Wehrmacht Heer (WH) Bajonett M 84/98 III.m. .

Ausführung mit dunklen Bakelitgriffschalen, brünierte Klinge mit Fehlstellen, Hersteller "Dürkopp", gleich mit der Scheide gestempelt, die Nummer auf der Klinge "1373" auf der Scheide unleserlich, auf der Klingenrücken Jahreszahl "40" gestempelt, die Scheide und das Gefäß rostig bzw. rostnarbig. Zustand 2-3
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220,00

Wehrmacht Heer (WH) Bajonett M 84/98 III.m. .

Das Wehrmacht Heer Bajonett M 84/98 III repräsentiert eine bedeutende Entwicklungsstufe in der Geschichte deutscher Seitenwaffen des 20. Jahrhunderts. Diese spezifische Variante des Bajonetts wurde während der Zeit des Zweiten Weltkrieges hergestellt und zeigt die charakteristischen Merkmale der Kriegsproduktion im Jahr 1940.

Die Ursprünge dieses Bajonetttyps reichen zurück zum Kaiserreich, als das ursprüngliche Modell 1884/98 für das Gewehr 98 entwickelt wurde. Nach dem Ersten Weltkrieg und den Bestimmungen des Versailler Vertrages musste die deutsche Militärausrüstung erheblich reduziert werden. Mit der Wiederaufrüstung der Wehrmacht ab Mitte der 1930er Jahre begann jedoch eine systematische Neubewaffnung, die auch die Produktion von Seitenwaffen einschloss.

Das M 84/98 III stellt die dritte Ausführung dieser Bajonettserie dar. Die römische Ziffer III bezeichnet dabei die vereinfachte Kriegsversion, die ab etwa 1938/39 produziert wurde. Im Gegensatz zu früheren Ausführungen mit aufwendigeren Holzgriffen wurden bei dieser Version Bakelitgriffschalen verwendet. Bakelit, ein frühes synthetisches Material, das 1907 entwickelt wurde, erwies sich als kostengünstiger und schneller in der Produktion - entscheidende Faktoren in der Kriegswirtschaft.

Der Hersteller Dürkopp war ursprünglich eine bekannte Firma aus Bielefeld, die vor allem für ihre Fahrräder, Nähmaschinen und später Automobile bekannt war. Während des Zweiten Weltkrieges wurden jedoch zahlreiche zivile Industriebetriebe zur Rüstungsproduktion herangezogen. Die Firma Dürkopp produzierte neben anderen militärischen Ausrüstungsgegenständen auch Seitenwaffen für die Wehrmacht. Die Kennzeichnung des Herstellers auf beiden Komponenten - Klinge und Scheide - mit übereinstimmenden Nummern war vorgeschrieben, um die Qualitätskontrolle zu gewährleisten und die Zuordnung zu erleichtern.

Die brünierte Klinge ist charakteristisch für diese Kriegsproduktion. Die Brünierung - ein chemischer Prozess zur Erzeugung einer dunklen Schutzschicht - sollte Rostschutz bieten und gleichzeitig Reflexionen vermeiden, die im Kampfeinsatz nachteilig sein könnten. Die Jahreszahl “40” auf dem Klingenrücken datiert die Herstellung präzise auf das Jahr 1940, eine Zeit intensiver militärischer Aktivität nach dem Beginn des Zweiten Weltkrieges im September 1939.

Die Nummerierung “1373” auf der Klinge diente der Produktionskontrolle und sollte ursprünglich auch auf der Scheide lesbar sein. Diese Seriennummern ermöglichten es, Klinge und Scheide als zusammengehöriges Set zu identifizieren, obwohl im Feldeinsatz häufig Komponenten durcheinandergeraten konnten.

Das Bajonett M 84/98 III hatte eine Gesamtlänge von etwa 385 mm mit einer Klingenlänge von circa 250 mm. Es wurde am Karabiner 98k befestigt, dem Standardgewehr der Wehrmacht, das in Millionen von Exemplaren produziert wurde. Der Befestigungsmechanismus bestand aus einem Mündungsring und einer Nut im Griff, die auf dem entsprechenden Anschlussstück am Gewehr fixiert wurde.

Der beschriebene Erhaltungszustand mit Roststellen und Fehlstellen in der Brünierung ist typisch für Objekte, die entweder im Feldeinsatz verwendet wurden oder über Jahrzehnte unter nicht optimalen Bedingungen gelagert waren. Die Rostnarbigkeit des Gefäßes und der Scheide deutet auf längere Einwirkung von Feuchtigkeit hin, was bei militärischen Ausrüstungsgegenständen, die oft unter extremen Bedingungen eingesetzt wurden, nicht ungewöhnlich ist.

Nach Kriegsende wurden Millionen solcher Waffen und Ausrüstungsgegenstände vernichtet, eingelagert oder als Kriegstrophäen mitgenommen. Heute sind diese Objekte bedeutende militärhistorische Zeugnisse, die Einblick in die Produktionsmethoden, Materialverwendung und militärische Ausrüstung der Wehrmacht geben. Sie dokumentieren auch die Umstellung der deutschen Industrie auf Kriegsproduktion und die zunehmende Vereinfachung und Rationalisierung der Fertigung im Verlauf des Krieges.

Für Sammler und Historiker bieten solche Objekte wertvolle Informationen über Herstellungsdaten, Produktionsfirmen und die materielle Kultur des Zweiten Weltkrieges. Die Erforschung und Dokumentation dieser Gegenstände trägt zum Verständnis dieser historischen Periode bei, ohne die damit verbundenen Ereignisse zu glorifizieren.

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