Preußen bronzene Reiterstatue eines Husaren des Husarenregiments "von Prittwitz" (1. Leib-Husaren-Regiment Nr. 1) mit der 1807 in der Schlacht bei Heilsberg eroberten Fahne des französischen 55. Infanterie-Regiments

Sehr lebensechte und detailgetreu gearbeitete Statue des Husaren, dieser auf seinem Pferd reitend, die linke Hand an den Zügeln, das Pferd im Halten begriffen, in der rechten Hand die Fahne des französischen Regiments mit dem napoleonischen Adler auf der Spitze, die wehende Fahne auf der linken Seite mit der Inschrift «L’Empereur des Francais au 55e Regiment d’Infantrie de‘ Ligne». Die Details der Uniform sehr schön ausgearbeitet, der Tschako mit dem Totenkopf, auf der linken Seite der Säbel und die Säbeltasche mit dem Monogramm «♔WR», umhängend der Dolman und der Riemen für den Karabiner. Die Sockelplatte mit der Signatur des Künstlers «V. Seifert fec.», an der Seite der Gießer «Aktien:Gesellschaft Gladenbeck Berlin.». Bronzeguss brüniert. Gesamthöhe 62.3 cm. Gewicht 10.35 Kg. Die Brünierung an zwei bis drei Stellen berieben, zwei sehr kleine Beschädigungen: die Quaste des Faustriemens fehlt wie auch der Stutz auf dem Tschako. Sehr schön erhalten! Zustand 2.

Das 1. Leib-Husaren-Regiment Nr. 1 mit dem Standort Danzig/Langfuhr gehört mit zu den bekanntesten Regimentern des Deutschen Heeres. 1741 stiftete Friedrich II. das fünfte Husaren-Regiment welches die Bezeichnung "Regiment schwartze Husaren" erhielt. Es wurde mehrfach umbenannt und erhielt 1804 den Namen "von Prittwitz". Im vierten Koalitionskrieg gegen Napoleon 1806/07 war das Regiment zunächst in Polen stationiert und wurde dann an die Weichsel bis nach Thorn vorgezogen. So entging das Regiment auch der Katastrophe von Jena/Auerstedt am 14. Oktober 1806. Am 7./8. Februar 1807 konnten die russischen Streitkräfte in der Schlacht von Preußisch Eylau den Vormarsch der französischen Truppen stoppen und verschanzten sich in Heilsberg (Lidzbark Warmiński). Währenddessen wurde die Festung Danzig von den Franzosen belagert und erobert. Am 10. Juni griffen die Franzosen die preußischen und russischen Truppen in Heilsberg an. Trotz mehrerer Angriffe konnten die Franzosen aber keinen Sieg erringen. Im Laufe der Gefechte tat sich das Husaren-Regiment "von Prittwitz" besonders hervor. Das 55e régiment d’infanterie wurde von den Husaren aufgerieben und die Regimentsfahne erobert. Es handelt sich um einen der wenigen Siege der Koalitionspartner gegen Napoleon in dieser Zeit und war von hoher moralischer Bedeutung für die Truppen und ging so in die Erinnerungskultur ein. Am 14. Juni 1807 kam es jedoch zur Schlacht bei Friedland, wo nun die Koalitionspartner unterlagen und zum Frieden gezwungen waren. Nach dem Frieden von Tilsit am 7. Juli 1807 waren die Prittwitz-Husaren nun das einzige Husarenregiment der Preußischen Armee, das noch volle Mannschaftsstärke erreichte.

Die Statue wurde wahrscheinlich zur 100Jahrfeier des Ereignisses 1907 geschaffen und dem 1. Leib-Husaren-Regiment Nr. 1 in Danzig geschenkt. Victor Heinrich Seifert (*1870 in Döblin, †1953 in Berlin) war ein bekannter Bildhauer seiner Zeit, der seit spätestens 1902 tätig war. Die Bronzegießerei Gladenbeck in Friedrichshagen gehörte zu den bekanntesten Gießereien zu dieser Zeit. Aus ihr gingen zahlreiche bedeutende Standbilder und Denkmale sowie Groß- und Kleinplastiken hervor, darunter auch die Viktoria der Berliner Siegessäule.

Eine besonders schöne und historisch interessante Arbeit! Wir freuen uns sehr Ihnen dieses Objekt anbieten zu können!


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Preußen bronzene Reiterstatue eines Husaren des Husarenregiments "von Prittwitz" (1. Leib-Husaren-Regiment Nr. 1) mit der 1807 in der Schlacht bei Heilsberg eroberten Fahne des französischen 55. Infanterie-Regiments

Diese prächtige Bronzestatue eines Husaren des 1. Leib-Husaren-Regiments Nr. 1, geschaffen von dem Bildhauer Victor Heinrich Seifert und gegossen von der renommierten Aktien-Gesellschaft Gladenbeck in Berlin, stellt einen bedeutenden Moment preußischer Militärgeschichte dar: die Erbeutung einer französischen Regimentsfahne in der Schlacht bei Heilsberg am 10. Juni 1807.

