Kriegsmarine Ärmelabzeichen für Mannschaften Marineartillerielaufbahn in Luxusausführung ( Rohling ) 

für die blaue Uniform. Metallfaden Handgestickt. Zustand 2.
460895
95,00

Kriegsmarine Ärmelabzeichen für Mannschaften Marineartillerielaufbahn in Luxusausführung ( Rohling ) 

Das Kriegsmarine Ärmelabzeichen für Mannschaften der Marineartillerielaufbahn stellt ein bedeutendes Beispiel für die komplexe Uniformkennzeichnung der deutschen Kriegsmarine während des Zweiten Weltkriegs dar. Diese speziellen Abzeichen, insbesondere in der hier vorliegenden Luxusausführung, verdeutlichen die ausgefeilte Hierarchie und Spezialisierung innerhalb der deutschen Seestreitkräfte zwischen 1935 und 1945.

Die Kriegsmarine wurde offiziell am 1. Juni 1935 gegründet, als das Deutsche Reich unter Adolf Hitler den Versailler Vertrag brach und seine Wiederaufrüstung öffentlich machte. Mit der Umbenennung der Reichsmarine in Kriegsmarine begann eine umfassende Reorganisation und Expansion der deutschen Seestreitkräfte. Teil dieser Neuordnung war ein detailliertes System von Uniformvorschriften und Kennzeichnungen, die Rang, Laufbahn und Spezialisierung eines jeden Marinesoldaten eindeutig erkennbar machten.

Die Ärmelabzeichen (auch Tätigkeitsabzeichen genannt) wurden auf der blauen Uniform getragen und kennzeichneten die berufliche Laufbahn des Trägers. Das vorliegende Abzeichen für die Marineartillerielaufbahn identifizierte Mannschaftsdienstgrade, die im Bereich der Schiffsartillerie und Geschützbedienung tätig waren. Die Marineartillerie umfasste alle Geschütze und Waffen an Bord von Kriegsschiffen, von leichten Flugabwehrkanonen bis zu schweren Schiffsgeschützen auf Schlachtschiffen und Kreuzern.

Die Luxusausführung unterschied sich erheblich von der Standardversion. Während reguläre Ärmelabzeichen maschinell hergestellt oder aus einfachem Tuch gefertigt wurden, zeichnete sich die Luxusvariante durch Handstickerei mit Metallfaden aus. Diese hochwertigen Abzeichen wurden privat bei spezialisierten Handwerksbetrieben erworben und waren nicht Teil der offiziellen Ausrüstung. Offiziere und wohlhabendere Unteroffiziere und Mannschaften konnten sich solche Luxusausführungen leisten, um ihre Uniform aufzuwerten.

Der Begriff “Rohling” bezeichnet in diesem Zusammenhang ein noch nicht aufgenähtes, fabrikneues Abzeichen. Es wurde vom Hersteller ohne Trägerstoff gefertigt und musste vom Träger oder einem Schneider auf die Uniform aufgenäht werden. Diese Rohlinge wurden oft in spezialisierten Marineausstattungsgeschäften in Hafenstädten wie Kiel, Wilhelmshaven oder Hamburg verkauft.

Die blaue Uniform (Bordanzug oder Ausgehuniform) war die Standardbekleidung für den Dienst und repräsentative Anlässe. Im Gegensatz zur weißen Tropenuniform oder der feldgrauen Landdienstuniform wurde die blaue Uniform am häufigsten getragen. Die Ärmelabzeichen wurden typischerweise auf dem linken Oberarm angebracht, etwa auf halber Höhe zwischen Schulter und Ellenbogen.

Die Herstellung solcher Luxusabzeichen erforderte beträchtliches handwerkliches Geschick. Spezialisierte Stickerinnen und Sticker verwendeten Metallfäden aus Aluminium oder versilbertem Kupfer, um die charakteristischen Symbole der jeweiligen Laufbahn darzustellen. Für die Marineartillerielaufbahn war dies typischerweise ein gekreuztes Geschütz-Symbol oder ein stilisiertes Granatsymbol. Die Handstickerei ermöglichte feinere Details und einen dreidimensionalen Effekt, der bei maschinell gefertigten Abzeichen nicht erreicht werden konnte.

Die rechtlichen Grundlagen für diese Abzeichen fanden sich in verschiedenen Uniformvorschriften der Kriegsmarine, insbesondere im “Anzugvorschrift für die Kriegsmarine” (A.V.M.), die mehrfach aktualisiert wurde. Diese Vorschriften regelten präzise, welche Abzeichen, wo und in welcher Form getragen werden durften.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Mai 1945 wurden alle Einheiten der Wehrmacht, einschließlich der Kriegsmarine, aufgelöst. Das Tragen von militärischen Abzeichen und Uniformen wurde durch die Alliierten verboten. Viele Uniformstücke und Abzeichen wurden vernichtet, versteckt oder gingen im Chaos der Nachkriegszeit verloren. Überlebende Exemplare, insbesondere hochwertige Luxusausführungen, wurden zu gesuchten militärhistorischen Sammlerstücken.

Heute sind solche Abzeichen wichtige Zeugnisse der Marinegeschichte und der handwerklichen Tradition militärischer Ausstatter. Sie dokumentieren nicht nur die organisatorische Struktur der Kriegsmarine, sondern auch die sozialen Unterschiede innerhalb der Mannschaften, die sich solche Luxusartikel leisten konnten oder wollten. Für Militärhistoriker und Sammler bieten sie wertvolle Einblicke in Alltag, Hierarchie und materielle Kultur der deutschen Kriegsmarine.

r