Wehrmacht Heer (WH) Säbel für Offiziere .

Es handelt sich um eine seltene Variante der Fa. Robert Klaas, Solingen. Die vernickelte Klinge mit leichten Altersflecken, rückseitig mit Herstellerbezeichnung "Robert Klaas Solingen". Vergoldetes Messinggefäß mit floralem Dekor, auf dem Parierlappen der WH-Adler mit hängenden Flügeln. Der schwarze Kunststoffgriff mit ungewöhnlicher schräger Drahtwicklung. Die Stahlscheide mit über 80% Originallack, zum Ort hin mit Druckstelle. Leicht getragen, noch sehr gut erhalten. Zustand 2.

Gesamtlänge 1020mm
458615
1.550,00

Wehrmacht Heer (WH) Säbel für Offiziere .

Der Offizierssäbel der Wehrmacht Heer repräsentiert ein bedeutendes Kapitel deutscher Militärgeschichte und Handwerkskunst. Dieser Säbel, hergestellt von der renommierten Firma Robert Klaas aus Solingen, verkörpert die Tradition der Blankenwaffen im deutschen Militärwesen während der Zeit des Zweiten Weltkriegs.

Historischer Hintergrund

Die Einführung des Offizierssäbels für das Heer erfolgte nach der Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht im Jahr 1935. Die Heeresverordnungsblatt legte die genauen Spezifikationen für Offizierssäbel fest, wobei diese Waffen primär als Rangabzeichen und Zeremonialwaffen dienten. Im Gegensatz zu früheren Epochen waren Säbel im modernen Kriegsgeschehen nicht mehr als Kampfwaffen gedacht, behielten jedoch ihre symbolische Bedeutung für den Offiziersstand.

Robert Klaas Solingen

Die Firma Robert Klaas zählt zu den traditionsreichsten Klingenschmieden Solingens, der “Klingenstadt” Deutschlands. Solingen hatte sich über Jahrhunderte als Zentrum der europäischen Klingenherstellung etabliert. Die Firma Klaas war einer von mehreren autorisierten Herstellern militärischer Blankwaffen für die Wehrmacht. Andere bekannte Hersteller umfassten Eickhorn, WKC (Weyersberg, Kirschbaum & Co.) und Carl Eickhorn. Die Qualität Solinger Klingen war weltweit anerkannt, und die Herstellermarkierung auf der Klinge diente als Qualitätssiegel.

Technische Merkmale und Symbolik

Der Offizierssäbel des Heeres zeichnete sich durch charakteristische Merkmale aus: Die vernickelte Klinge war typischerweise etwa 82-85 cm lang, mit einer leichten Krümmung versehen. Das Messinggefäß, häufig vergoldet, zeigte florales Dekor im Stil der Zeit. Ein besonderes Identifikationsmerkmal war der auf dem Parierbügel angebrachte Wehrmachtsadler mit hängenden Flügeln, der das Hoheitszeichen der Wehrmacht darstellte. Dieser Adler unterschied sich deutlich vom Parteiadler der NSDAP durch die Flügelstellung.

Der Griff bestand üblicherweise aus schwarzem Kunststoff (Bakelit oder ähnliche Materialien), der mit Wickeldraht versehen war. Diese Wicklung diente sowohl dekorativen als auch praktischen Zwecken, indem sie einen sicheren Griff gewährleistete. Die schräge Wicklung, wie bei diesem Exemplar, stellte eine weniger gebräuchliche Variante dar.

Scheide und Trageweise

Die Stahlscheide war typischerweise schwarz lackiert und mit zwei Beschlagringen versehen, an denen Trageriemen befestigt wurden. Der obere Ring diente der Befestigung am Koppel, während der untere Ring die Scheide stabilisierte. Die Scheide endete in einem verstärkten Ortblech, das die Spitze der Klinge schützte.

Hierarchie und Tragebestimmungen

Das Tragen von Säbeln war rangabhängig geregelt. Offiziere trugen den hier beschriebenen Säbeltyp bei Paraden, Wachaufzügen und bestimmten Dienstanlässen. Die Vorschriften unterschieden zwischen verschiedenen Uniformarten: Bei der Ausgehuniform und Paradeuniform war der Säbel vorgeschrieben, während im Felddienst in der Regel darauf verzichtet wurde. Generalstabsoffiziere trugen eine spezielle Variante, während Sanitätsoffiziere und andere Spezialeinheiten teilweise eigene Ausführungen hatten.

Sammlerwert und Authentizität

Heute sind original erhaltene Offizierssäbel der Wehrmacht begehrte Sammlerobjekte. Die Authentizität lässt sich an mehreren Merkmalen überprüfen: der korrekten Herstellermarkierung, der Qualität der Materialien, der Form des Wehrmachtsadlers und den Konstruktionsdetails. Der Erhaltungszustand spielt eine wesentliche Rolle für den historischen und Sammlerwert. Exemplare mit originalem Lack auf der Scheide und gut erhaltener Vergoldung sind besonders gesucht.

Rechtliche Situation

In Deutschland unterliegen militärische Blankwaffen mit NS-Symbolik besonderen rechtlichen Bestimmungen. Der Besitz zu Sammlerzwecken ist grundsätzlich legal, die Zurschaustellung von Hoheitszeichen jedoch eingeschränkt. Sammler und Historiker dürfen solche Objekte im Rahmen der Geschichtsforschung und Dokumentation bewahren.

Historische Bedeutung

Diese Säbel dokumentieren die Kontinuität militärischer Traditionen in einer Zeit des technologischen Umbruchs. Während die Kriegsführung längst mechanisiert war, hielten traditionelle Rangabzeichen wie der Offizierssäbel die Verbindung zur militärischen Vergangenheit aufrecht. Sie sind heute wichtige Zeugnisse der Militärgeschichte und der handwerklichen Tradition Solingens.

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