Kriegsmarine Afrikakorps Tropenfeldbluse

Sandfarbenes Baumwolltuch, Marineknöpfe sandfarben lackiert, Schulterstücke fehlen. Innen mit Kammerstempel. Maße: Schulterbreite ca. 44 cm, Armlänge-Außen ca. 67 cm, Gesamtlänge ca. 72 cm. Der Brustadler wurde fast komplett entfernt, leicht fleckig, Zustand 2.
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Kriegsmarine Afrikakorps Tropenfeldbluse

Die Kriegsmarine Tropenfeldbluse stellt ein bemerkenswertes Beispiel der speziellen Uniformierung dar, die für deutsche Marineangehörige entwickelt wurde, die in den nordafrikanischen Kampfgebieten während des Zweiten Weltkriegs eingesetzt waren. Obwohl die Kriegsmarine primär für Seekriegsoperationen zuständig war, erforderten bestimmte Einsätze in Nordafrika zwischen 1941 und 1943 die Ausstattung von Marinepersonal mit klimagerechter Tropenbekleidung.

Die Bekleidungsvorschriften der Kriegsmarine sahen ab 1941 verschiedene Tropenuniformen vor, die den extremen klimatischen Bedingungen Nordafrikas Rechnung trugen. Das sandfarbene Baumwolltuch war speziell gewählt, um sowohl Tarnung in der Wüstenumgebung als auch bessere Atmungsaktivität bei hohen Temperaturen zu gewährleisten. Die charakteristische helle Färbung unterschied diese Uniformstücke deutlich von den üblichen feldgrauen oder marineblauen Uniformen, die in europäischen Einsatzgebieten getragen wurden.

Ein besonderes Merkmal dieser Feldbluse sind die sandfarben lackierten Marineknöpfe. Die Kriegsmarine verwendete traditionell goldfarbene oder messingfarbene Knöpfe mit Ankeremblem, doch für den Tropeneinsatz wurden diese speziell sandfarben überlackiert. Diese Maßnahme diente mehreren Zwecken: Sie reduzierte das Reflektieren von Sonnenlicht, was taktisch von Vorteil war, und passte die Uniform optisch an die Wüstenumgebung an. Die Praxis des Überlackierens war eine kostengünstige Lösung im Vergleich zur Herstellung spezieller Tropenknöpfe.

Der Kammerstempel im Inneren der Feldbluse ist ein wichtiger Authentizitätsnachweis. Solche Stempel waren Eigentumskennzeichnungen der verschiedenen Marinedienststellen und Bekleidungskammern. Sie dokumentieren die offizielle Ausgabe und Verwaltung der Uniformstücke innerhalb des militärischen Versorgungssystems. Die genaue Identifikation solcher Stempel ermöglicht oft Rückschlüsse auf die ausgebende Einheit und den ungefähren Ausgabezeitraum.

Das Fehlen der Schulterstücke bei diesem Exemplar ist nicht ungewöhnlich. Schulterstücke wurden häufig abgetrennt, wenn Uniformen ausgemustert oder weitergegeben wurden, da sie Rangabzeichen trugen und somit persönliche Kennzeichnungen darstellten. Bei Marineuniformen zeigten die Schulterstücke durch ihre Farbgebung und Ausführung den Dienstgrad und die Laufbahn des Trägers an.

Besonders bemerkenswert ist, dass der Brustadler fast komplett entfernt wurde. Der Brustadler war das nationale Hoheitszeichen, das auf allen deutschen Wehrmachtsuniformen getragen wurde. Bei der Kriegsmarine wurde der Adler typischerweise auf dem rechten Brustbereich angebracht, im Gegensatz zur Heeresuniform, wo er auf der rechten Brustseite saß. Die Entfernung solcher Insignien erfolgte häufig in der unmittelbaren Nachkriegszeit, als das Tragen von NS-Symbolen verboten wurde und ehemalige Soldaten ihre Uniformstücke für zivile Zwecke umfunktionierten.

Der Einsatz von Kriegsmarinepersonal in Nordafrika war zahlenmäßig begrenzt, aber dennoch bedeutsam. Marineangehörige wurden unter anderem als Verbindungsoffiziere, in Hafenverwaltungen, bei Küstenbatterien und in verschiedenen Unterstützungsfunktionen eingesetzt. Einige Marinekräfte waren auch in den Hafenstädten Nordafrikas wie Tobruk, Bengasi und Tripolis stationiert, wo sie für den Schutz und Betrieb von Hafenanlagen zuständig waren.

Die Maßangaben dieser Feldbluse - Schulterbreite ca. 44 cm, Außenärmlänge ca. 67 cm und Gesamtlänge ca. 72 cm - entsprechen einer mittleren Größe, die etwa einem modernen Größe 48-50 entsprechen würde. Diese Standardisierung war Teil des militärischen Bekleidungssystems, das verschiedene Konfektionsgrößen vorsah.

Die Materialwahl von Baumwolle für Tropenuniformen war Standard bei allen Wehrmachtsteilen. Baumwolle bot bessere Trageeigenschaften bei Hitze als die Wollstoffe der Standarduniformen und war in ausreichenden Mengen verfügbar. Die Beschaffung und Produktion von Tropenuniformen erfolgte über das reguläre Wehrmachtsbeschaffungswesen, wobei verschiedene Zulieferbetriebe eingebunden waren.

Heute sind originale Kriegsmarine-Tropenfeldblusen deutlich seltener als entsprechende Heeresuniformen, da die Kriegsmarine zahlenmäßig wesentlich kleiner war und nur ein Bruchteil des Personals in Nordafrika eingesetzt wurde. Dies macht solche Stücke zu wichtigen historischen Dokumenten für das Verständnis der Uniformierung und des Einsatzes deutscher Marinekräfte außerhalb ihrer primären maritimen Einsatzgebiete während des Zweiten Weltkriegs.

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