Wehrmacht : großer Nachlass des Ritterkreuz- und Blutorden Trägers Generalmajor Julius von Bernuth

Nach dem Tode von Generalmajor von Bernuth hat die Familie einen besonderen Ordenskasten mit den wichtigsten Auszeichnungen anfertigen lassen. Hierfür wurden alle Auszeichnungen noch einmal von den Ordensfirmen geordert und befinden sich in fabrikneuem Zustand. Großes schwarz beledertes Verleihungsetui, umlaufend mit Goldrand, Maße 25 x 29 cm. Innen mit cremefarbenem Samt ausgeschlagen. Im Deckel mit silberner Platte und Gravur "Julius von Bernuth 12.7.1942 Gefallen al Generalmajor u. Chef des Generalstabes der 4. Panzer-Armee". Die 6 einliegenden Auszeichnungen liegen in entsprechenden Aussparungen im Samtbett: Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes 1939, Fertigung der Fa. C.E. Juncker, Berlin. Besonders wuchtiger matt geschwärzter Eisenkern mit Silberzarge. Die Zarge "frostig" versilbert mit aufpolierten Kanten. Rückseitig gestempelt "L/12" und 800", der Bandring "800" gestempelt, komplett am kurzen Bandabschnitt. Ehrenzeichen vom 9. November 1923, sogenannter "Blutorden". Silberne Medaille, die Originaltönung zu 100 % erhalten, rückseitig mit Verleihungsnummer "1493" über Silberstempel "800". Komplett mit dem original Band. Eisernes Kreuz 1914 1. Klasse. Luxusfertigung in der 1939er Form. Matt geschwärzter Eisenkern mit Silberzarge. Die Zarge "frostig" versilbert mit aufpolierten Kanten. Rückseitig gestempelt "800". Wiederholungsspange 1939 für das Eiserne Kreuz 1. Klasse 1914, Luxusfertigung der Fa. Deumer Lüdenscheid. Buntmetall "frostig" versilbert mit aufpolierten Kanten und Hakenkreuz. Eisernes Kreuz 1914 2. Klase in Luxusausführung mit aufgelegter Wiederholungsspange "1939". Glänzend geschwärzter Eisenkern mit Silberzarge. Die Zarge "frostig" versilbert mit aufpolierten Kanten. Rückseitig auf dem Rand gestempelt "800". Wiederholungsspange 1939 für das Eiserne Kreuz 2. Klasse 1914, Luxusfertigung Buntmetall "frostig" versilbert mit aufpolierten Kanten und Hakenkreuz. Über den Orden liegt zum Schutz ein cremefarbenes Samtkissen. Das Etui vorn mit 2 Verschlüssen. Das Etui sowie die Auszeichnungen in absolut neuwertigem Zustand - "in mint condition". 
Dazu ein weiteres Ehrenzeichen vom 9. November 1923, sogenannter "Blutorden". Silberne Medaille, die Originaltönung zu 100 % erhalten, rückseitig mit Verleihungsnummer "1493" über Silberstempel "800". Komplett am langen original Band. Ungetragen, Zustand 2++. Dazu die Brusttasche von Bernuth´s Feldbluse mit dem eingenähten Band zum Blutorden - von der Uniform des Gefallenen abgeschnitten. Persönliche Erkennungsmarke "Gen. Kdo XXVI AK 75", Aluminium, mit der original Halstragekordel, vom Gefallenen abgenommen. Ein Paar Schulterstücke als Oberst im Generalstab, getragen. 
Wehrpaß, ausgestellt 18. März 1938 von der Kriegsakademie, schönes Uniformfoto als Major, die Erkennungsmarke passend eingetragen, randvoll mit allen Eintragungen, Beförderungen, Auszeichnungen und Feldzügen von 1914 bis zum 12.7.1942 - gefallen. Zustand 2+. Zeitungsausschnitt "Heldentod des Generalmajors von Bernuth". 21 original Fotos aus dem Frankreichfeldzug 1940 sowie 11 Fotos aus dem Rußlandfeldzug, alle rückseitig von Bernuth fein beschriftet. Dazu noch ein sehr schönes großes Reprofoto als Generalmajor mit Ritterkreuz (die Taschenklappe mit dem Blutordensband ist auf dem Foto deutlich zu erkennen).
Eine ganz fantastische Gruppe eines tapferen Generals. Nicht nur der Ordenskasten ist einfach sensationell und einmalig, sondern auch die Tatsache, dass Bernuth 2 Blutorden besessen hat. Uns ist kein weiterer Nachlass mit 2 Blutorden bekannt. 


