Wehrmacht Heer (WH) Säbel für Offiziere .

Es handelt sich um eine seltene Variante der Fa. Robert Klaas, Solingen. Sehr gut erhaltene Klinge, rückseitig mit Herstellerbezeichnung "Robert Klaas Solingen". Vergoldetes Messinggefäß mit floralem Dekor, auf dem Parierlappen der WH-Adler mit hängenden Flügeln. Der schwarze Kunststoffgriff mit Drahtwicklung. Die Stahlscheide mit über 90% Originallack, mit gebundenem Portepee. Leicht getragen, noch sehr gut erhalten. Zustand 2.

Gesamtlänge 970mm
461513
1.750,00

Wehrmacht Heer (WH) Säbel für Offiziere .

Der Offizierssäbel der Wehrmacht Heer repräsentiert einen bedeutenden Aspekt der deutschen Militärtradition während der Zeit des Nationalsozialismus von 1933 bis 1945. Als Träger militärischer Autorität und Symbol des Offizierskorps war der Säbel nicht nur eine Waffe, sondern vor allem ein Statussymbol und Bestandteil der Galauniform.

Die Entwicklung der Blankwaffen für die Wehrmacht begann nach der Machtübernahme 1933 mit der Wiedereinführung traditioneller militärischer Symbole. Der Heeres-Offizierssäbel wurde durch verschiedene Heeresverordnungen geregelt, die sowohl Design als auch Trageweise festlegten. Die Grundform orientierte sich an preußisch-deutschen Kavallerietraditionen des 19. Jahrhunderts, wurde jedoch mit nationalsozialistischer Symbolik versehen.

Die Firma Robert Klaas aus Solingen gehörte zu den renommierten Herstellern von Blankwaffen während dieser Epoche. Solingen, als traditionelles Zentrum der deutschen Klingenproduktion seit dem Mittelalter bekannt, beherbergte zahlreiche Manufakturen, die Militaria für die Wehrmacht fertigten. Robert Klaas war dabei einer der qualifizierten Zulieferer, deren Produkte für ihre handwerkliche Qualität geschätzt wurden.

Das charakteristische Merkmal dieser Säbelvariante ist das vergoldete Messinggefäß mit floralem Dekor. Diese ornamentale Gestaltung folgte den ästhetischen Vorgaben der Zeit und sollte die Würde des Offizierskorps unterstreichen. Der auf dem Parierlappen angebrachte Wehrmachtsadler mit hängenden Flügeln war das offizielle Hoheitszeichen der Wehrmacht und wurde nach festgelegten Richtlinien dargestellt. Im Gegensatz zum Parteiadler der NSDAP mit ausgebreiteten Schwingen zeigte der Wehrmachtsadler die Flügel in hängender Position.

Der schwarze Kunststoffgriff mit Drahtwicklung entsprach den Standardausführungen für Heeresoffiziere. Die Drahtwicklung, meist aus Messing- oder versilbertem Draht, diente sowohl der Griffigkeit als auch der dekorativen Gestaltung. Kunststoff ersetzte während der Kriegsjahre zunehmend traditionelle Materialien wie Elfenbein oder Horn, was produktionstechnische und wirtschaftliche Gründe hatte.

Die Stahlscheide mit erhaltener Originallackierung in über 90 Prozent ist besonders bemerkenswert. Die Scheiden wurden üblicherweise in schwarzem oder olivgrünem Lack ausgeführt und waren mit Beschlägen und Tragringen versehen. Das gebundene Portepee – die traditionelle Faustriemenschlaufe – war ein weiteres wichtiges Unterscheidungsmerkmal. Die Ausführung des Portepees gab Aufschluss über Rang und Waffengattung des Trägers. Offiziersportepees waren aufwendig gearbeitet und beinhalteten oft Silber- oder Aluminiumfäden.

Die Gesamtlänge von 970mm entspricht den standardisierten Maßen für Heeres-Offizierssäbel. Diese Standardisierung war Teil der militärischen Uniformierungsvorschriften, die genaue Spezifikationen für alle Ausrüstungsgegenstände vorgaben. Die Klingenlänge betrug üblicherweise etwa 800-820mm, wobei die Klinge leicht gekrümmt war und eine einzelne Schneide aufwies.

Historisch ist zu beachten, dass der Säbel in der modernen Kriegsführung des Zweiten Weltkriegs keine praktische Kampfbedeutung mehr hatte. Seine Funktion war rein zeremoniell und repräsentativ. Offiziere trugen den Säbel bei Paraden, militärischen Feierlichkeiten und zu bestimmten Dienstuniformen. Im Feldgebrauch wurde er durch praktischere Ausrüstung ersetzt.

Die Erhaltung solcher Objekte ist aus geschichtswissenschaftlicher Perspektive von Bedeutung, da sie materielle Zeugnisse einer historischen Epoche darstellen. Sie ermöglichen die Erforschung von Produktionstechniken, Materialverwendung und militärischen Rangstrukturen. Gleichzeitig erfordern sie eine kritische Kontextualisierung innerhalb der Geschichte des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs.

Heute befinden sich derartige Objekte in Museen, Sammlungen und privaten Beständen. Sie dienen der historischen Bildung und Forschung, wobei stets der historische Kontext und die kritische Auseinandersetzung mit der Zeit des Nationalsozialismus im Vordergrund stehen müssen.

r