Deutsche Nationalsozialisten in Dänemark N.S.D.A.P.N. - ( Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei Nordschleswigs ) - Parteitag 1939
Das Abzeichen des Parteitags 1939 der NSDAPN (Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei Nordschleswigs) stellt ein seltenes Zeugnis der politischen Organisation der deutschen Minderheit in Dänemark während der Zwischenkriegszeit dar. Diese hohlgeprägte, getönte Ausführung mit rückseitiger Quernadel wurde den Teilnehmern des Parteitags von 1939 verliehen und dokumentiert die Aktivitäten der nationalsozialistischen Bewegung im dänischen Nordschleswig.
Nach dem Ersten Weltkrieg und der Volksabstimmung von 1920 wurde Nordschleswig gemäß den Bestimmungen des Versailler Vertrags an Dänemark abgetreten. Etwa 30.000 bis 40.000 Deutschstämmige verblieben in diesem Gebiet und bildeten eine bedeutende Minderheit. Während der 1920er Jahre organisierten sich diese Deutschen in verschiedenen kulturellen und politischen Vereinigungen, um ihre Identität und Interessen zu wahren.
Die NSDAPN wurde in den frühen 1930er Jahren gegründet und orientierte sich ideologisch an der NSDAP im Deutschen Reich. Die Partei gewann insbesondere nach 1933, mit der Machtübernahme Adolf Hitlers, an Bedeutung innerhalb der deutschen Minderheit in Nordschleswig. Sie konkurrierte mit anderen deutschstämmigen Organisationen, darunter gemäßigtere Gruppierungen, um die politische Führung der Minderheit.
Der Parteitag von 1939, für den dieses Abzeichen ausgegeben wurde, fand in einer Zeit zunehmender internationaler Spannungen statt. Im September 1939 begann mit dem deutschen Überfall auf Polen der Zweite Weltkrieg. Die NSDAPN repräsentierte zu diesem Zeitpunkt die radikalen Elemente innerhalb der deutschen Minderheit, während die dänische Regierung bemüht war, ein gutes Verhältnis zu Deutschland aufrechtzuerhalten und gleichzeitig ihre Neutralität zu bewahren.
Die Herstellung solcher Parteitagsabzeichen folgte den üblichen Praktiken nationalsozialistischer Organisationen. Sie dienten als Kennzeichen der Teilnahme, als Sammelobjekte und als Mittel zur Identifikation und Gruppenbildung. Die hohlgeprägte Technik war kostengünstig in der Herstellung und ermöglichte dennoch eine ansprechende Gestaltung. Die Tönung verlieh dem Abzeichen zusätzliche optische Tiefe.
Nach der deutschen Besetzung Dänemarks im April 1940 änderte sich die Situation der deutschen Minderheit grundlegend. Die NSDAPN verlor an Bedeutung, da die deutschen Besatzungsbehörden direkt mit der dänischen Regierung verhandelten. Viele Mitglieder der deutschen Minderheit wurden später in die Wehrmacht oder Waffen-SS eingezogen.
Die Seltenheit dieses Abzeichens erklärt sich aus mehreren Faktoren: Die NSDAPN war eine zahlenmäßig kleine Organisation, der Parteitag 1939 fand kurz vor Kriegsausbruch statt, und viele solcher Objekte wurden nach 1945 vernichtet. Erhaltene Exemplare sind heute wichtige historische Dokumente für die Erforschung der deutschen Minderheiten in Europa und der Ausbreitung der nationalsozialistischen Ideologie über die Reichsgrenzen hinaus.
Das Abzeichen befindet sich in leicht getragenem Zustand (Zustand 2+), was darauf hindeutet, dass es tatsächlich bei der Veranstaltung getragen wurde. Solche authentischen Gebrauchsspuren erhöhen den historischen Wert als Primärquelle für die Erforschung dieser Epoche.