Julius Hans Camillo Friedrich Leo Ludwig von Bernuth (* 12. August 1897 in Metz; † 12. Juli 1942 bei Ssochkranaja).
Julius war der Sohn des gleichnamigen preußischen Generalmajors Julius von Bernuth. Bernuth besuchte zunächst die Kadettenanstalt Karlsruhe, dann die Preußische Hauptkadettenanstalt und trat nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs am 10. August 1914 als Fahnenjunker in das Leibgarde-Infanterie-Regiment (1. Großherzoglich Hessisches) Nr. 115 e ein. Teilnahme an der Schlacht an der Marne, in dessen Verlauf er am 10. September 1914 verwundet wurde. Bei Kriegsende war er Leutnant und Bataillonsadjutant im Infanterie-Regiment Nr. 365. Er hatte neben beiden Klassen des Eisernen Kreuzes, die Hessische Tapferkeitsmedaille sowie das Verwundetenabzeichen in Schwarz erhalten.
Bernuth kehrte am 13. Dezember 1918 erneut zu seinem Stammregiment zurück. Nach der Demobilisierung bildeten sich aus den Resten des Regiments das Freikorps 115, dem Bernuth bis zu seiner Übernahme in die Reichswehr am 1. Oktober 1919 angehörte. Hier wurde er zunächst im Reichswehr-Schützen-Regiment 35 verwendet. Ab dem 1. Juni 1920 diente er dann beim Reichswehr-Infanterie-Regiment 22. Mit Beginn des Jahres 1921 gehörte er der 16. Kompanie des 15. Infanterie-Regiments an. Für seine Teilnahme am Marsch auf die Feldherrnhalle am 9. November 1923 in München wurde er später mit dem Blutorden ausgezeichnet.
Ab dem 7. März 1932 war von Bernuth als Hauptmann im Reichswehrministerium beschäftigt. Am 1. Oktober 1934 zum Kompaniechef im Infanterieregiment München ernannt. Am 15. Oktober 1935 wurde er Chef der 2. Kompanie im Gebirgsjägerregiment 100 und als solcher am 1. Januar 1936 zum Major befördert. Am 7. März 1936 wechselte er als Erster Generalstabsoffizier (Ia) in den Stab der 17. Infanterie-Division. Ab dem 1. August 1937 arbeitete er als Taktiklehrer an der Kriegsakademie und wurde am 1. Januar 1939 Oberstleutnant im Generalstab. Beim Polenfeldzug 1939 war von Bernuth Ia und O 1 der Panzer-Division Kempf. Anschließend wurde er Ia beim XXVI. Armeekorps. Am 15. März 1940 wurde er Chef des Stabes des XV. Armeekorps (mot.). In Abwesenheit des Kommandierenden Generals General der Infanterie Hermann Hoth vereitelte er am 22. Mai 1940 den französischen Versuch, über Cambrai und Arras in Richtung Bapaume durchzubrechen, wofür er am 5. August 1940 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes erhielt. Nach dem Ende des Westfeldzuges wurde von Bernuth am 26. Oktober 1940 zum Chef der 4. (Ausbildungs-)Abteilung im Generalstab des Heeres ernannt und war von Juni 1941 an Verbindungsoffizier des OKH zur Heeresgruppe Süd, wo er am 1. Dezember 1940 zum Oberst i. G. befördert wurde. Am 10. Januar 1942 wurde von Bernuth Chef des Stabes der 4. Armee und dort am 1. April 1942 zum Generalmajor befördert. Am 28. April 1942 wurde er Chef des Generalstabes der 4. Panzerarmee unter Generaloberst Hermann Hoth. Am 12. Juli 1942 startete er mit einem Fieseler Storch vom Armee-Hauptquartier zu einem Flug zum XXXX. Armee-Korps, von dem er nicht zurückkehrte. Suchtrupps fanden am 14. Juli bei Ssochkranaja den abgestürzten Fieseler Storch mit von Bernuths Leichnam . Von Bernuth wurde am 16. Juli 1942 auf dem Friedhof Frolowskij in der Nähe Stalingrads beigesetzt.
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Wehrmacht : großer Nachlass des Ritterkreuz- und Blutorden Trägers Generalmajor Julius von Bernuth

