WHW - 2. WHW 3. Reichsstrassensammlung 1.-2.12.1934

" Weihnachtsmotive ", Konvolut von 5 Abzeichen aus Pressmasse, mit Herstellervignette, an Nadel, Zustand 2.
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20,00

WHW - 2. WHW 3. Reichsstrassensammlung 1.-2.12.1934

Das vorliegende Konvolut von fünf Abzeichen mit Weihnachtsmotiven stammt aus der 2. Winterhilfswerk-Reichsstraßensammlung vom 1.-2. Dezember 1934 und dokumentiert einen bedeutenden Aspekt der nationalsozialistischen Wohlfahrtspropaganda während der frühen Jahre des Dritten Reiches.

Das Winterhilfswerk des Deutschen Volkes (WHW) wurde im September 1933 als zentrales Wohlfahrtsprogramm der NSDAP gegründet. Unter der Leitung von Erich Hilgenfeldt, dem Leiter der NS-Volkswohlfahrt, entwickelte sich das WHW schnell zu einer der größten Sammelorganisationen im nationalsozialistischen Deutschland. Das erklärte Ziel war die Unterstützung bedürftiger “Volksgenossen” während der Wintermonate, doch das WHW diente gleichzeitig als massives Propagandainstrument und Kontrollinstrument der NSDAP.

Die Reichsstraßensammlungen bildeten einen wesentlichen Bestandteil der WHW-Aktivitäten. Sie fanden regelmäßig, meist monatlich, in den Wintermonaten von Oktober bis März statt. Bei diesen Sammlungen wurden kleine Abzeichen gegen Spenden ausgegeben, die an der Kleidung getragen werden sollten. Das Tragen der Abzeichen diente nicht nur als Nachweis der Spendenbereitschaft, sondern auch als sozialer Kontrollmechanismus - wer kein Abzeichen trug, galt als unsolidarisch und musste mit gesellschaftlicher Ächtung oder sogar behördlichen Konsequenzen rechnen.

Die Sammlungen vom 1.-2. Dezember 1934 waren Teil der zweiten WHW-Saison (1934/35) und fanden bewusst in der Vorweihnachtszeit statt. Die Verwendung von Weihnachtsmotiven war strategisch gewählt, um an traditionelle christliche Wohltätigkeitswerte und die vorweihnachtliche Spendenbereitschaft anzuknüpfen. Das Regime instrumentalisierte christliche Symbole und Traditionen geschickt für seine eigenen Zwecke, während es gleichzeitig langfristig versuchte, christliche Einflüsse zurückzudrängen.

Die beschriebenen Abzeichen wurden aus Pressmasse hergestellt, einem kostengünstigen Material, das die Massenproduktion ermöglichte. Verschiedene Hersteller waren mit der Produktion dieser Abzeichen beauftragt, erkennbar an den Herstellervignetten auf der Rückseite. Die Herstellung dieser Millionen von Sammelabzeichen entwickelte sich zu einem bedeutenden Wirtschaftszweig, an dem zahlreiche kleine und mittlere Betriebe beteiligt waren.

Die WHW-Sammlungen erreichten enorme Dimensionen. In der Saison 1934/35 wurden bereits mehrere hundert Millionen Reichsmark gesammelt. Die Teilnahme war zwar offiziell freiwillig, faktisch aber durch massiven sozialen Druck und teilweise direkte Zwangsmaßnahmen erzwungen. Arbeitgeber führten Listen über die Spendenbereitschaft ihrer Angestellten, und Blockwarte der NSDAP kontrollierten die Teilnahme in den Wohnvierteln.

Die künstlerische Gestaltung der WHW-Abzeichen war vielfältig und reichte von volkstümlichen Motiven über regionale Trachten bis hin zu historischen und mythologischen Themen. Die Weihnachtsabzeichen der Dezembersammlungen griffen typischerweise traditionelle Motive wie Tannenbaum, Weihnachtsstern, Adventskranz oder winterliche Szenen auf. Diese scheinbar unpolitischen Motive verschleierten den propagandistischen Charakter der Sammlungen und sollten eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung sichern.

Heute sind WHW-Abzeichen wichtige zeitgeschichtliche Dokumente, die Einblick in die Propaganda- und Kontrollmechanismen des NS-Regimes geben. Sie dokumentieren, wie das Regime traditionelle Werte und Symbole für seine Zwecke vereinnahmte und wie es durch scheinbar harmlose Wohlfahrtsaktionen eine flächendeckende soziale Kontrolle etablierte. Sammlungen wie die vorliegende mit mehreren Abzeichen aus einer spezifischen Sammlung sind besonders wertvoll für die historische Forschung, da sie die Vielfalt der eingesetzten Motive dokumentieren.

Der Zustand 2 (sehr gut) der beschriebenen Abzeichen deutet darauf hin, dass sie gut erhalten sind, was bei Objekten aus Pressmasse, die anfällig für Beschädigungen sind, nicht selbstverständlich ist. Die erhaltene Nadel auf der Rückseite bestätigt die Authentizität und Vollständigkeit der Stücke.

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