Erinnerungsabzeichen in Silber der Einsatzstaffel der DM in Kroatien

um 1943. Steckabzeichen aus Buntmetall hohlgeprägt und versilbert, rückseitig an 2 waagerechten Trageklammern, eine ist abgebrochen. Getragen in gutem Zustand.

Das Erinnerungsabzeichens der Einsatzstaffel in Silber wurde an alle alle Angehörigen der ES verliehen, die an der Gründung der ES beteiligt waren und am ersten Ausbildungslehrgang vom 28. September bis zum 4. November 1941 in Zagreb teilgenommen hatten oder Angehörige, die einen ununterbrochenen 18-monatigen Dienst in der ES versehen hatten, oder ES-Angehörige, die im Krieg verwundet wurden.


Die Einsatzstaffel der Deutschen Mannschaft war eine paramilitärische nationalsozialistische Miliz im Unabhängigen Staat Kroatien während des Zweiten Weltkrieges. Für Personalfragen und politische Erziehung war formell der deutsche „Volksgruppenführer“ Branimir Altgayer zuständig, faktisch aber kommandierte der spätere Hauptsturmführer der Waffen-SS Jakob Lichtenberger die Mannschaft. In der DM sollten „erbgesunde, rassisch und weltanschaulich einwandfreie Männer über 21 (in Ausnahmefällen über 18) Jahre zwecks mannschaftlicher Erziehung und körperlicher Ertüchtigung“ zusammengefasst werden. Die Einsatzstaffel der Deutschen Mannschaft wurde vom kroatischen Staatsführer Ante Pavelić durch das „Gesetzesdekret über die Errichtung einer Miliz der Deutschen Volksgruppe im Rahmen der Kroatischen Ustascha-Miliz im Unabhängigen Staate Kroatien“ vom 31. Juli 1941 gebildet.  Der Einsatz der ES erfolgte im Rahmen der Ustascha-Milizen, wobei die Hauptaufgabe der Schutz der von Deutschen bewohnten Ortschaften war. Zunächst war die Stärke der ES auf ein Bataillon begrenzt, doch aufgrund der wachsenden Bedrohung durch Partisanen wurden bald zusätzliche Einheiten gebildet. Bis zum 1. Juni 1942 erreichte die ES eine Stärke von 1.500 Mann, während zwei Reserve-Bataillone weitere 1.200 Mann umfassten. Entsprechend der Vereinbarung zwischen der kroatischen Regierung und der deutschen Besatzungsmacht vom 16. September 1941 sollten die Volksdeutschen in eigenen Verbänden innerhalb der kroatischen Armee dienen. 10 Prozent der Wehrpflichtigen eines Jahrganges sollten jedoch in der Waffen-SS, dienen. Ab Juni 1942 sollten die deutschen Wehrpflichtigen zwischen 17 und 30 Jahren auf Beschluss Heinrich Himmlers in der 7. SS-Freiwilligen-Gebirgs-Division „Prinz Eugen“ Dienst tun. Bis Ende April 1943 wurde die ES aufgelöst und die Mannschaften in Einheiten der Waffen-SS und der Polizei überführt.
Soldaten der Einsatzstaffel trugen ab 1941 anfänglich Uniformen der Kroatischen Heimwehr (Hrvatsko Domobranstvo), ab Anfang 1942 dann Uniformen im Stil der Waffen-SS. Auf dem rechten schwarzen Kragenspiegel trugen sie zwei einfache, senkrecht stehende weiße / silberne Wolfsangeln, auf dem linken schwarzen Kragenspiegel die den linken Kragenspiegeln der Waffen-SS nachempfundenen weißen / silbernen Dienstgradabzeichen mit sechszackigen Sternen (die aus der k.u.k.- und kroatischen Tradition übernommen wurden).



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Erinnerungsabzeichen in Silber der Einsatzstaffel der DM in Kroatien

Das Erinnerungsabzeichen in Silber der Einsatzstaffel der Deutschen Mannschaft in Kroatien stellt ein seltenes Zeugnis der Geschichte der Volksdeutschen im Unabhängigen Staat Kroatien während des Zweiten Weltkrieges dar. Dieses Abzeichen wurde um 1943 an ausgewählte Angehörige der paramilitärischen Formation verliehen und dokumentiert die komplexe Geschichte der deutschen Minderheit auf dem Balkan während der Kriegsjahre.

Die Einsatzstaffel (ES) der Deutschen Mannschaft wurde durch das Gesetzesdekret vom 31. Juli 1941 des kroatischen Staatschefs Ante Pavelić ins Leben gerufen. Dieses Dekret ermöglichte die Errichtung einer Miliz der deutschen Volksgruppe im Rahmen der kroatischen Ustascha-Miliz. Die Formation entstand in einer Zeit, in der der neu gegründete Unabhängige Staat Kroatien unter der Ustascha-Regierung verschiedene ethnische Gruppen in sein Militärsystem einzubinden versuchte.