Der vorliegende Nachlass des Generalmajors Julius von Bernuth repräsentiert eine außergewöhnliche Sammlung militärischer Auszeichnungen und persönlicher Dokumente aus der Zeit des Ersten und Zweiten Weltkriegs. Nach dem Tod von Bernuths im Juli 1942 ließ die Familie einen besonderen Ordenskasten anfertigen, für den sämtliche Auszeichnungen bei den Ordensfirmen neu bestellt wurden, weshalb sie sich in fabrikneuem Zustand befinden. Der schwarz belederte Verleihungskasten mit Goldrand und cremefarbenem Samtbett enthält sechs bedeutende Auszeichnungen sowie umfangreiche Dokumente und persönliche Gegenstände des gefallenen Generals.

Das Ritterkreuz des Eisenen Kreuzes wurde am 1. September 1939 von Adolf Hitler als höchste reguläre Kampfauszeichnung der Wehrmacht des Dritten Reiches erneuert und ersetzte mehrere ältere Verdienstorden des Deutschen Kaiserreichs. Es basierte auf der preußischen Tradition des Eisernen Kreuzes aus den Befreiungskriegen von 1813 und stand nur dem Großkreuz nach, das einmalig an Göring verliehen wurde. Das Ritterkreuz war Teil der nationalsozialistischen Ideologie „Ein Volk, ein Reich, ein Führer“ und wurde über alle Dienstgrade hinweg verliehen. Julius von Bernuth erhielt diese Auszeichnung am 5. August 1940 als Oberstleutnant im Generalstab und Chef des Stabes des XV. Armeekorps (mot.) für seine Handlungen am 22. Mai 1940, als er in Abwesenheit des kommandierenden Generals den französischen Durchbruchsversuch über Cambrai und Arras in Richtung Bapaume vereitelte. Die im Nachlass befindliche Fertigung stammt von der Firma C.E. Juncker, Berlin, erkennbar an der rückseitigen Stempelung „L/12“ und „800“. Während des Zweiten Weltkriegs wurden insgesamt etwa 7.300 Ritterkreuze verliehen, die Analyse der deutschen Bundesarchive ergab 7.161 offiziell bestätigte Empfänger.

Besonders bemerkenswert ist das Vorhandensein von zwei Exemplaren des Ehrenzeichens vom 9. November 1923, auch Blutorden genannt. Diese Auszeichnung wurde im März 1934 von Adolf Hitler zum Gedenken an den gescheiterten Putschversuch vom 8. bis 9. November 1923 in München gestiftet, bei dem Hitler und etwa 2.000 Anhänger versuchten, die bayerische Regierung zu stürzen und auf Berlin zu marschieren. Der Putsch endete an der Feldherrnhalle mit Polizeifeuer, das 16 Putschisten und 4 Polizisten tötete. Hitler wurde verhaftet, zu fünf Jahren Festungshaft verurteilt, verbüßte neun Monate und schrieb „Mein Kampf“. Die Auszeichnung wurde zum 10. Jahrestag 1933/1934 eingeführt, um die „Märtyrer“ und frühen Parteigläubigen zu ehren. Nach einem Dekret von 1936 rangierte sie als fünfte unter den höchsten NSDAP-Auszeichnungen. Beide im Nachlass befindlichen Exemplare tragen die identische Verleihungsnummer „1493“ über dem Silberstempel „800“. Insgesamt wurden weniger als 6.000 Blutorden verliehen, möglicherweise nur 3.800 bis 4.000. Von Bernuth erhielt die Auszeichnung am 10. Dezember 1935 für seine Teilnahme am Putsch von 1923.

