SS Verfügungstruppe leichte Sommerfeldbluse für einen SS-Scharführer

Kammerstück, um 1939. Leichte Feldbluse, im typischen Schnitt der SS-VT. Fertigung aus hellem feldgrünen Baumwollstoff, frühe SS Kragenspiegel in maschinengestickter Ausführung, beide Kragenspiegel wurden maschinell vernäht. Frühe spitze Schulterstücke, mit Schlaufen. Ärmeladler wurde entfernt. Auf der Brust Schlaufen für 1 Steckabzeichen. Innen Größenstempel sowie ein Abnahmestempel "VA 1939". Armlänge 64 cm, Rückenlänge 72 cm, Brustumfang 90 cm. Getragenes Stück, alle Effekten original vernäht, Zustand 2-.
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SS Verfügungstruppe leichte Sommerfeldbluse für einen SS-Scharführer

Die SS-Verfügungstruppe (SS-VT) stellte einen bedeutenden Entwicklungsschritt in der Geschichte der bewaffneten SS dar. Als Vorläuferorganisation der späteren Waffen-SS wurde die SS-VT in den Jahren 1934 bis 1939 aufgebaut und bildete eine kasernierte, vollständig bewaffnete Truppe, die sich von den allgemeinen SS-Verbänden unterschied.

Die vorliegende leichte Sommerfeldbluse für einen SS-Scharführer (entspricht dem Rang eines Unteroffiziers) dokumentiert die charakteristische Bekleidung dieser Formation um das Jahr 1939, unmittelbar vor dem Beginn des Zweiten Weltkriegs. Der helle feldgrüne Baumwollstoff war typisch für Sommerbekleidung und bot bei warmen Temperaturen bessere Trageeigenschaften als die schwereren Wolltuche der Winteruniformen.

Der Schnitt der SS-VT-Feldbluse unterschied sich in Details von den Uniformen der Wehrmacht. Die SS legte großen Wert auf eine distinkte optische Erscheinung ihrer Verbände. Die Feldbluse zeigt die charakteristischen Merkmale dieser Epoche: den typischen SS-VT-Schnitt mit spezifischer Taschenanordnung und Knöpfung sowie die für die SS-Verfügungstruppe typischen Ausstattungsmerkmale.

Die frühen SS-Kragenspiegel in maschinell gestickter Ausführung sind von besonderer historischer Bedeutung. In der Frühphase der SS-VT wurden verschiedene Formen von Kragenspiegel verwendet, wobei die maschinelle Stickerei eine qualitativ hochwertige Fertigung darstellte. Die maschinelle Vernähung beider Kragenspiegel entspricht der üblichen Praxis bei Dienstuniformen dieser Zeit.

Die frühen spitzen Schulterstücke mit Schlaufen kennzeichnen diese Uniform als Beispiel der Übergangszeit in der Entwicklung der SS-Uniformierung. Die Schulterstücke dienten der Rangkennzeichnung, wobei der Rang des Scharführers durch spezifische Kennzeichnungen dargestellt wurde. Die Schlaufen ermöglichten das Befestigen der Schulterstücke an der Feldbluse.

Das Fehlen des Ärmeladlers ist ein häufig anzutreffendes Merkmal bei erhaltenen SS-Uniformen. Nach Kriegsende wurden diese nationalsozialistischen Hoheitszeichen häufig entfernt, entweder durch die Träger selbst oder durch spätere Besitzer. Die Schlaufen für ein Steckabzeichen auf der Brust weisen auf die Möglichkeit hin, Auszeichnungen oder Qualifikationsabzeichen zu tragen.

Der innere Größenstempel sowie der Abnahmestempel “VA 1939” sind wichtige Authentizitätsmerkmale. Der VA-Stempel (Vermutlich für “Verwaltungsamt” oder eine Abnahmestation) mit der Jahreszahl 1939 datiert die Herstellung oder Abnahme der Uniform präzise in das letzte Jahr vor Kriegsbeginn. Solche Stempel wurden routinemäßig bei der Qualitätskontrolle und Abnahme von Uniformstücken angebracht.

Die angegebenen Maße (Armlänge 64 cm, Rückenlänge 72 cm, Brustumfang 90 cm) entsprechen einer mittleren Größe und dokumentieren die standardisierten Konfektionsgrößen der damaligen Zeit. Die SS-Verfügungstruppe verfügte über ein organisiertes Bekleidungswesen mit festgelegten Größenstandards.

Das Jahr 1939 markiert einen entscheidenden Wendepunkt in der Geschichte der SS-Verfügungstruppe. Mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs im September 1939 wurden die Verbände der SS-VT in militärische Operationen eingebunden und bildeten den Grundstock für die spätere Expansion zur Waffen-SS. Die Uniformierung dieser Zeit dokumentiert den Zustand unmittelbar vor dieser fundamentalen Transformation.

Als getragenes Stück mit allen original vernähten Effekten bietet diese Feldbluse ein authentisches Zeugnis der militärischen Bekleidungsgeschichte dieser Epoche. Solche Uniformstücke sind wichtige Quellen für die historische Forschung und das Verständnis der materiellen Kultur militärischer Organisationen. Sie dokumentieren Herstellungsstandards, Tragegewohnheiten und die organisatorische Entwicklung der bewaffneten Verbände des NS-Regimes.

Die Erhaltung solcher Objekte in musealen oder privaten Sammlungen dient ausschließlich der historischen Dokumentation und wissenschaftlichen Aufarbeitung eines dunklen Kapitels der deutschen Geschichte.