Österreich K. u. K. Monarchie 1. Weltkrieg: großer Ordens- und Urkundennachlass aus dem Besitz von Hauptmann Theodor Ziegele, zuletzt Kommandant der Gebirgsartillerieabteilung 148 im Feldartillerieregiment 148

Große Ordensschnalle in "deutscher Ausführung" mit 7 Auszeichnungen: Eisernes Kreuz 1914 2. Klasse. Leopoldorden Ritterkreuz mit Schwertern und Kriegsdekoration. Bronze vergoldet und fein emailliert. Orden der Eisernen Krone Ritterkreuz mit Schwertern und Kriegsdekoration, Bronze vergoldet und fein emailliert. Militär-Verdienstkreuz mit Kriegsdekoration. Silberne und bronzene Militärverdienstmedaille am Bande des Militärverdienstkreuzes. Karl Truppenkreuz 1916. Die Ordensschnalle nahezu ungetragen in absolut neuwertigem Zustand. Dazu die passende Feldspange nach deutschen Vorbild sowie eine weitere Feldspange in der österreichischen Ausführung. Weiterhin das Ordenskettchen mit den 7 Auszeichnungen.
Dazu die folgenden Verleihungsurkunden, sortiert nach der Reihenfolge der Ordensschnalle:
Vorläufiger Ausweis zum Eisernen Kreuz 2. Klasse als Hauptmann und Batteriekommandant Feldkanonen-Regiment 5, verliehen am 5. April 1916, Ausgestellt durch "Oberkommando der Heeresgruppe Linsingen. Der Chef des Generalstabes.". 
Verleihungsurkunde für das Ritterkreuz des Leopold-Ordens mit der Kriegsdekoration, mit Schwertern, als Hauptmann des Feldartillerieregiments 148, Kommandant der Gebirgsartillerieabteilung 148, verliehen am 24. September 1918.
Verleihungsurkunde für den Orden der Eisernen Kreuze dritter Klasse mit der Kriegsdekoration, mit Schwertern, als Hauptmann des Feldartillerieregiments No. 4, Kommandant der I. Abteilung, verliehen am 10. Juni 1918.
Verleihungsurkunde zum Militär-Verdienstkreuz mit der Kriegsdekoration als Hauptmann, verliehen am 26. September 1914. Dazu die passenden Statuten.
Verleihungsurkunde zum Tragen der bronzenen Militärverdienstmedaille am Bande des Militärverdienstkreuzes, verliehen 23. Juli 1915.
Verleihungsurkunde zum Tragen der silbernen Militärverdienstmedaille am Bande des Militärverdienstkreuzes, verliehen 1. Juni 1916.
Dazu die folgenden einzelnen Auszeichnungen: Leopoldorden Ritterkreuz mit Schwertern und Kriegsdekoration. Bronze vergoldet und fein emailliert. Komplett im Verleihungsetui, auf der Unterseite gestempelt "BR. Schwerter". Getragen, Zustand 2. Dazu ein Dreiecksband und eine kleine Feldspange mit aufgelegten Schwertern. Orden der Eisernen Krone Ritterkreuz mit Schwertern und Kriegsdekoration, Bronze vergoldet. Komplett mit dem Verleihungsetui, der Deckel etwas beschädigt. Getragen, Zustand 2. Dazu ein Dreiecksband und eine kleine Feldspange mit aufgelegten Schwertern. Bronzene Militärverdienstmedaille am Band im Verleihungsetui, innen mit Hersteller "Zimbler Wien". Silberne Militärverdienstmedaille am bAnd im Verleihungsetui, innen mit Hersteller "Breitner Testverek Budapest". Militär-Verdienstkreuz mit Kriegsdekoration, getragen, im Medaillon mit leichtem Emailleschaden. Jubiläums-Hofkreuz 1908 in Luxusausführung, feuervergoldet mit aufpolierten Kanten, Zustand 1+. Richtauszeichnung der Artillerie, massiv geprägt an Trageklammer. Weiterhin 2 Paar Kragenspiegel als Oberleutnant und als Hauptmann der Artillerie, dazu eine Schulterschnur .
An weiteren Urkunden und Dokumenten:
Ernennung zum Cadett-Officiers-Stellvertreter beim Divisions-Artillerie-Regiment No. 30, 10. August 1900.
Ernennungsurkunde zum Leutnant, datiert 28. Oktober 1901.
Ernennungsurkunde zum Oberleutnant, datiert 27. April 1909.
Belobende Anerkennungsurkunde des 10. Korps-Kommando für die Dienstleistung als Regimentsadjutant des Feldkanonenregiments No. 30, datiert 15. Dezember 1909.
Ernennungsurkunde zum Hauptmann, datiert 8. August 1914.
Divisionskdobefehl vom 2. April 1918 des Kommando des K.u.K. Feldartillerieregiments Nr. 148 mit namentlicher Nennung von Ziegele.
Reisepass, ausgestellt 1915, mit eingetragenem Fronturlaub.
3 Legitimationsausweise für Militärpersonen zur Benutzung der K.k. österr. Staatsbahnen, datiert 1914, 1919, alle mit schönen Uniformportraitfotos.
Tschecheslovakische Republik Resieausweis, datiert 1919, mit schönem Uniformfoto.
Verleihung des Titels Oberstleutnant der Reserve, durch den Bundesminister des Ministeriums für Heereswesen, 15. Dezember 1925.
Schreiben des Bundesministeriums für Finanzen vom 16.3.1932, dass die beiden "unechten Orden (Ritterkreuz des Leop. Orden und Eiserne Krone 3. Kl.)" nach Zahlung des Ersatzbetrag von zusammen 13 Schilling in den Besitz von Ziegele übergehen. Dazu noch Postkarten Mappe "Der Krieg 1914/16 .. Abteilung Oesterreich-Ungarn", Führerschein von 1938 und die Legitimation des Vaters als württembergischer Staatsbürger von 1901.

