Polizei Ärmeladler für Mannschaften Polizei-Felddivision

Bevo-gewebte Ausführung auf Feldgrau, auf feldgrauer Tuchunterlage, um 1942/43. Ungetragen, Zustand 2.
443713
€ 150,00

Polizei Ärmeladler für Mannschaften Polizei-Felddivision

Der Polizei-Ärmeladler für Mannschaften der Polizei-Felddivision stellt ein bedeutendes Ausrüstungsstück der deutschen Ordnungspolizei während des Zweiten Weltkrieges dar. Dieses Abzeichen wurde von Angehörigen der Polizei-Felddivisionen getragen, die eine einzigartige Position zwischen militärischen und polizeilichen Strukturen einnahmen.

Die Polizei-Felddivisionen wurden ab 1939 aus Angehörigen der Ordnungspolizei aufgestellt und dem militärischen Oberkommando unterstellt. Die erste dieser Divisionen, die Polizei-Division, wurde im Oktober 1939 formiert und nahm an verschiedenen Feldzügen teil, darunter der Westfeldzug 1940 und der Überfall auf die Sowjetunion ab Juni 1941. Im Verlauf des Krieges wurden insgesamt vier nummerierte Polizei-Divisionen sowie mehrere SS-Polizei-Divisionen aufgestellt.

Das hier beschriebene Exemplar ist in Bevo-Webtechnik hergestellt, einem speziellen Webverfahren, das von der Firma Bandfabrik Ewald Vorsteher aus Wuppertal-Barmen entwickelt wurde. Diese Technik ermöglichte die Herstellung detaillierter, gewebter Abzeichen, die sich durch ihre Haltbarkeit und Qualität auszeichneten. Bevo-Abzeichen wurden während des gesamten Krieges für verschiedene Waffengattungen und Organisationen produziert.

Die Ausführung auf feldgrauem Untergrund entspricht der Uniformfarbe der Wehrmacht und der militarisierten Polizeieinheiten. Der feldgraue Hintergrund auf feldgrauer Tuchunterlage deutet auf die Verwendung auf der Feldbluse hin. Der Adler wurde am linken Oberärmel getragen und kennzeichnete den Träger als Angehörigen einer Polizei-Felddivision.

Die Datierung um 1942/43 fällt in eine Phase intensiver Kämpfe an der Ostfront. In dieser Zeit erlitten die Polizei-Divisionen erhebliche Verluste und wurden mehrfach umgegliedert und aufgefrischt. Die 1. Polizei-Division kämpfte in dieser Periode im Bereich der Heeresgruppe Nord, während andere Polizei-Formationen an verschiedenen Frontabschnitten eingesetzt waren.

Das Abzeichen war für Mannschaften bestimmt, also für Soldaten ohne Unteroffiziersrang. Dies unterschied es von Abzeichen für Unteroffiziere und Offiziere, die teilweise unterschiedliche Ausführungen trugen. Die rangniedrigsten Angehörigen bildeten das Rückgrat dieser Divisionen und waren hauptsächlich mit Infanterieaufgaben betraut.

Die Tatsache, dass dieses Exemplar ungetragen ist, macht es zu einem seltenen Zeitdokument. Viele Abzeichen wurden während des Krieges getragen, beschädigt oder gingen verloren. Ungetragene Stücke in gutem Zustand sind heute selten und von besonderem sammlerhistorischem Interesse.

Die Organisationsstruktur der Polizei-Felddivisionen unterstand zunächst dem Hauptamt Ordnungspolizei unter SS-Obergruppenführer Kurt Daluege, während die taktische Führung bei der Wehrmacht lag. Diese Doppelstruktur führte zeitweise zu Kompetenzproblemen, spiegelte aber die komplexe Machtstruktur des NS-Staates wider.

Die Bewaffnung und Ausrüstung der Polizei-Divisionen entsprach weitgehend der regulären Infanteriedivisionen der Wehrmacht, obwohl es besonders zu Beginn des Krieges zu Versorgungsengpässen kam. Die Uniformierung erfolgte nach Heeresvorschrift, wobei jedoch spezielle Polizeiabzeichen die Zugehörigkeit zur Ordnungspolizei kennzeichneten.

Nach 1943 wurden mehrere Polizei-Divisionen in die Waffen-SS überführt und in SS-Polizei-Divisionen umbenannt. Dies war Teil der expansiven Politik Heinrich Himmlers, der seine Machtbasis durch die Eingliederung von Polizei- und anderen Formationen in die SS zu vergrößern suchte.

Heute sind solche Abzeichen wichtige Quellen für die militärhistorische Forschung. Sie dokumentieren die komplexen organisatorischen Strukturen des Dritten Reiches und die Verschmelzung von Polizei- und Militärfunktionen während des Krieges. Sammler und Historiker schätzen derartige Objekte wegen ihres dokumentarischen Wertes für die Erforschung der Uniformkunde und Organisationsgeschichte.