Elastolin - Heer Offizier im Sprung

7,5 cm, Zustand 2/2-.
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15,00

Elastolin - Heer Offizier im Sprung

Die Elastolin-Figur eines Heer-Offiziers im Sprung repräsentiert ein faszinierendes Kapitel deutscher Spielzeuggeschichte und militärischer Darstellung aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Mit einer Höhe von 7,5 Zentimetern gehört diese Figur zu den klassischen Massenfiguren, die von der Firma Hausser in Neustadt bei Coburg hergestellt wurden.

Die Firma O. & M. Hausser wurde 1904 von den Brüdern Otto und Max Hausser gegründet und entwickelte sich zu einem der führenden deutschen Spielzeughersteller. Der Markenname “Elastolin” bezeichnete das patentierte Material, aus dem die Figuren gefertigt wurden: eine Masse aus Kasein, Kreide, Glyzerin, Leim und anderen Zusätzen, die über einen Drahtkern modelliert wurde. Dieses Material war elastischer als traditionelles Zinn und ermöglichte detailliertere, dynamischere Posen bei geringerem Gewicht und niedrigeren Produktionskosten.

Die Darstellung eines Offiziers im Sprung ist besonders bemerkenswert, da sie eine dynamische Bewegung einfängt, die typisch für den Infanteriekampf des Ersten und Zweiten Weltkriegs war. Diese Pose vermittelt den Eindruck eines vorwärtsstürmenden Offiziers, möglicherweise beim Führen seiner Truppen im Angriff oder beim Überwinden eines Hindernisses. Solche Darstellungen waren in den 1930er und frühen 1940er Jahren besonders populär und spiegelten die militärische Ästhetik der Zeit wider.

Die Wehrmacht-Heer-Uniform, die auf solchen Figuren dargestellt wurde, folgte den Vorschriften der Heeresdienstvorschrift (HDv). Offiziere trugen typischerweise feldgraue Uniformen mit charakteristischen Rangabzeichen an Schulterklappen und Kragen. Die Detailgenauigkeit der Elastolin-Figuren war für ihre Zeit bemerkenswert und umfasste oft Ausrüstungsgegenstände wie Koppel, Kartentaschen und Ferngläser.

Die Produktion dieser Militärfiguren erreichte ihren Höhepunkt in den 1930er Jahren, als Hausser umfangreiche Serien verschiedener Truppengattungen herstellte. Die Figuren wurden nicht nur als Spielzeug für Kinder verwendet, sondern auch von Erwachsenen zum Aufbau von Dioramen und zur Darstellung militärischer Szenarien gesammelt. Sie dienten teilweise auch der militärischen Erziehung und Propaganda der nationalsozialistischen Ära.

Der Zustand 2/2- der Figur deutet auf eine sehr gut erhaltene Figur hin, wobei möglicherweise geringfügige Gebrauchsspuren vorhanden sind. Dies ist für Elastolin-Figuren aus dieser Zeit bemerkenswert, da das Material empfindlich auf Feuchtigkeit und mechanische Belastung reagierte. Viele dieser Figuren wurden im Spiel beschädigt oder durch unsachgemäße Lagerung zerstört.

Nach dem Zweiten Weltkrieg stellte die Firma ihre Produktion zunächst auf zivile Figuren um, da die Alliierten die Herstellung von Militärspielzeug in Deutschland verboten hatten. In den 1950er Jahren durfte Hausser wieder Soldatenfiguren produzieren, allerdings mit veränderten Schwerpunkten. Die Qualität und Detailtreue der Vorkriegsfiguren wurde jedoch nie vollständig erreicht.

Heute sind originale Elastolin-Figuren aus der Vorkriegs- und Kriegszeit begehrte Sammlerobjekte. Sie dokumentieren nicht nur die handwerkliche Kunstfertigkeit deutscher Spielzeugmacher, sondern auch die militärhistorische Uniformkunde und die gesellschaftlichen Vorstellungen ihrer Entstehungszeit. Die Firma Hausser stellte die Produktion schließlich 1983 ein, womit eine fast 80-jährige Tradition endete.

Für Militärhistoriker und Sammler bieten diese Figuren wertvolle Einblicke in die Uniformierung, Ausrüstung und taktische Darstellung der deutschen Wehrmacht. Sie ergänzen historische Fotografien und schriftliche Quellen und zeigen, wie militärische Realität in zeitgenössischer Populärkultur interpretiert wurde.

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