H.Dv.95/21 Feldmeßkästchen vom 15.7.40,

Berlin 1940, Gedruckt in der Reichsdruckerei. 23 Seiten, Broschur mit Zeichnungen und Abbildungen, A5-Format, Zustand 2
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100,00

H.Dv.95/21 Feldmeßkästchen vom 15.7.40,

Das H.Dv.95/21 Feldmeßkästchen vom 15. Juli 1940 repräsentiert ein wichtiges Dokument der deutschen Militärtechnik während des Zweiten Weltkriegs. Diese in der Reichsdruckerei Berlin gedruckte Heeresdienstvorschrift gehört zu einer umfangreichen Serie technischer Handbücher, die für die Ausbildung und den praktischen Einsatz der Wehrmacht entwickelt wurden.

Die Heeresdienstvorschriften (abgekürzt H.Dv.) bildeten das systematische Regelwerk der deutschen Wehrmacht und umfassten alle Bereiche militärischer Organisation, Ausbildung und Technik. Die Nummerierung H.Dv.95/21 ordnet diese Vorschrift in die Kategorie der technischen Gerätschaften ein, wobei die Serie 95 sich mit verschiedenen Mess- und Vermessungsgeräten befasste. Das Feldmeßkästchen war ein unverzichtbares Instrument für Artillerieeinheiten, Pioniere und Kartographen im Feldeinsatz.

Der Entstehungszeitpunkt dieser Vorschrift im Juli 1940 ist historisch bedeutsam. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Deutsche Reich gerade den Westfeldzug erfolgreich abgeschlossen, und Frankreich hatte am 22. Juni 1940 kapituliert. Die Wehrmacht befand sich in einer Phase der Reorganisation und Vorbereitung auf kommende Operationen. Die Standardisierung und Dokumentation militärischer Ausrüstung war essentiell für die Ausbildung neuer Soldaten und die Effizienz der expandierenden Streitkräfte.

Die Reichsdruckerei in Berlin war die zentrale staatliche Druckerei des Deutschen Reiches und für die Produktion aller offiziellen militärischen Dokumente, Vorschriften und geheimen Unterlagen zuständig. Die Qualität der dort produzierten Druckerzeugnisse war trotz der Kriegsbedingungen bemerkenswert hoch. Mit 23 Seiten im A5-Format entsprach diese Vorschrift dem typischen Format militärischer Feldhandbücher, die kompakt genug waren, um von Soldaten mitgeführt zu werden.

Das Feldmeßkästchen selbst war ein präzises Messinstrument, das verschiedene Werkzeuge zur Entfernungs- und Winkelmessung enthielt. Solche Geräte waren für die Artillerievermessung unerlässlich, da präzise Schussberechnungen von exakten Messungen abhingen. Die in der Vorschrift enthaltenen Zeichnungen und Abbildungen dienten der anschaulichen Erklärung der Handhabung, Wartung und des praktischen Einsatzes des Geräts.

Die technische Dokumentation der Wehrmacht zeichnete sich durch systematische Gliederung und präzise Anweisungen aus. Typischerweise enthielten solche Vorschriften Kapitel über die Beschreibung des Geräts, seine Bestandteile, Handhabungsanweisungen, Wartungsvorschriften und praktische Anwendungsbeispiele. Die Broschurform mit geheftetem Einband war für Feldhandbücher Standard, da sie kostengünstig in hohen Auflagen produziert werden konnte.

Im Kontext der deutschen Militärgeschichte dokumentieren solche Vorschriften den hohen Grad an technischer Organisation und Standardisierung, den die Wehrmacht anstrebte. Das System der Heeresdienstvorschriften war bereits in der Reichswehr der Weimarer Republik entwickelt worden und wurde von der Wehrmacht übernommen und erweitert. Diese Kontinuität ermöglichte eine effiziente militärische Ausbildung und Operationsführung.

Für Militärhistoriker und Sammler sind solche Originalvorschriften wertvolle Quellen, die Einblick in die praktische Ausbildung und Ausrüstung der Wehrmacht geben. Sie ergänzen das Verständnis militärischer Operationen durch technische Details, die in allgemeinen historischen Darstellungen oft fehlen. Der Erhaltungszustand dieser Dokumente variiert erheblich, da sie als Gebrauchsgegenstände unter oft harten Feldbedingungen eingesetzt wurden.

Die Tatsache, dass dieses Exemplar aus dem Jahr 1940 stammt, macht es zu einem Zeugnis der frühen Kriegsphase, in der die deutsche Wehrmacht ihre größten territorialen Erfolge erzielte. Die folgenden Jahre sollten eine massive Ausweitung der Kriegsführung und entsprechend einen erhöhten Bedarf an technischen Handbüchern und Ausbildungsmaterialien mit sich bringen.