Frankreich Medaille de la Campagne d'Italie (1859)
Die Médaille de la Campagne d'Italie von 1859 ist eine bedeutende französische Militärauszeichnung, die während der Herrschaft Kaiser Napoleons III. gestiftet wurde. Diese silberne Medaille mit einem Durchmesser von 30 mm erinnert an einen der entscheidenden Konflikte des 19. Jahrhunderts, der maßgeblich zur Einigung Italiens beitrug und die politische Landkarte Europas nachhaltig veränderte.
Der Italienfeldzug von 1859, auch als Zweiter Italienischer Unabhängigkeitskrieg bekannt, war ein kurzer, aber blutiger Konflikt zwischen dem französisch-sardischen Bündnis und dem Kaisertum Österreich. Kaiser Napoleon III. schloss ein geheimes Abkommen mit dem Königreich Sardinien-Piemont unter König Viktor Emanuel II. und seinem Ministerpräsidenten Camillo Benso Graf von Cavour. Frankreich verpflichtete sich, Sardinien im Kampf gegen die österreichische Vorherrschaft in Norditalien zu unterstützen.
Der Krieg begann im April 1859 und dauerte nur etwa drei Monate. Die französischen Truppen unter persönlicher Führung Napoleons III. kämpften an der Seite der sardischen Armee in mehreren bedeutenden Schlachten. Die Schlacht von Magenta am 4. Juni 1859 und die Schlacht von Solferino am 24. Juni 1859 waren die beiden Hauptschlachten dieses Feldzugs. Besonders die Schlacht von Solferino war eine der blutigsten des Jahrhunderts mit etwa 40.000 Toten und Verwundeten auf beiden Seiten. Das Grauen dieser Schlacht inspirierte Henry Dunant zur Gründung des Roten Kreuzes.
Die Médaille de la Campagne d'Italie wurde durch kaiserliches Dekret vom 11. Juli 1859 gestiftet, um die an diesem Feldzug beteiligten französischen Soldaten zu ehren. Die Medaille wurde an alle Angehörigen der französischen Armee und Marine verliehen, die zwischen dem 20. April und dem 12. Juli 1859 in Italien Dienst geleistet hatten.
Das vorliegende Exemplar wurde von Jean-Jacques Barre (1793-1855) oder seinem Sohn Albert-Désiré Barre (1818-1878) gestaltet, die beide renommierte französische Stempelschneider und Mitglieder einer bedeutenden Künstlerdynastie waren. Da Jean-Jacques Barre bereits 1855 verstorben war, wurde diese Medaille höchstwahrscheinlich von seinem Sohn Albert-Désiré Barre entworfen, der als Graveur Général des Monnaies tätig war.
Die Aversseite der Medaille zeigt traditionell das Profil von Kaiser Napoleon III. mit der Umschrift “NAPOLEON III EMPEREUR”. Die Reversseite präsentiert typischerweise einen Lorbeerkranz mit der Inschrift “CAMPAGNE D'ITALIE 1859” in der Mitte. Die künstlerische Gestaltung der Barre-Familie zeichnet sich durch ihre präzise Ausführung und klassizistische Eleganz aus.
Die Medaille wurde ursprünglich an einem Band in den französischen Nationalfarben Blau, Weiß und Rot getragen. Das Band des hier beschriebenen Exemplars fehlt, was bei historischen Militärmedaillen nicht ungewöhnlich ist, da Bänder aus Stoff im Laufe der Zeit durch Licht, Feuchtigkeit und Handhabung leichter beschädigt werden als die Metallmedaillen selbst.
Der Italienfeldzug endete mit dem Frieden von Villafranca am 11. Juli 1859, in dem Österreich die Lombardei an Frankreich abtrat, das sie wiederum an Sardinien-Piemont übergab. Venetien blieb jedoch bei Österreich. Napoleon III. hatte den Krieg früher beendet als erwartet, teils wegen der hohen Verluste, teils aus Furcht vor einer preußischen Intervention.
Diese Kampagnenmedaille ist ein wichtiges zeitgeschichtliches Zeugnis einer Epoche, in der das Zweite Französische Kaiserreich auf dem Höhepunkt seiner Macht stand. Der Italienfeldzug von 1859 war der letzte große militärische Erfolg Napoleons III. und trug wesentlich zur italienischen Einigungsbewegung bei, auch wenn die französischen Erwartungen an territoriale Gewinne (Nizza und Savoyen) erst später erfüllt wurden.
Für Sammler und Historiker stellt die Médaille de la Campagne d'Italie ein bedeutendes Objekt dar, das eine entscheidende Phase der europäischen Geschichte dokumentiert. Der angegebene Erhaltungszustand 2 weist auf ein gut erhaltenes Exemplar hin, das trotz seines Alters von über 160 Jahren die Details der Prägung noch deutlich erkennen lässt. Die Signatur “Barre” unterstreicht die künstlerische Qualität und historische Authentizität dieses Stücks.