Italien 2. Weltkrieg RSI ab 1943: Ärmelabzeichen für Offiziere der "Xa Flottiglia MAS" 

um 1944. Der Ärmelschild ist die klassische Fertigung , handgestickt auf dunkelblauem Tuch. Deutlich getragen, Zustand 2. Extrem selten.

Die Decima Flottiglia MAS (deutsch Zehnte MAS-Flottille) war eine Spezialeinheit der italienischen Marine im Zweiten Weltkrieg.

Die Abkürzung MAS stand in der Marine in der Regel für Motoscafo Armato Silurante, einen mit Torpedos ausgerüsteten Motorboottyp, der bei verschiedenen MAS-Flottillen eingesetzt wurde. Bei 10ª Flottiglia MAS handelte es sich jedoch um einen Decknamen, da die Einheit in erster Linie mit Sprengbooten und bemannten Torpedos ausgerüstet war. In diesem Fall stand MAS auch für mezzi d’assalto oder Kleinkampfmittel.



Nach dem Waffenstillstand von Cassibile und der folgenden Besetzung Italiens durch deutsche Truppen kam es im September 1943 zu einer traumatischen Spaltung der Flottille. In der unter deutschem Schutz stehenden Italienischen Sozialrepublik kämpfte ein als Xª Flottiglia MAS bezeichneter Großverband unter Junio Valerio Borghese bis Kriegsende an der Seite der Wehrmacht weiter. Borghese schloss mit deutschen Stellen ein Abkommen, dass der Xª MAS unter deutschem Oberbefehl eine weitgehende Autonomie zugestand. Im Lauf der folgenden Monate entstand aus der ehemals kleinen Spezialeinheit ein rund 18.000 Mann starker Großverband, der fast ausschließlich an Land operierte. Er bestand aus 14 Infanteriebataillonen, drei Artillerieabteilungen, einem Pionierbataillon und etlichen kleineren Unterstützungseinheiten. Hinzu kamen die verbliebenen Spezialkräfte, deren Über- und Unterwassereinheiten in La Spezia und Genua stationiert wurden.
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Italien 2. Weltkrieg RSI ab 1943: Ärmelabzeichen für Offiziere der "Xa Flottiglia MAS" 

Das Ärmelabzeichen der Xa Flottiglia MAS aus der Zeit der Italienischen Sozialrepublik (RSI) repräsentiert eines der komplexesten und kontroversesten Kapitel der italienischen Militärgeschichte des Zweiten Weltkriegs. Diese handgestickten Abzeichen auf dunkelblauem Tuch waren charakteristische Kennzeichen einer Eliteeinheit, die nach dem Waffenstillstand von Cassibile im September 1943 eine dramatische Transformation durchlief.

Die Decima Flottiglia MAS (Zehnte MAS-Flottille) wurde ursprünglich 1941 als Spezialeinheit der italienischen Königlichen Marine gegründet. Unter dem Kommando von Junio Valerio Borghese, einem Korvettenkapitän der italienischen Marine, entwickelte sich die Einheit zu einer hochspezialisierten Formation für Unterwasseroperationen. Die Abkürzung MAS stand traditionell für Motoscafo Armato Silurante (bewaffnetes Torpedomotorenboot), diente bei dieser Einheit jedoch als Deckname für mezzi d'assalto (Kleinkampfmittel).

In der ersten Phase ihrer Existenz, von 1941 bis September 1943, führte die Xa Flottiglia MAS spektakuläre maritime Operationen durch. Die Einheit war mit innovativen Waffen ausgerüstet, darunter Maiali (Schweine) genannte bemannte Torpedos und explosive Motorboote. Ihre bemerkenswerteste Operation war der Angriff auf den Hafen von Alexandria im Dezember 1941, bei dem zwei britische Schlachtschiffe schwer beschädigt wurden. Diese maritimen Erfolge begründeten den legendären Ruf der Einheit.

Der Waffenstillstand von Cassibile am 8. September 1943 markierte einen Wendepunkt in der Geschichte Italiens und der Xa Flottiglia MAS. Als die italienische Regierung unter Marschall Pietro Badoglio einen Separatfrieden mit den Alliierten schloss, stand die Einheit vor einer schicksalhaften Entscheidung. Kommandant Borghese entschied sich, unter deutschem Schutz in der neu proklamierten Italienischen Sozialrepublik (Repubblica Sociale Italiana, RSI) unter Benito Mussolini weiterzukämpfen.

