III. Reich - farbige Propaganda-Postkarte - " Tag der Deutschen Kunst München 14.-16. Juli 1939 "

Offizielle Festpostkarte, ungelaufen mit schönem Sonderstempel, Zustand 2.
306001
20,00

III. Reich - farbige Propaganda-Postkarte - " Tag der Deutschen Kunst München 14.-16. Juli 1939 "

Historischer Kontext: Tag der Deutschen Kunst München 1939 - Propaganda-Postkarte

Die vorliegende farbige Propaganda-Postkarte dokumentiert den Tag der Deutschen Kunst, der vom 14. bis 16. Juli 1939 in München stattfand. Diese Veranstaltung war Teil der nationalsozialistischen Kulturpolitik und stellte einen wichtigen Bestandteil der ideologischen Selbstdarstellung des Dritten Reiches dar.

Der Tag der Deutschen Kunst - Entstehung und Bedeutung

Der Tag der Deutschen Kunst wurde erstmals 1937 von Adolf Hitler und dem Reichspropagandaminister Joseph Goebbels ins Leben gerufen. Die Veranstaltung fand jährlich in München statt, der selbsternannten “Hauptstadt der Bewegung” und sollte die nationalsozialistische Kunstauffassung propagieren. München war nicht zufällig gewählt: Die Stadt galt als Geburtsort der NSDAP und wurde vom Regime als kulturelles Zentrum inszeniert.

Zeitlich war das Fest mit der Eröffnung der Großen Deutschen Kunstausstellung im Haus der Deutschen Kunst verbunden, das 1937 eröffnet worden war. Diese Ausstellung sollte die “arische” Kunst glorifizieren und stand in direktem Gegensatz zur gleichzeitig präsentierten Ausstellung “Entartete Kunst”, die moderne und avantgardistische Kunstwerke diffamierte.

Die Veranstaltung 1939 - Historischer Kontext

Das Jahr 1939 markierte einen kritischen Wendepunkt in der Geschichte Europas. Die Ausgabe des Tages der Deutschen Kunst im Juli 1939 fand nur wenige Wochen vor dem Beginn des Zweiten Weltkriegs am 1. September 1939 statt. Zu diesem Zeitpunkt hatte das nationalsozialistische Deutschland bereits Österreich (1938) und die Tschechoslowakei annektiert. Die internationale Spannung war auf dem Höhepunkt, während das Regime nach außen noch Normalität und kulturelle Überlegenheit demonstrieren wollte.

Das Fest umfasste mehrere Tage mit Festzügen, Theateraufführungen, Konzerten und anderen kulturellen Veranstaltungen. Tausende von Teilnehmern in historischen und allegorischen Kostümen zogen durch die Straßen Münchens. Die Veranstaltung sollte eine idealisierte Vision deutscher Kultur und Geschichte präsentieren, die der nationalsozialistischen Ideologie entsprach.

Propaganda-Postkarten als Medium

Postkarten waren im Dritten Reich ein wichtiges Propagandainstrument. Sie waren kostengünstig zu produzieren, leicht zu verbreiten und erreichten durch das Postsystem breite Bevölkerungsschichten. Offizielle Festpostkarten wie die vorliegende wurden speziell für Großveranstaltungen des Regimes herausgegeben und dienten mehreren Zwecken:

Erstens dokumentierten sie die Veranstaltung und machten sie für Nichtteilnehmer erfahrbar. Zweitens dienten sie als Sammelobjekte und verlängerten die Propagandawirkung über das Ereignis hinaus. Drittens trugen sie durch ihre Verbreitung im In- und Ausland zur Selbstdarstellung des Regimes bei.

Der erwähnte Sonderstempel auf der Karte ist typisch für solche Veranstaltungen. Die Reichspost gab zu wichtigen nationalsozialistischen Ereignissen spezielle Poststempel heraus, die zusätzlich zur Karte selbst Sammlerwert besaßen und die propagandistische Botschaft verstärkten.

Künstlerische Gestaltung und Ikonographie

Die Gestaltung solcher Propagandapostkarten folgte den ästhetischen Vorgaben der nationalsozialistischen Kunstdoktrin. Typischerweise zeigten sie idealisierte Darstellungen deutscher Architektur, heroische Figuren, germanische Symbole oder Szenen aus der deutschen Geschichte und Mythologie. Die Farbgebung war oft kräftig und sollte Optimismus und Stärke ausstrahlen.

Die künstlerische Produktion im Dritten Reich unterlag der strengen Kontrolle der Reichskulturkammer, die 1933 gegründet wurde. Nur Mitglieder dieser Organisation durften offiziell künstlerisch tätig sein, was eine vollständige Gleichschaltung der kulturellen Produktion ermöglichte.

Sammlerwert und historische Bedeutung

Heute sind solche Propagandapostkarten wichtige historische Dokumente. Sie bieten Einblicke in die Selbstdarstellung des nationalsozialistischen Regimes und seine Versuche, die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Der angegebene “Zustand 2” deutet auf eine gut erhaltene Karte hin, was ihren dokumentarischen Wert erhöht.

Der Status als “ungelaufen” bedeutet, dass die Karte nie postalisch verwendet wurde. Dies ist bei Sammlern oft besonders geschätzt, da die Karte keine Abnutzungsspuren durch den Postversand aufweist. Der vorhandene Sonderstempel erhöht den historischen und sammlerischen Wert zusätzlich.

Schlussbetrachtung

Die Propaganda-Postkarte zum Tag der Deutschen Kunst München 1939 ist mehr als ein bloßes Sammlerstück. Sie repräsentiert die ausgefeilten Propagandamechanismen des Dritten Reiches und dokumentiert eine Veranstaltung, die nur Wochen vor dem verheerendsten Krieg der Menschheitsgeschichte stattfand. Als historisches Artefakt ermöglicht sie uns heute, die Methoden der nationalsozialistischen Kulturpolitik und Massenbeeinflussung besser zu verstehen.