Das 1. Leib-Husaren-Regiment “von Prittwitz” gehörte zu den traditionsreichsten Kavallerie-Einheiten der preußischen Armee. Seine Ursprünge reichen bis ins Jahr 1741 zurück, als Friedrich II. das fünfte Husaren-Regiment stiftete, das zunächst als “Regiment schwartze Husaren” bezeichnet wurde. Die charakteristische schwarze Uniform mit dem Totenkopf auf dem Tschako wurde zum Markenzeichen dieser Eliteeinheit. Im Jahr 1804 erhielt das Regiment den Namen “von Prittwitz” nach seinem Kommandeur.

Der historische Kontext dieser Darstellung liegt im Vierten Koalitionskrieg gegen Napoleon (1806-1807). Nach der verheerenden Niederlage bei Jena und Auerstedt am 14. Oktober 1806, die den Zusammenbruch des preußischen Staates bedeutete, entging das Regiment dieser Katastrophe, da es in Polen stationiert war. Zusammen mit russischen Verbündeten versuchten die verbliebenen preußischen Truppen, dem französischen Vormarsch Einhalt zu gebieten.

Die Schlacht bei Heilsberg (heute Lidzbark Warmiński in Polen) am 10. Juni 1807 stellte einen der wenigen taktischen Erfolge der Koalitionstruppen in diesem Feldzug dar. Während die Franzosen mehrfach versuchten, die gut verschanzten preußischen und russischen Stellungen zu durchbrechen, gelang es den Prittwitz-Husaren, in einem kühnen Angriff das 55e régiment d'infanterie de ligne aufzureiben und dessen Adlerfahne zu erbeuten. Die Erbeutung einer Regimentsfahne war von enormer symbolischer Bedeutung – sie stellte die Ehre und den Kampfgeist einer Einheit dar. Der Verlust einer solchen Fahne galt als tiefste Schande.

Die auf der Statue dargestellte Fahne trägt die charakteristische Inschrift “L'Empereur des Francais au 55e Regiment d'Infantrie de Ligne” und wird vom napoleonischen Adler gekrönt. Diese Fahnen waren persönliche Geschenke Napoleons an seine Regimenter und von unschätzbarem moralischem Wert. Die Eroberung dieser Trophäe durch die Prittwitz-Husaren wurde zu einem Heldenmoment, der in der preußischen Erinnerungskultur einen festen Platz einnahm, besonders da nur vier Tage später, am 14. Juni 1807, die verheerende Niederlage bei Friedland folgte, die zum Frieden von Tilsit am 7. Juli 1807 zwang.

Die Statue selbst ist ein hervorragendes Beispiel der militärischen Erinnerungskunst des frühen 20. Jahrhunderts. Victor Heinrich Seifert (1870-1953) war ein angesehener Berliner Bildhauer, der zahlreiche militärische Denkmäler und Plastiken schuf. Die präzise Wiedergabe der Uniformdetails – der Dolman, die Pelzmütze mit Totenkopf, die Säbeltasche mit dem Monogramm “WR” (Wilhelm Rex), der Karabinerriemen – zeigt Seiferts gründliche Kenntnis der militärischen Ausstattung.

Die Aktien-Gesellschaft Gladenbeck in Berlin-Friedrichshagen zählte zu den führenden Kunstgießereien des Deutschen Kaiserreichs. Gegründet 1851, fertigte sie bedeutende Werke wie die Viktoria der Berliner Siegessäule und zahllose Denkmäler im gesamten Reich. Die Qualität des Bronzegusses und die brünierte Oberfläche dieser Arbeit zeugen von der technischen Meisterschaft der Gießerei.

Die Entstehung dieser Statue um 1907 fällt wahrscheinlich mit der 100-Jahr-Feier der Schlacht bei Heilsberg zusammen. In der wilhelminischen Ära wurde die Erinnerung an die Befreiungskriege intensiv gepflegt. Das 1. Leib-Husaren-Regiment, mit Standort in Danzig-Langfuhr, gehörte zu den prestigeträchtigsten Einheiten des Kaiserreichs und pflegte seine Traditionen mit großem Stolz.

Solche Bronzestatuen dienten nicht nur als Kunstwerke, sondern als dreidimensionale Geschichtsbücher. Sie vermittelten den Offizieren und Soldaten die ruhmreiche Vergangenheit ihrer Einheit und sollten zu Tapferkeit und Pflichterfüllung inspirieren. Die dramatische Darstellung des Husaren mit der eroberten Fahne verkörpert Ideale wie Mut, Kampfgeist und militärische Tugend, die in der preußisch-deutschen Militärkultur zentral waren.

Als historisches Dokument bietet diese Statue Einblicke in die Uniformierung, die Erinnerungskultur und die künstlerische Verarbeitung militärischer Geschichte im Deutschen Kaiserreich. Sie steht exemplarisch für die Art und Weise, wie militärische Erfolge monumentalisiert und für nachfolgende Generationen bewahrt wurden.

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