Deutsches Reichssportabzeichen in Bronze DRL mit Hakenkreuz - Miniatur

17 mm, Hersteller : Wernstein Jena, an langer Nadel, Zustand 2.
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35,00

Deutsches Reichssportabzeichen in Bronze DRL mit Hakenkreuz - Miniatur

Das Deutsche Reichssportabzeichen (DRL) stellt eines der bedeutendsten sportlichen Leistungsabzeichen des nationalsozialistischen Deutschlands dar. Die hier vorliegende Miniaturausführung in Bronze mit einer Größe von 17 mm wurde von der Firma Wernstein aus Jena hergestellt und repräsentiert eine besondere Form dieses historischen Sportehrenzeichens.

Das Reichssportabzeichen wurde ursprünglich im Jahr 1913 als “Deutsches Turn- und Sportabzeichen” vom Deutschen Reichsausschuss für Olympische Spiele eingeführt. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933 erfuhr das Abzeichen eine grundlegende Umgestaltung. Im Jahr 1937 wurde es durch den Deutschen Reichsbund für Leibesübungen (DRL) reorganisiert und erhielt seine nationalsozialistische Prägung mit dem charakteristischen Hakenkreuz als zentralem Element.

Die Bronzeausführung war die Einstiegsstufe des Reichssportabzeichens und wurde für sportliche Leistungen verliehen, die festgelegten Mindestanforderungen in verschiedenen Disziplinen entsprachen. Das Abzeichen konnte in drei Stufen erworben werden: Bronze, Silber und Gold. Um das Abzeichen zu erlangen, mussten die Bewerber Leistungen in fünf verschiedenen Kategorien erbringen: Schwimmen, Leichtathletik, Gerätturnen, Wehrsport und weitere sportliche Übungen.

Die Gestaltung des Abzeichens zeigte typischerweise einen Adler mit ausgebreiteten Schwingen, der ein Hakenkreuz in seinen Fängen hielt, umgeben von einem Eichenkranz als Symbol deutscher Stärke und Tradition. Die Inschrift “Deutsches Reichssportabzeichen” oder die Abkürzung “DRL” vervollständigte das Design.

Die hier beschriebene Miniaturausführung mit 17 mm Durchmesser und langer Nadel hatte einen besonderen Verwendungszweck. Während die regulären Sportabzeichen in Standardgröße (etwa 35-40 mm) an der Zivilkleidung getragen wurden, dienten die Miniaturen hauptsächlich zum Tragen an Uniformen, insbesondere an Ordensspangen oder in Kombination mit anderen Auszeichnungen. Diese Miniaturformen ermöglichten es Trägern, ihre sportlichen Leistungen auch im militärischen oder offiziellen Kontext dezent zu präsentieren.

Der Hersteller Wernstein aus Jena gehörte zu den autorisierten Produzenten von Reichssportabzeichen während der NS-Zeit. Die Qualität und Ausführung der Abzeichen unterlag strengen Kontrollen durch den DRL, um Einheitlichkeit und Qualitätsstandards zu gewährleisten. Die Herstellermarkierung auf der Rückseite diente sowohl der Qualitätskontrolle als auch der Verhinderung von Fälschungen.

Das Reichssportabzeichen hatte während des Dritten Reiches eine wichtige propagandistische Funktion. Es sollte die körperliche Ertüchtigung der deutschen Bevölkerung fördern und entsprach der nationalsozialistischen Ideologie der Wehrhaftigkeit und körperlichen Leistungsfähigkeit. Besonders in der Wehrmacht und anderen NS-Organisationen wurde das Erlangen des Sportabzeichens gefördert und teilweise sogar vorausgesetzt.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 wurde das Reichssportabzeichen mit nationalsozialistischer Symbolik verboten. Das Deutsche Sportabzeichen wurde jedoch in der Bundesrepublik Deutschland ab 1950 in entnazifizierter Form wieder eingeführt und besteht bis heute als eine der ältesten und bedeutendsten Sportauszeichnungen Deutschlands fort, allerdings ohne die NS-Symbolik.

Aus historischer Perspektive sind diese Miniaturabzeichen heute wichtige zeitgeschichtliche Dokumente, die Einblick in die Sportpolitik und Auszeichnungspraxis des NS-Regimes geben. Sie dokumentieren die Durchdringung aller Lebensbereiche mit nationalsozialistischer Ideologie und Symbolik. Der Zustand 2 des vorliegenden Exemplars deutet auf eine gut erhaltene Miniatur hin, bei der lediglich leichte Gebrauchsspuren vorhanden sind.

Für Sammler militärhistorischer und zeitgeschichtlicher Objekte stellen solche Miniaturausführungen interessante Studienobjekte dar, die die Verbindung zwischen ziviler Sportförderung und militärischer Kultur im Dritten Reich veranschaulichen. Die lange Nadel ermöglichte eine sichere Befestigung an verschiedenen Uniformarten und Kleidungsstücken.