Der Nachlass enthält ferner das Eiserne Kreuz 1914 in beiden Klassen sowie die entsprechenden Wiederholungsspangen 1939. Das Eiserne Kreuz wurde ursprünglich 1813 gestiftet und für den Ersten Weltkrieg am 5. August 1914 von Kaiser Wilhelm II. erneuert. Zwischen 1914 und 1918 wurden etwa fünf Millionen Eiserne Kreuze 2. Klasse verliehen. Von Bernuth hatte beide Klassen während des Ersten Weltkriegs erhalten. Die Wiederholungsspangen 1939 wurden am 1. September 1939 von Adolf Hitler für Träger des Eisernen Kreuzes von 1914 gestiftet, die sich erneut im Zweiten Weltkrieg auszeichneten. Die im Nachlass befindlichen Exemplare sind Luxusfertigungen mit mattgeschwärztem Eisenkern und frostig versilberter Zarge mit aufpolierten Kanten.

Julius Hans Camillo Friedrich Leo Ludwig von Bernuth wurde am 12. August 1897 in Metz als Sohn des gleichnamigen preußischen Generalmajors geboren. Er besuchte die Kadettenanstalt Karlsruhe und die Preußische Hauptkadettenanstalt und trat nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs am 10. August 1914 als Fahnenjunker in das Leibgarde-Infanterie-Regiment Nr. 115 ein. Er nahm an der Schlacht an der Marne teil und wurde am 10. September 1914 verwundet. Bei Kriegsende war er Leutnant und Bataillonsadjutant im Infanterie-Regiment Nr. 365. Nach der Demobilisierung gehörte er dem Freikorps 115 an, bevor er am 1. Oktober 1919 in die Reichswehr übernommen wurde. Er nahm am 9. November 1923 am Marsch auf die Feldherrnhalle teil. Im Zweiten Weltkrieg war von Bernuth Chef des Stabes des XV. Armeekorps (mot.) während des Frankreichfeldzugs 1940 und wurde am 1. April 1942 zum Generalmajor befördert. Am 28. April 1942 wurde er Chef des Generalstabes der 4. Panzerarmee unter Generaloberst Hermann Hoth. Am 12. Juli 1942 startete er mit einem Fieseler Storch vom Armee-Hauptquartier zu einem Flug zum XXXX. Armee-Korps. Suchtrupps fanden am 14. Juli den abgestürzten Fieseler Storch mit von Bernuths Leichnam. Er wurde am 16. Juli 1942 auf dem Friedhof Frolowskij in der Nähe Stalingrads beigesetzt.

Der Nachlass umfasst ferner den am 18. März 1938 von der Kriegsakademie ausgestellten Wehrpass mit einem Uniformfoto als Major und vollständigen Eintragungen aller Beförderungen, Auszeichnungen und Feldzüge von 1914 bis zum 12. Juli 1942. Hinzu kommen 21 Originalfotos vom Frankreichfeldzug 1940 und 11 Fotos vom Russlandfeldzug, alle rückseitig von Bernuth handschriftlich beschriftet, sowie eine persönliche Erkennungsmarke aus Aluminium mit der Aufschrift „Gen. Kdo XXVI AK 75“ mit originaler Halstragekordel. Ein Paar getragene Schulterstücke als Oberst im Generalstab und die vom Gefallenen abgeschnittene Brusttasche der Feldbluse mit dem eingenähten Band zum Blutorden vervollständigen diese außergewöhnliche Sammlung.

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