III. Reich - " Kämpft gegen die Not - Schützt Mutter und Kind "

3 Porzellanabzeichen, an Nadel, Zustand 2
435397
40,00

III. Reich - " Kämpft gegen die Not - Schützt Mutter und Kind "

Porzellanabzeichen "Kämpft gegen die Not - Schützt Mutter und Kind" aus dem Dritten Reich

Die vorliegenden drei Porzellanabzeichen mit der Aufschrift "Kämpft gegen die Not - Schützt Mutter und Kind" repräsentieren ein bedeutendes Kapitel der nationalsozialistischen Sozialpropaganda zwischen 1933 und 1945. Diese Abzeichen wurden im Rahmen des Winterhilfswerks des Deutschen Volkes (WHW) ausgegeben, einer der größten propagandistischen Spendenorganisationen des NS-Regimes.

Das Winterhilfswerk wurde im September 1933 unter der Schirmherrschaft von Reichspropagandaminister Joseph Goebbels gegründet und sollte offiziell bedürftige Deutsche während der Wintermonate unterstützen. In Wirklichkeit diente es vor allem als Instrument zur Volksgemeinschaftspropaganda und zur finanziellen Stärkung der NSDAP. Die Organisation sammelte jährlich Millionen von Reichsmark durch Straßensammlungen, Betriebssammlungen und den Verkauf von Abzeichen.

Die Herstellung von Porzellanabzeichen für das WHW begann in den mittleren 1930er Jahren und stellte eine besondere Kategorie innerhalb der vielfältigen Abzeichenproduktion dar. Renommierte deutsche Porzellanmanufakturen wie Allach, Meissen, Rosenthal und andere beteiligten sich an der Produktion dieser Sammelobjekte. Die Verwendung von Porzellan verlieh den Abzeichen einen höheren wahrgenommenen Wert und sollte die Spendenbereitschaft erhöhen.

Das Motto "Kämpft gegen die Not - Schützt Mutter und Kind" spiegelt die nationalsozialistische Familien- und Bevölkerungspolitik wider. Die NS-Ideologie propagierte ein traditionelles Frauenbild, in dem die Frau primär als Mutter und Hüterin der Familie dargestellt wurde. Der Schutz von Mutter und Kind war ein zentrales Thema der NS-Propaganda, das eng mit den rassenpolitischen Zielen des Regimes verknüpft war. Programme wie Lebensborn und die Förderung kinderreicher "arischer" Familien waren Teil dieser Politik.

Die technische Ausführung dieser Abzeichen als Nadelabzeichen aus Porzellan erforderte spezialisiertes handwerkliches Können. Die Porzellanelemente wurden gebrannt, bemalt oder mit Aufglasurfarben versehen und anschließend mit einer Metallnadel versehen. Die Qualität der Ausführung variierte je nach Hersteller und Produktionsjahr erheblich. Der angegebene Zustand 2 deutet auf gut erhaltene Exemplare mit minimalen Gebrauchsspuren hin, was bei der fragilen Natur von Porzellan bemerkenswert ist.

Das Tragen dieser Abzeichen war während der NS-Zeit gesellschaftlich stark erwünscht und faktisch obligatorisch. Wer kein WHW-Abzeichen trug, setzte sich dem Verdacht aus, nicht zur Volksgemeinschaft zu gehören oder die nationalsozialistische Idee abzulehnen. Dies führte zu einem erheblichen sozialen Druck, der die Sammlungen außerordentlich erfolgreich machte. Zwischen 1933 und 1945 wurden schätzungsweise 8,7 Milliarden Reichsmark durch das WHW eingenommen.

Die künstlerische Gestaltung der WHW-Abzeichen war vielfältig und reichte von regionalen Trachten über historische Motive bis hin zu ideologischen Darstellungen. Abzeichen mit Mutter-Kind-Motiven gehörten zu den häufigsten Themen und wurden in verschiedenen Serien und Ausführungen produziert. Die Porzellanvarianten waren dabei besonders bei Sammlern begehrt.

Nach 1945 wurden diese Abzeichen zu historischen Dokumenten einer dunklen Epoche deutscher Geschichte. Ihre Sammlung und wissenschaftliche Dokumentation ist heute Teil der Aufarbeitung der NS-Zeit. Während manche dieser Objekte rein dekorativen Charakter hatten, dienten sie doch alle einem propagandistischen Zweck und der Finanzierung des NS-Regimes. Die erhaltenen Exemplare in Museen und Privatsammlungen sind wichtige Zeugnisse der Alltagskultur und Propaganda des Dritten Reiches.

Für Sammler und Historiker bieten diese Porzellanabzeichen Einblicke in die Produktionstechniken, die Ikonographie und die Propagandamethoden der NS-Zeit. Sie dokumentieren, wie das Regime selbst scheinbar harmlose Themen wie Mutter und Kind für seine ideologischen Zwecke instrumentalisierte und die gesamte Gesellschaft in sein Propagandasystem einband.

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