Während Standardabzeichen für die dunkelblaue Marineuniform in silbergrau oder weiß gehalten waren, mussten die Tropenabzeichen farblich auf den sandfarbenen bis khakifarbenen Stoff der Tropenfeldbluse abgestimmt sein. Die gelbe Ausführung auf sandfarbenem Grund bot den notwendigen Kontrast, ohne zu grell zu wirken.

Die Tropenfeldbluse der Kriegsmarine wurde offiziell eingeführt, um den Marinesoldaten bei Einsätzen an Land in heißen Klimazonen angemessene Bekleidung zu bieten. Diese Uniformstücke wurden vor allem von Marineangehörigen getragen, die in Küstenbefestigungen, bei Hafenkommandos oder in Unterstützungseinheiten in Nordafrika, auf dem Balkan oder im östlichen Mittelmeer Dienst taten.

Die Produktion solcher Abzeichen erfolgte durch verschiedene Hersteller im Deutschen Reich. Die Qualität variierte je nach Hersteller und Produktionszeitpunkt. Frühe Kriegsproduktionen zeichneten sich durch feinere Verarbeitung aus, während spätere Ausführungen kriegsbedingt oft vereinfacht wurden. Ungetragene Exemplare sind heute besonders selten, da die meisten Abzeichen tatsächlich auf Uniformen aufgenäht und getragen wurden.

Die Anbringung des Brustadlers auf der Tropenfeldbluse erfolgte durch Aufnähen auf der rechten Brustseite. Die genaue Position war durch Bekleidungsvorschriften festgelegt und musste einheitlich sein. Schneider und Bekleidungskammern der Marine waren für die fachgerechte Anbringung verantwortlich.

Aus sammlungsgeschichtlicher Perspektive sind Tropenabzeichen der Kriegsmarine deutlich seltener als ihre Pendants für Standarduniformen. Dies liegt an der geringeren Produktionsmenge, dem begrenzten Einsatzgebiet und der kürzeren Verwendungsdauer. Viele dieser Abzeichen gingen während der Kriegswirren verloren oder wurden nach Kriegsende vernichtet.

Heute sind solche Abzeichen bedeutende zeithistorische Dokumente, die Einblick in die Uniformkunde, Textilproduktion und militärische Organisation des Zweiten Weltkriegs geben. Sie dokumentieren die technische Entwicklung der Abzeichenherstellung und die Anpassung militärischer Ausrüstung an unterschiedliche Einsatzbedingungen. Für die militärhistorische Forschung bieten sie wertvolle Informationen über Logistik, Versorgungswesen und die globale Dimension des Kriegsgeschehens.

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