Die Führung der Deutschen Mannschaft oblag formell dem Volksgruppenführer Branimir Altgayer, während die tatsächliche militärische Leitung bei Jakob Lichtenberger lag, der später den Rang eines Hauptsturmführers der Waffen-SS erreichen sollte. Die Organisation sollte “erbgesunde, rassisch und weltanschaulich einwandfreie Männer über 21 (in Ausnahmefällen über 18) Jahre zwecks mannschaftlicher Erziehung und körperlicher Ertüchtigung” zusammenfassen, was die ideologische Ausrichtung der Formation deutlich macht.

Das silberne Erinnerungsabzeichen wurde unter strengen Kriterien verliehen. Berechtigt waren Angehörige, die an der Gründung der ES beteiligt waren und am ersten Ausbildungslehrgang vom 28. September bis 4. November 1941 in Zagreb teilgenommen hatten. Alternativ konnten ES-Mitglieder das Abzeichen nach einem ununterbrochenen 18-monatigen Dienst erhalten, oder es wurde an im Krieg verwundete Angehörige verliehen. Diese Verleihungskriterien spiegeln sowohl die Anerkennung der Gründungsmitglieder als auch die Würdigung von Dienstdauer und Opferbereitschaft wider.

Die Hauptaufgabe der Einsatzstaffel bestand im Schutz der von Deutschen bewohnten Ortschaften in Kroatien. Zunächst war die Stärke auf ein Bataillon begrenzt, doch die wachsende Bedrohung durch Partisanenverbände machte eine Aufstockung notwendig. Bis zum 1. Juni 1942 wuchs die ES auf eine Stärke von 1.500 Mann an, während zwei Reserve-Bataillone weitere 1.200 Mann umfassten. Dies verdeutlicht die zunehmende Intensität der Partisanenkriegsführung auf dem Balkan.

Eine bedeutende Vereinbarung zwischen der kroatischen Regierung und der deutschen Besatzungsmacht vom 16. September 1941 regelte den Dienst der Volksdeutschen. Während diese in eigenen Verbänden innerhalb der kroatischen Armee dienen sollten, war vorgesehen, dass 10 Prozent der Wehrpflichtigen eines Jahrgangs in der Waffen-SS Dienst tun sollten. Diese Regelung war Teil der umfassenderen deutschen Politik zur militärischen Nutzung der Volksdeutschen in den besetzten Gebieten.

Ab Juni 1942 ordnete Heinrich Himmler an, dass deutsche Wehrpflichtige zwischen 17 und 30 Jahren in der 7. SS-Freiwilligen-Gebirgs-Division “Prinz Eugen” Dienst leisten sollten. Diese Division wurde speziell zur Partisanenbekämpfung auf dem Balkan aufgestellt und rekrutierte hauptsächlich Volksdeutsche aus der Region. Bis Ende April 1943 wurde die Einsatzstaffel schließlich aufgelöst, und ihre Angehörigen wurden in Einheiten der Waffen-SS und der Polizei überführt. Damit endete die kurze, aber intensive Geschichte dieser Formation nach weniger als zwei Jahren aktiven Bestehens.

Die Uniform der Einsatzstaffel durchlief eine markante Entwicklung. Anfänglich trugen die Soldaten ab 1941 Uniformen der Kroatischen Heimwehr (Hrvatsko Domobranstvo). Ab Anfang 1942 wechselten sie zu Uniformen im Stil der Waffen-SS, was die zunehmende Integration in die deutschen Militärstrukturen widerspiegelte. Besonders charakteristisch waren die Kragenspiegel: Auf dem rechten schwarzen Kragenspiegel trugen sie zwei einfache, senkrecht stehende weiße oder silberne Wolfsangeln, während der linke schwarze Kragenspiegel die Dienstgradabzeichen trug, die den Vorbildern der Waffen-SS nachempfunden waren, jedoch mit sechszackigen Sternen versehen waren, die aus der k.u.k.- und kroatischen militärischen Tradition übernommen wurden.

Das Abzeichen selbst wurde als Steckabzeichen aus Buntmetall hohlgeprägt und versilbert hergestellt. Die handwerkliche Ausführung entsprach den Standards militärischer Auszeichnungen der Zeit, wobei die Silberauflage die Wertigkeit dieser Auszeichnung unterstreicht. Die rückseitige Befestigung erfolgte mittels zweier waagerechter Trageklammern, was für Abzeichen dieser Art typisch war.

Heute sind diese Erinnerungsabzeichen seltene historische Objekte, die die Geschichte der Volksdeutschen in Südosteuropa während des Zweiten Weltkrieges dokumentieren. Sie zeugen von einer komplexen Periode, in der ethnische Minderheiten in die Kriegsmaschinerie des Dritten Reiches und seiner Verbündeten eingebunden wurden. Als historische Quellen bieten solche Abzeichen Einblicke in die militärische Organisation, Hierarchien und das Belohnungssystem paramilitärischer Formationen dieser Zeit.