Nationalsozialistische Volkswohlfahrt ( NSV ) - Mitgliedsabzeichen
Das Mitgliedsabzeichen der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV)
Das vorliegende Objekt ist ein Mitgliedsabzeichen der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV), einer der größten Massenorganisationen des nationalsozialistischen Deutschland. Das Abzeichen trägt die Herstellermarkierung RZM 78 sowie die Kennzeichnung GES.GESCH. (gesetzlich geschützt) und ist an einer langen Nadel befestigt, wie es für Mitgliedsabzeichen dieser Art typisch war.
Die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt wurde am 3. Mai 1933 offiziell gegründet, nachdem sie bereits seit 1932 als Teil der NSDAP existiert hatte. Unter der Leitung von Erich Hilgenfeldt, der die Organisation von 1933 bis 1945 führte, entwickelte sich die NSV zur größten NS-Massenorganisation nach der Deutschen Arbeitsfront (DAF). Bis 1943 zählte die NSV etwa 17 Millionen Mitglieder, was nahezu jeden zweiten Erwachsenen im Deutschen Reich umfasste.
Die NSV präsentierte sich als karitative Wohlfahrtsorganisation und übernahm schrittweise die Aufgaben der traditionellen Wohlfahrtsverbände, insbesondere der kirchlichen Organisationen. Zu ihren Programmen gehörten das Winterhilfswerk (WHW), das Hilfswerk Mutter und Kind, Kindergärten, Kinderverschickung und verschiedene Betreuungsprogramme. Die Organisation war jedoch tief in die nationalsozialistische Ideologie eingebettet und praktizierte eine strikte Rassenideologie bei der Auswahl ihrer Hilfsempfänger.
Das Reichszeugmeisterei-System (RZM) wurde 1929 eingeführt, um die Herstellung und den Vertrieb von NSDAP-Ausrüstung und Abzeichen zu kontrollieren. Die RZM vergab Lizenznummern an genehmigte Hersteller. Die Nummer 78 identifiziert einen spezifischen Hersteller, wobei verschiedene Firmen im Laufe der Zeit diese Nummer führten. Die Kennzeichnung “GES.GESCH.” war eine rechtliche Schutzmarkierung, die Fälschungen verhindern sollte.
Das NSV-Mitgliedsabzeichen selbst zeigte typischerweise ein stilisiertes Design mit dem Hakenkreuz als zentralem Element, oft umgeben von einem Kranz oder anderen nationalsozialistischen Symbolen. Die Abzeichen wurden aus verschiedenen Materialien hergestellt, wobei frühe Versionen oft aus besseren Materialien gefertigt wurden als spätere Kriegsproduktionen. Die lange Nadel ermöglichte das Tragen an der Zivilkleidung und diente als sichtbares Zeichen der Mitgliedschaft und politischen Loyalität.
Die Mitgliedschaft in der NSV war offiziell freiwillig, wurde jedoch zunehmend zu einer sozialen Notwendigkeit. Wer sich weigerte beizutreten, konnte gesellschaftliche Nachteile und berufliche Schwierigkeiten erfahren. Die Organisation finanzierte sich durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und die berühmten Straßensammlungen des Winterhilfswerks, bei denen gegen kleine Spenden Abzeichen und Plaketten verteilt wurden.
Während des Krieges expandierte die Rolle der NSV erheblich. Sie übernahm die Betreuung von Kriegsopfern, organisierte Evakuierungen und betrieb Volksküchen. Die Organisation beschäftigte Zehntausende hauptamtliche Mitarbeiter und Hunderttausende Ehrenamtliche. Gleichzeitig verschärfte sich ihre Rolle als Instrument der nationalsozialistischen Rassenpolitik.
Nach 1945 wurde die NSV von den Alliierten als nationalsozialistische Organisation verboten und aufgelöst. Ihre Vermögenswerte wurden beschlagnahmt. In den Entnazifizierungsverfahren wurde die Mitgliedschaft in der NSV unterschiedlich bewertet, wobei einfache Mitglieder meist weniger stark betroffen waren als Funktionäre.
Heute sind NSV-Abzeichen Sammlerobjekte, die in der militärhistorischen Forschung und Sammlertätigkeit eine Rolle spielen. Sie dokumentieren die umfassende Durchdringung des Alltags im nationalsozialistischen Deutschland durch Parteiorganisationen. Der Zustand 2 deutet auf ein gut erhaltenes Exemplar hin, bei dem möglicherweise leichte Gebrauchsspuren vorhanden sind, das aber keine wesentlichen Beschädigungen aufweist.