XI. Olympischen Spiele 1936 Berlin - Teilnehmer-Plaketten für das Internationale Studenten- und Jugendlager - für das Lager der Fachämter in der 2. Woche

Bronze versilbert, 26 mm, mit roter Stoffrosette, an Nadel, Zustand 2.
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150,00

XI. Olympischen Spiele 1936 Berlin - Teilnehmer-Plaketten für das Internationale Studenten- und Jugendlager - für das Lager der Fachämter in der 2. Woche

Die Teilnehmer-Plakette für das Internationale Studenten- und Jugendlager der XI. Olympischen Spiele 1936 in Berlin repräsentiert ein bedeutendes Kapitel der olympischen Geschichte, das untrennbar mit der politischen Propaganda des nationalsozialistischen Deutschlands verbunden ist. Diese versilberte Bronzeplakette mit einem Durchmesser von 26 mm, getragen an einer Nadel mit roter Stoffrosette, diente als Identifikationsabzeichen für Teilnehmer der zweiten Woche des Lagers der Fachämter.

Die Olympischen Spiele von 1936 waren die ersten Spiele, die in großem Umfang für politische Zwecke instrumentalisiert wurden. Das nationalsozialistische Regime unter Adolf Hitler nutzte die Veranstaltung als Plattform zur Selbstdarstellung und internationalen Legitimierung. Neben den eigentlichen sportlichen Wettkämpfen organisierten die Nationalsozialisten ein umfangreiches Rahmenprogramm, zu dem auch verschiedene Jugend- und Studentenlager gehörten.

Das Internationale Studenten- und Jugendlager war Teil der umfassenden Bemühungen, die olympische Idee mit der NS-Ideologie zu verbinden und internationale Jugendliche zu beeinflussen. Diese Lager wurden als Begegnungsstätten für junge Menschen aus verschiedenen Nationen konzipiert, dienten jedoch gleichzeitig der politischen Indoktrination und der Demonstration vermeintlicher deutscher Überlegenheit in Organisation und Infrastruktur.

Die Plakette selbst zeigt die typischen Merkmale der olympischen Memorabilia jener Zeit. Die Verwendung von versilberter Bronze war ein übliches Material für solche Auszeichnungen und Identifikationsmarken, das einen gewissen repräsentativen Wert hatte, ohne zu kostspielig zu sein. Die rote Stoffrosette diente nicht nur dekorativen Zwecken, sondern hatte vermutlich auch eine praktische Funktion zur Unterscheidung verschiedener Teilnehmergruppen oder Zeiträume.

Die Bezeichnung “Lager der Fachämter in der 2. Woche” verweist auf die komplexe Organisation dieser Veranstaltungen. Die Olympischen Spiele 1936 fanden vom 1. bis 16. August statt, und die begleitenden Jugendlager waren entsprechend in verschiedene Zeitabschnitte und organisatorische Einheiten unterteilt. Die Fachämter bezogen sich wahrscheinlich auf verschiedene administrative oder fachliche Abteilungen innerhalb der NS-Organisationsstruktur, möglicherweise im Zusammenhang mit der Hitlerjugend oder anderen staatlichen Jugendorganisationen.

Solche Plaketten erfüllten mehrere Funktionen: Sie dienten als Zugangsberechtigungen zu bestimmten Bereichen und Veranstaltungen, als Erkennungszeichen innerhalb der großen Menschenmengen und nicht zuletzt als Erinnerungsstücke an die Teilnahme an einem historischen Ereignis. Die Träger dieser Abzeichen wurden Teil eines sorgfältig choreografierten Spektakels, das die Weltöffentlichkeit beeindrucken sollte.

Die Olympischen Spiele 1936 bleiben historisch kontrovers. Einerseits waren sie technisch und organisatorisch auf höchstem Niveau und führten zahlreiche Innovationen ein, darunter die erste Übertragung von Fernsehbildern und die erste Fackelstaffel von Olympia nach Berlin. Andererseits dienten sie unverkennbar der Propaganda eines verbrecherischen Regimes. Die internationale Gemeinschaft debattierte bereits vor den Spielen über einen möglichen Boykott, entschied sich jedoch letztendlich für die Teilnahme.

Die Jugend- und Studentenlager waren Teil einer breiteren Strategie der Nationalsozialisten, internationale Kontakte zu knüpfen und gleichzeitig die eigene Ideologie zu verbreiten. Teilnehmer aus verschiedenen Ländern sollten ein “modernes” und “friedliebendes” Deutschland erleben, während das Regime gleichzeitig seine militärische Aufrüstung und aggressive Außenpolitik vorantrieb.

Heute sind solche Plaketten und Abzeichen wichtige historische Dokumente. Sie bezeugen nicht nur die Teilnahme an einem sportlichen Großereignis, sondern auch die Verflechtung von Sport, Politik und Propaganda in einer der dunkelsten Perioden der deutschen Geschichte. Sammler und Historiker schätzen diese Objekte als Primärquellen, die helfen, die Mechanismen der NS-Propaganda und die Instrumentalisierung sportlicher Veranstaltungen zu verstehen.

Der Erhaltungszustand dieser Plakette als “Zustand 2” deutet auf ein gut erhaltenes Exemplar hin, das die Zeit überdauert hat. Solche Objekte sind heute in Museen, Archiven und Privatsammlungen zu finden und dienen der historischen Aufarbeitung und Bildung über diese komplexe Epoche der Sportgeschichte.

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