Deutsches Olympia-Ehrenzeichen 1. Stufe

Halskreuz. Buntmetall vergoldet, weiß emailliert, die aufgelegten olympische Ringe 2-fach vernietet, am 47 cm langen konfektionierten original Halstrageband, das Verleihungsetui am Scharnier restauriert !
Eine seltene Auszeichnung, nur 767 Verleihungen.
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Deutsches Olympia-Ehrenzeichen 1. Stufe

Das Deutsche Olympia-Ehrenzeichen 1. Stufe gehört zu den seltensten und bedeutendsten zivilen Auszeichnungen des nationalsozialistischen Deutschlands. Diese Dekoration wurde von Adolf Hitler am 4. Februar 1936 durch ein im Reichsgesetzblatt 1936 Nr. 9 (RGBl. I 51) veröffentlichtes Dekret gestiftet, um diejenigen zu ehren, die zur Organisation und Durchführung der Olympischen Winterspiele in Garmisch-Partenkirchen und der Olympischen Sommerspiele in Berlin im Jahr 1936 beigetragen hatten.

Die historische Bedeutung dieser Auszeichnung liegt in ihrem Kontext innerhalb der Olympischen Spiele von 1936, die vom 1. bis 16. August 1936 in Berlin stattfanden. Berlin hatte die Ausrichtung der Spiele gegenüber Barcelona bei der 29. Sitzung des Internationalen Olympischen Komitees am 26. April 1931 gewonnen. Adolf Hitler ließ ein neues 100.000-Sitzplätze fassendes Leichtathletikstadion sowie sechs Turnhallen und weitere kleinere Arenen errichten. Diese Spiele waren die ersten, die im Fernsehen übertragen wurden, und Rundfunkübertragungen erreichten 41 Länder.

Das Ehrenzeichen wurde vom Professor Waldemar Raemisch entworfen, der von 1919 bis 1939 Professor an der Staatlichen Kunstschule Berlin war. Die Auszeichnung existiert in zwei Klassen sowie einer Erinnerungsmedaille: Die 1. Klasse wurde für ganz besondere Verdienste an führende Persönlichkeiten bei der Organisation der Spiele verliehen, die 2. Klasse für besondere Verdienste bei ausführenden Organisationstätigkeiten. Am 31. Juli 1936 wurde durch ein weiteres Dekret (RGBl. I 577) zusätzlich die Deutsche Olympia-Erinnerungsmedaille für verdienstvolle Mitarbeit gestiftet, die nicht die Anforderungen der 1. und 2. Klasse erfüllte.

Die physische Form der 1. Stufe ist ein Halskreuz, das als fünfzackiger, weiß emaillierter Stern mit goldenem Rand gestaltet ist, unterbrochen von fünf goldenen gerillten Strahlen. Im Zentrum des Sterns befinden sich die fünf olympischen Ringe. Über dem oberen Strahl, mit diesem verbunden, ist das nationale Emblem des Deutschen Reiches – ein Adler mit Hakenkreuz – in weiß-goldgeränderten Email angebracht. Die Dekoration besteht aus zwei um 180° versetzten 5-zackigen Sternen; der untere Stern hat gerade Strahlen und Enden, vergoldet mit sechs vertieften Längsrillen. Das Stück besteht aus vergoldetem Buntmetall, teilweise weiß emailliert, wobei die olympischen Ringe separat angefertigt und doppelt vernietet wurden. Auf der Rückseite befinden sich zwei Hohlnieten zur Befestigung der olympischen Ringe. Die Auszeichnung wird an einem 5 cm breiten ziegelroten Band mit schwarzem Rand getragen, mit fünf weißen Streifen in der Mitte, die die fünf olympischen Ringe symbolisieren.

Die außerordentliche Seltenheit dieser Auszeichnung zeigt sich in den Verleihungszahlen: Insgesamt wurden nur 767 Ehrenzeichen der 1. Klasse verliehen, verglichen mit 3.364 Exemplaren der 2. Klasse und 54.915 Medaillen. Die Verleihungen wurden erst am 19. Juni 1937 abgeschlossen, nachdem die Präsidialkanzlei nach Abschluss der Spiele buchstäblich mit Anträgen auf nachträgliche Verleihung überschwemmt worden war.

Zu den bemerkenswerten Empfängern gehörten mehrere Mitglieder der SS, darunter Reinhard Heydrich, Karl Wolff und Heinrich Himmler, die für die Sicherheit während der Veranstaltung verantwortlich waren. Hermann Fegelein erhielt die Auszeichnung für die Überwachung der Vorbereitung der Reitstrecken und -anlagen. Die Filmemacherin Leni Riefenstahl wurde für ihre Arbeit bei der Aufzeichnung der verschiedenen Sportereignisse geehrt. Die 2. Klasse wurde unter anderem an Hiroshi Ōshima, den japanischen Botschafter in Nazideutschland, verliehen.

Wichtig ist, dass diese Auszeichnung nicht für die tatsächlichen Teilnehmer an den Olympischen Spielen bestimmt war, sondern zur Anerkennung derjenigen, die die Vorbereitungen und Arbeiten hinter den Kulissen orchestriert hatten. Die Urkunden für die 1. Klasse wurden persönlich von Adolf Hitler unterzeichnet. Für Ausländer trugen die Urkunden den Titel “Der Deutsche Reichskanzler”, für Deutsche “Der Führer und Reichskanzler”.

In der Nachkriegszeit wurde das Tragen der Auszeichnung bei Parteiveranstaltungen und mit Uniformen von NS-Organisationen nicht mehr gewünscht. Nach dem Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen vom 26. Juli 1957 darf die Auszeichnung nur noch ohne nationalsozialistische Embleme (Reichsadler mit Hakenkreuz) getragen werden.

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