Königreich Hannover Helm M 1817 für Offiziere im Leib-Kürassier-Regiment
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Dieser prächtige Offiziershelm aus geschwärztem Eisenblech repräsentiert eine faszinierende Epoche der europäischen Geschichte, in der das Königreich Hannover und Großbritannien in Personalunion vereint waren. Der Helm wurde um 1830 während der Regentschaft von König Wilhelm IV. gefertigt, der von 1830 bis 1837 sowohl Großbritannien als auch Hannover regierte. Diese Periode markierte einen bedeutenden Wandel in der hannoverschen Militäruniform, als Wilhelm IV. im Jahr 1832 seiner hannoverschen Armee Uniformen nach britischem Vorbild verlieh.
Die hannoversche Armee war 1813 nach dem Ende der napoleonischen Besatzung wiedererrichtet worden. Viele exilierte Hannoveraner hatten während der französischen Herrschaft von 1803 bis 1816 in der King's German Legion im britischen Dienst gedient. Diese enge Verbindung zwischen den britischen und hannoverschen Streitkräften spiegelt sich deutlich in der Gestaltung dieses Helms wider, der nach englischem Vorbild gefertigt wurde.
Das Herzstück des Helms bildet das große mehrstrahlige Emblem mit dem englischen Wappen, das die Krone, den Löwen und das Einhorn zeigt. Die Wahlsprüche “Honi soit qui mal y pense” (Ein Schelm, wer Böses dabei denkt) und “Dieu et mon droit” (Gott und mein Recht) unterstreichen die enge Verbindung zur britischen Krone. Diese heraldischen Elemente verdeutlichen die dynastische Verbindung zwischen den beiden Königreichen, die seit 1714 bestand.
Besonders bemerkenswert sind die Ehrenbanner, die auf dem Helm angebracht sind: “Peninsula”, “Garzia”, “Hernandes” und “Waterloo”. Diese Banner würdigen den tapferen Dienst hannoverscher Truppen, insbesondere der King's German Legion, während der Napoleonischen Kriege. Die Peninsular-Kampagne (1808-1814) bezeichnete den langwierigen Feldzug auf der iberischen Halbinsel, während García Hernández auf die Schlacht von 1812 verweist. Die Erwähnung von Waterloo (1815) ehrt die Teilnahme hannoverscher Einheiten an dieser entscheidenden Schlacht, die Napoleons endgültige Niederlage besiegelte.
Der Helm wurde für Offiziere des Leib-Kürassier-Regiments getragen, der Elite-Schwerkavallerie-Einheit des Königreichs Hannover. Die aufwendige Konstruktion mit dem hohen Messingkamm, der mit einer prächtigen Bärenfellraupe gekrönt wird, sowie die breiten, gefiederten Schuppenketten mit Eichenlaubverzierungen an großen Löwenkopf-Rosetten zeigen den hohen Status dieser Offiziere. Die floralen Verzierungen auf der Kalotte und der mit geschwärztem Leder gefütterte Vorderschirm zeugen von der handwerklichen Qualität dieser Periode.
Die britischen Uniformen, die Wilhelm IV. 1832 einführte, unterschieden sich von den britischen Originalen durch Verzierungen, Waffen und Kokarden in den hannoverschen Farben Gelb-Weiß-Schwarz. Diese Uniformreform symbolisierte die enge Bindung zwischen den beiden Reichen, sollte aber nur wenige Jahre Bestand haben.
Das Ende dieser Ära kam 1837 mit dem Tod Wilhelms IV. Die Personalunion, die seit 1714 bestanden hatte, endete abrupt, als Victoria Königin von Großbritannien wurde, aber aufgrund des salischen Gesetzes Hannover nicht erben konnte. Wilhelms Bruder Ernst August I. wurde König von Hannover und führte ab 1837 Uniformen nach preußischem Vorbild für Armee und Kavallerie ein, obwohl seine Garde du Corps die Pickelhaube behielt. Britische Uniformen und Ausrüstungsgegenstände wie dieser Helmtyp wurden während der späten 1830er und 1840er Jahre ausgemustert. Das Königreich Hannover selbst endete 1866, als es nach dem Österreichisch-Preußischen Krieg von Preußen annektiert wurde, womit die hannoversche militärische Unabhängigkeit ihr Ende fand.