Ein toller, umfangreicher und kompletter Nachlass eines tapferen österreichischen Frontoffiziers, in dieser Qualität und Vollständigkeit nur ganz selten zu finden.
457520

Österreich K. u. K. Monarchie 1. Weltkrieg: großer Ordens- und Urkundennachlass aus dem Besitz von Hauptmann Theodor Ziegele, zuletzt Kommandant der Gebirgsartillerieabteilung 148 im Feldartillerieregiment 148

Dieser außergewöhnliche Nachlass dokumentiert die militärische Laufbahn von Hauptmann Theodor Ziegele, einem österreichisch-ungarischen Artillerieoffizier, dessen Karriere die turbulenten Jahre des Ersten Weltkriegs und den Übergang zur Ersten Republik überspannte. Die Sammlung vereint nicht nur eine beeindruckende Ordensschnalle in deutscher Ausführung mit sieben Auszeichnungen, sondern auch die zugehörigen Verleihungsurkunden und persönlichen Dokumente, die ein seltenes vollständiges Bild eines k.u.k. Frontoffiziers vermitteln.

Ziegeles militärische Laufbahn begann am 10. August 1900 mit seiner Ernennung zum Cadett-Officiers-Stellvertreter beim Divisions-Artillerie-Regiment Nr. 30. Sein Aufstieg verlief stetig: am 28. Oktober 1901 wurde er zum Leutnant ernannt, am 27. April 1909 zum Oberleutnant. Während dieser Friedenszeit diente er als Regimentsadjutant des Feldkanonenregiments Nr. 30, wofür er am 15. Dezember 1909 eine belobende Anerkennungsurkunde des 10. Korps-Kommandos erhielt. Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs erfolgte am 8. August 1914 seine Beförderung zum Hauptmann.

Die Ordensschnalle und die begleitenden Dokumente zeichnen Ziegeles Kriegsverlauf nach. Seine erste Auszeichnung erhielt er bereits am 26. September 1914 mit dem Militär-Verdienstkreuz mit Kriegsdekoration. Dieses 1849 von Kaiser Franz Joseph I. gestiftete Ehrenzeichen wurde sparsam verliehen; die ersten Verleihungen 1849-1850 umfassten knapp 1.500 Auszeichnungen. Am 23. Juli 1915 folgte die bronzene Militärverdienstmedaille am Bande des Militärverdienstkreuzes, und am 1. Juni 1916 die silberne Klasse derselben Medaille. Die silberne Klasse, erst am 26. März 1911 eingeführt, war für Empfänger vorgesehen, die bereits eine zweite Verleihung erhalten hatten.

