Wiederholungsspange 1939 für das Eiserne Kreuz 2.Klasse 1914

Feinzink, Fertigung der Firma Boerger & Co. Berlin. Rückseitig L/57 markiert. Die oberen Splinte fehlen.
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350,00

Wiederholungsspange 1939 für das Eiserne Kreuz 2.Klasse 1914

Die Wiederholungsspange 1939 zum Eisernen Kreuz 2. Klasse 1914 stellt ein faszinierendes Zeugnis der deutschen Militärgeschichte dar und verbindet zwei Weltkriege in einem einzigen Ehrenzeichen. Diese besondere Auszeichnung wurde durch einen Erlass Adolf Hitlers vom 1. September 1939 gestiftet, dem Tag des deutschen Überfalls auf Polen und somit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs.

Die historische Bedeutung dieser Spange liegt in ihrer Brückenfunktion zwischen den beiden Weltkriegen. Veteranen des Ersten Weltkriegs, die bereits das Eiserne Kreuz 2. Klasse im Zeitraum von 1914 bis 1918 erhalten hatten und sich im Zweiten Weltkrieg erneut durch Tapferkeit auszeichneten, erhielten diese Wiederholungsspange anstelle einer erneuten Verleihung des Eisernen Kreuzes. Dies würdigte sowohl ihre Verdienste im Ersten Weltkrieg als auch ihre fortgesetzte Tapferkeit im neuen Konflikt.

Das vorliegende Exemplar wurde von der Firma Boerger & Co. aus Berlin hergestellt, einer der zahlreichen Ordenshersteller, die während des Zweiten Weltkriegs mit der Produktion militärischer Auszeichnungen beauftragt waren. Die rückseitige Markierung L/57 ist ein Herstellercode, der im Rahmen des im Juli 1941 eingeführten Systems zur Kennzeichnung von Ordensproduzenten verwendet wurde. Diese Kodierung sollte die Nachverfolgbarkeit gewährleisten und gleichzeitig die tatsächliche Herstellerfirma aus strategischen Gründen verschleiern.

Die Spange besteht aus Feinzink, einem Material, das besonders in der späteren Kriegsphase häufiger verwendet wurde, da Edelmetalle und Bronze zunehmend für die Rüstungsproduktion benötigt wurden. Die Verwendung von Zink war eine praktische Lösung, die eine kostengünstige Massenproduktion ermöglichte, während gleichzeitig die symbolische Bedeutung der Auszeichnung erhalten blieb.

Die Wiederholungsspange zeigt in ihrem Design einen stilisierten Adler mit ausgebreiteten Schwingen, der ein Hakenkreuz in den Fängen hält, sowie die Jahreszahl 1939. Dieses Motiv unterschied sich deutlich vom Design des Eisernen Kreuzes von 1914, welches das Monogramm des Kaisers Wilhelm II. und die Jahreszahl 1914 trug. Die Spange wurde auf dem Band des ursprünglichen Eisernen Kreuzes 2. Klasse von 1914 getragen, wobei das Band durch die charakteristischen schwarz-weiß-roten Farben des Deutschen Kaiserreichs gekennzeichnet war.

Die Verleihungskriterien für die Wiederholungsspange waren in den entsprechenden Reglementen klar definiert. Der Träger musste bereits im Besitz des Eisernen Kreuzes 2. Klasse von 1914 sein und sich im Zweiten Weltkrieg erneut durch besondere Tapferkeit vor dem Feind auszeichnen. Die Verleihung erfolgte durch militärische Vorgesetzte und wurde in den Personalakten dokumentiert.

Das Fehlen der oberen Splinte bei diesem Exemplar ist ein häufiger Befund bei erhaltenen Stücken. Die Splinte dienten zur Befestigung der Spange am Ordensband und waren mechanisch stark beansprucht. Im Laufe der Jahrzehnte gingen diese kleinen Metallstifte oft verloren oder brachen ab, was jedoch die historische Authentizität des Objekts nicht mindert.

Die Firma Boerger & Co. war einer von vielen Herstellern, die im Auftrag der deutschen Regierung Orden und Ehrenzeichen produzierten. Die Qualität der Fertigung variierte je nach Produktionszeitpunkt und verfügbaren Materialien. Frühe Kriegsproduktionen wiesen oft eine höhere handwerkliche Qualität auf, während spätere Exemplare aus Materialknappheit und Zeitdruck zunehmend vereinfacht wurden.

Aus historischer Perspektive dokumentiert die Wiederholungsspange 1939 die Kontinuität der deutschen Militärtradition über den Bruch von 1918 hinweg. Sie symbolisiert die Versuche des NS-Regimes, an preußisch-deutsche Militärtraditionen anzuknüpfen und diese für eigene Zwecke zu instrumentalisieren. Gleichzeitig steht sie für die persönlichen Schicksale von Soldaten, die zwei Weltkriege erlebten und in beiden Konflikten kämpften.

Heute sind solche Wiederholungsspangen wichtige Studienobjekte für Militärhistoriker und Sammler. Sie ermöglichen Einblicke in Herstellungstechniken, Materialverwendung und die Organisation des deutschen Ordenswesens während des Zweiten Weltkriegs. Die Herstellermarkierungen wie die L/57-Kennzeichnung helfen dabei, Produktionszeiträume und Herstellerfirmen zu identifizieren und tragen zur Authentifizierung historischer Objekte bei.

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