Nahkampfspange in Silber - Rudolf Souval

Feinzink, rückseitig mit Hersteller "R.S.", das geschwärzte Plättchen magnetisch. Getragen, Zustand 2.
456420
900,00

Nahkampfspange in Silber - Rudolf Souval

Die Nahkampfspange in Silber gehört zu den bedeutendsten Auszeichnungen der deutschen Wehrmacht während des Zweiten Weltkriegs. Sie wurde am 25. November 1942 durch den Oberbefehlshaber der Wehrmacht gestiftet und sollte die besondere Tapferkeit und den persönlichen Einsatz im Nahkampf würdigen.

Die Stiftung dieser Auszeichnung erfolgte in einer Phase des Krieges, in der die Kämpfe an der Ostfront zunehmend brutaler wurden und der direkte Kampf Mann gegen Mann an Bedeutung gewann. Die Nahkampfspange wurde in drei Stufen verliehen: Bronze für 15 Nahkampftage, Silber für 30 Nahkampftage und Gold für 50 Nahkampftage. Als Nahkampftag galt ein Tag, an dem der Soldat aktiv an Kämpfen mit Handwaffen, Nahkampfwaffen oder im Handgemenge teilgenommen hatte.

Das vorliegende Exemplar wurde vom Wiener Hersteller Rudolf Souval gefertigt, einem der renommiertesten Produzenten militärischer Auszeichnungen während des Dritten Reiches. Die Firma Souval, die bereits seit dem 19. Jahrhundert bestand, unterhielt ihre Werkstätten in der Favoritenstraße in Wien und war für die hohe Qualität ihrer Arbeiten bekannt. Das Herstellerkürzel “R.S.” auf der Rückseite identifiziert dieses Stück eindeutig als Produkt dieser Manufaktur.

Die technische Ausführung aus Feinzink entspricht der typischen Materialverwendung der späteren Kriegsjahre, als Edelmetalle zunehmend knapp wurden. Das geschwärzte, magnetische Plättchen ist charakteristisch für diese Fertigungsweise. Die Spange zeigt das klassische Design mit gekreuzten Handgranate und Bajonett, umrahmt von einem Eichenlaubkranz, wobei die silberne Ausführung durch ihre Farbgebung die mittlere Stufe der Auszeichnung kennzeichnet.

Die Verleihungskriterien für die Nahkampfspange waren streng geregelt. Jeder Nahkampftag musste durch Zeugen bestätigt und vom Kompaniechef oder einer höheren Dienststelle dokumentiert werden. Die Auszeichnung wurde im Soldbuch eingetragen und die Verleihungsurkunde sorgfältig archiviert. Die Spange wurde auf der linken Brustseite der Uniform über der Tasche getragen, wobei ihre Position in der Rangfolge der Auszeichnungen genau festgelegt war.

Statistisch gesehen war die Nahkampfspange eine verhältnismäßig seltene Auszeichnung. Während des gesamten Krieges wurden schätzungsweise nur etwa 32.000 Nahkampfspangen in Silber verliehen, was die Schwierigkeit unterstreicht, die erforderlichen 30 Nahkampftage zu erreichen und zu überleben. Die goldene Stufe mit 50 erforderlichen Nahkampftagen war noch wesentlich seltener.

Das getragene Exemplar zeugt von der tatsächlichen Verwendung durch einen Soldaten. Der angegebene Zustand 2 weist auf eine gut erhaltene Spange hin, die deutliche Gebrauchsspuren aufweist, aber keine gravierenden Beschädigungen zeigt. Solche authentischen, getragenen Stücke sind für Sammler und Historiker von besonderem Interesse, da sie unmittelbare Zeugnisse der Geschichte darstellen.

Die Herstellung durch Rudolf Souval erfolgte unter strengen Qualitätskontrollen. Die Firma verwendete spezielle Prägewerkzeuge und Techniken, die ihre Produkte von denen anderer Hersteller unterscheidbar machen. Die charakteristische Qualität der Souval-Fertigung, erkennbar an präzisen Details und sauberer Verarbeitung, machte diese Spangen bei Soldaten begehrt und bei Sammlern heute besonders geschätzt.

Im historischen Kontext repräsentiert die Nahkampfspange die brutale Realität des Zweiten Weltkriegs, insbesondere an der Ostfront, wo die Kämpfe oft auf engste Distanz ausgetragen wurden. Die Auszeichnung spiegelt die militärische Kultur und das Wertesystem der Wehrmacht wider, das persönliche Tapferkeit und Kampfbereitschaft besonders honorierte.

Heute dienen solche Objekte als wichtige Studienobjekte für Militärhistoriker und Forscher, die sich mit der Auszeichnungspraxis, der Militärgeschichte und den sozialen Strukturen der Wehrmacht befassen. Sie sind materielle Zeugnisse einer dunklen Epoche der deutschen Geschichte und mahnen zur kritischen Auseinandersetzung mit der Vergangenheit.