Eine bemerkenswerte Besonderheit im Nachlass ist das Deutsche Eiserne Kreuz 2. Klasse, verliehen am 5. April 1916 durch das Oberkommando der Heeresgruppe Linsingen. Zu diesem Zeitpunkt diente Ziegele als Hauptmann und Batteriekommandant im deutschen Feldkanonen-Regiment 5, ein Zeugnis der engen Zusammenarbeit zwischen österreichisch-ungarischen und deutschen Truppen. Das am 5. August 1914 von Kaiser Wilhelm II. erneuerte Eiserne Kreuz wurde in der zweiten Klasse etwa 5.215.855 Mal zwischen 1914 und 1918 verliehen, wobei die genauen Zahlen durch die Zerstörung der preußischen Militärarchive im Zweiten Weltkrieg verloren gingen.

Die beiden höchsten Auszeichnungen in Ziegeles Nachlass dokumentieren seine herausragenden Leistungen in den späten Kriegsjahren. Am 10. Juni 1918 erhielt er als Hauptmann und Kommandant der I. Abteilung des Feldartillerieregiments Nr. 4 den Orden der Eisernen Krone dritter Klasse mit Kriegsdekoration und Schwertern. Dieser 1816 von Kaiser Franz I. wiedererrichtete Orden war ursprünglich auf 50 Ritter der dritten Klasse beschränkt, entwickelte sich jedoch während des Ersten Weltkriegs zur bevorzugten Tapferkeitsmedaille für Offiziere. Am 24. September 1918, nur Wochen vor dem Zusammenbruch der Monarchie, wurde ihm das Ritterkreuz des Leopold-Ordens mit Kriegsdekoration und Schwertern verliehen, während er als Kommandant der Gebirgsartillerieabteilung 148 im Feldartillerieregiment 148 diente. Der 1808 von Kaiser Franz I. gestiftete Leopold-Orden wurde nach strengen Anforderungen und sparsam verliehen.

Das Karl-Truppenkreuz, am 13. Dezember 1916 von Kaiser Karl I. gestiftet, vervollständigt die Ordensschnalle. Von diesem Ehrenzeichen wurden zwischen dem 1. Juli 1917 und dem 30. Juni 1918 insgesamt 651.000 Stück geprägt, wobei die republikanische Regierung die Verleihung bis 1922 fortsetzte. Es wurde allen Truppen verliehen, die mindestens zwölf Wochen bei einer kämpfenden Einheit gedient und an mindestens einer Schlacht teilgenommen hatten.

Die Montage der Auszeichnungen in deutscher Ausführung als horizontale Ordensschnalle anstelle der traditionellen österreichischen Dreiecksform spiegelt eine verbreitete Praxis unter k.u.k. Offizieren wider, die an der Seite deutscher Truppen kämpften. Der Nachlass enthält jedoch beide Varianten, sowohl deutsche als auch österreichische Feldspangen.

Nach dem Zusammenbruch der Monarchie im November 1918 setzte Ziegele seine militärische Verbindung fort. Am 15. Dezember 1925 verlieh ihm der Bundesminister des Ministeriums für Heereswesen den Titel Oberstleutnant der Reserve. Ein faszinierendes Dokument vom 16. März 1932 des Bundesministeriums für Finanzen bestätigt, dass die beiden Orden (Ritterkreuz des Leopold-Ordens und Eiserne Krone 3. Klasse) nach Zahlung eines Ersatzbetrags von zusammen 13 Schilling in seinen Besitz übergingen. Diese Regelung reflektiert die komplexe Nachgeschichte der kaiserlichen Auszeichnungen in der Ersten Republik, wobei höhere Klassen normalerweise nach dem Tod des Trägers an die Kanzlei zurückgegeben werden mussten.

Die außergewöhnliche Vollständigkeit dieses Nachlasses mit nahezu ungetragenen Auszeichnungen, Originalverleihungsetuis von Herstellern wie Zimbler Wien und Breitner Testverek Budapest, sowie der lückenlosen Dokumentation von 1900 bis in die 1930er Jahre macht ihn zu einem herausragenden Zeugnis der militärischen Erfahrung eines österreichisch-ungarischen Artillerieoffiziers.

r