Eisernes Kreuz 1939 1. Klasse an Schraubscheibe - B.H.Mayer 

geschwärzter Eisenkern, rückseitig "L/18" markiert. Leicht getragen, Zustand 2.
467215
600,00

Eisernes Kreuz 1939 1. Klasse an Schraubscheibe - B.H.Mayer 

Das Eiserne Kreuz 1. Klasse der Ausführung von 1939 stellt eine der bedeutendsten militärischen Auszeichnungen des Deutschen Reiches während des Zweiten Weltkriegs dar. Diese besondere Ordensklasse wurde durch Adolf Hitler am 1. September 1939, dem Tag des deutschen Überfalls auf Polen, durch Erlass wieder gestiftet, nachdem das Eiserne Kreuz bereits in den Befreiungskriegen 1813 und im Ersten Weltkrieg 1914 verliehen worden war.

Das hier beschriebene Exemplar trägt die Herstellermarkierung “L/18”, die auf die renommierte Firma B.H. Mayer aus Pforzheim verweist. Diese Traditionsmanufaktur gehörte zu den offiziell autorisierten Herstellern von Orden und Ehrenzeichen des Dritten Reiches. Das Prägewaren- und Medaillenunternehmen B.H. Mayer wurde bereits im 19. Jahrhundert gegründet und hatte sich einen ausgezeichneten Ruf in der Herstellung hochwertiger Auszeichnungen erworben.

Die technische Ausführung des Eisernen Kreuzes 1. Klasse unterschied sich grundlegend von der 2. Klasse. Während das Eiserne Kreuz 2. Klasse an einem Band getragen wurde, war die 1. Klasse als Steckorden konzipiert, der direkt an der Uniform befestigt wurde. Das vorliegende Stück zeigt die typische Schraubscheiben-Befestigung, bei der auf der Rückseite eine flache Scheibe mit Gewinde angebracht war, die durch die Uniformjacke geschraubt wurde. Diese Konstruktion gewährleistete einen sicheren Halt und verhinderte den Verlust der wertvollen Auszeichnung im Kampfeinsatz.

Der geschwärzte Eisenkern bildet das charakteristische Merkmal dieser Auszeichnung. Der dreiteilige Aufbau bestand aus einem Rahmen aus Silber oder versilbertem Material, in den der eiserne, geschwärzte Kern eingelassen wurde. Diese Gestaltung folgte der traditionellen Symbolik des Eisernen Kreuzes, das seit seiner Stiftung durch König Friedrich Wilhelm III. von Preußen am 10. März 1813 die Verbindung von edlem Metall und schlichtem Eisen verkörperte – ein Symbol für die Einheit aller Gesellschaftsschichten im Kampf für das Vaterland.

Die Verleihungspraxis für das Eiserne Kreuz 1. Klasse war deutlich restriktiver als für die 2. Klasse. Während die 2. Klasse bereits für grundlegende Tapferkeit und Pflichttreue verliehen wurde, setzte die 1. Klasse mehrere bewährte Taten oder besondere Leistungen voraus. Zudem musste der Träger zunächst im Besitz des Eisernen Kreuzes 2. Klasse sein. Während des Zweiten Weltkriegs wurden schätzungsweise 450.000 bis 500.000 Eiserne Kreuze 1. Klasse verliehen – im Vergleich zu mehreren Millionen der 2. Klasse.

Das Design von 1939 unterschied sich von den früheren Ausführungen durch die Hinzufügung des Hakenkreuzes im Zentrum sowie der Jahreszahl “1939” am unteren Arm des Kreuzes. Im oberen Arm befand sich die Krone mit den drei Eichenblättern sowie das “W” für König Wilhelm, wodurch die historische Kontinuität zur ursprünglichen Stiftung bewahrt wurde.

Die Beschreibung des Objekts als “leicht getragen, Zustand 2” deutet auf einen authentischen Gebrauch während des Krieges hin. Viele dieser Auszeichnungen zeigen heute Gebrauchsspuren, die von ihrem Einsatz an der Uniform zeugen. Der Erhaltungszustand 2 entspricht in der militaria-sammlerischen Terminologie einem sehr guten bis guten Zustand mit minimalen Abnutzungserscheinungen.

Die Herstellermarkierungen auf der Rückseite der Orden sind heute für Sammler und Historiker von großem Interesse, da sie eine genaue Zuordnung und Authentifizierung ermöglichen. Das Reichswirtschaftsministerium hatte ein System kodierter Herstellerkennzeichen eingeführt, um die Produktion zu kontrollieren und zu überwachen. B.H. Mayer produzierte während des gesamten Krieges hochwertige Orden in beträchtlicher Stückzahl.

Nach 1945 wurde das Tragen des Eisernen Kreuzes mit Hakenkreuz in Deutschland verboten. Das Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen von 1957 erlaubte jedoch das Tragen einer entnazifizierten Version mit Eichenblättern anstelle des Hakenkreuzes. Heute sind diese Auszeichnungen wichtige historische Dokumente, die in Museen und privaten Sammlungen die militärische Geschichte des 20. Jahrhunderts dokumentieren.