Die Ärmelabzeichen aus dieser Periode, wie das beschriebene Exemplar von circa 1944, unterscheiden sich in ihrer Bedeutung grundlegend von denen der königlichen Phase. Sie symbolisieren die Zugehörigkeit zu einer Einheit, die sich dramatisch von ihrer ursprünglichen Bestimmung entfernt hatte. Aus der kleinen, hochspezialisierten maritimen Eliteeinheit von etwa 500 Mann entwickelte sich unter der RSI ein Großverband von rund 18.000 Mann, der hauptsächlich an Landoperationen beteiligt war.

Die Struktur der RSI-Phase umfasste 14 Infanteriebataillone, drei Artillerieabteilungen, ein Pionierbataillon und zahlreiche Unterstützungseinheiten. Nur ein kleiner Teil der Formation behielt die ursprüngliche maritime Spezialisierung bei, mit Über- und Unterwassereinheiten, die in La Spezia und Genua stationiert waren. Borghese hatte mit den deutschen Behörden ein Abkommen ausgehandelt, das der Xa MAS eine bemerkenswerte Autonomie unter deutschem Oberbefehl garantierte.

Die handgestickte Ausführung der Offiziersärmelabzeichen auf dunkelblauem Tuch entsprach italienischen Militärtraditionen. Im Gegensatz zu Mannschaftsabzeichen, die oft maschinell gefertigt wurden, waren Offiziersabzeichen typischerweise in höherer Qualität handgestickt. Das dunkelblaue Tuch verwies auf die maritime Herkunft der Einheit, obwohl diese in der RSI-Phase zunehmend an Landoperationen beteiligt war.

Die Einheit operierte hauptsächlich in Norditalien, insbesondere in den Regionen Ligurien, Venetien und entlang der adriatischen Küste. Ihre Aufgaben umfassten die Bekämpfung von Partisanenverbänden, Küstenschutz und gelegentlich reguläre Kampfeinsätze gegen alliierte Truppen. Die Beteiligung an Anti-Partisanenoperationen bleibt historisch besonders kontrovers, da diese Einsätze oft mit Kriegsverbrechen und Repressalien gegen die Zivilbevölkerung verbunden waren.

Die militärische Ausrüstung und Uniformierung der Xa Flottiglia MAS in der RSI-Phase zeigten eine Mischung aus italienischen und deutschen Einflüssen. Während die Einheit formell Teil der RSI-Streitkräfte blieb, erhielt sie oft deutsche Waffen und Ausrüstung. Die Abzeichen und Insignien betonten jedoch die italienische Identität und die Tradition der Einheit.

Das Ende der Xa Flottiglia MAS kam im April 1945 mit dem Zusammenbruch der Italienischen Sozialrepublik. Borghese versuchte, seine Einheit geschlossen den Alliierten zu übergeben, was jedoch nur teilweise gelang. Viele Angehörige der Einheit wurden interniert, einige flohen, andere wurden von Partisanen exekutiert. Borghese selbst wurde zunächst verhaftet, später aber freigelassen.

Die historische Bewertung der Xa Flottiglia MAS bleibt bis heute umstritten. Während die maritimen Operationen von 1941-1943 als militärisch beeindruckende Leistungen anerkannt werden, ist die Rolle der Einheit in der RSI-Phase hochproblematisch. Ihre Beteiligung an Anti-Partisanenoperationen und ihre Loyalität zum faschistischen Regime haben die Einheit zu einem Symbol der italienischen memoria divisa (geteilten Erinnerung) an den Zweiten Weltkrieg gemacht.

Ärmelabzeichen wie das beschriebene sind heute extrem seltene Sammlerstücke, die nicht nur militärhistorisch, sondern auch als Zeugnisse einer tragischen Periode der italienischen Geschichte von Bedeutung sind. Sie dokumentieren die Zerrissenheit Italiens nach 1943 und die schwierigen Entscheidungen, vor denen italienische Soldaten in dieser Zeit standen.

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