Wehrmacht nichttragbare Siegermedaille "Preisrichten 1937 3. Preis"

Feinzink, Durchmesser 50 mm, Zustand 2
447921
90,00

Wehrmacht nichttragbare Siegermedaille "Preisrichten 1937 3. Preis"

Die vorliegende Wehrmacht-Siegermedaille aus dem Jahr 1937 mit der Aufschrift “Preisrichten 3. Preis” repräsentiert einen faszinierenden Aspekt der militärischen Kultur im nationalsozialistischen Deutschland. Diese aus Feinzink gefertigte Medaille mit einem Durchmesser von 50 mm gehört zur Kategorie der nichttragbaren Auszeichnungen und wurde im Rahmen militärischer Wettkämpfe und Leistungsvergleiche vergeben.

In den 1930er Jahren legte die Wehrmacht, die 1935 offiziell die Reichswehr ablöste, großen Wert auf die Förderung militärischer Fertigkeiten und den Wettkampfgedanken innerhalb der Truppe. Das Preisrichten oder Preisschießen stellte dabei eine zentrale Disziplin dar, die sowohl die Schießfertigkeit der einzelnen Soldaten als auch den Zusammenhalt und die Leistungsfähigkeit militärischer Einheiten demonstrieren sollte. Diese Veranstaltungen waren Teil eines umfassenden Programms zur Steigerung der militärischen Einsatzbereitschaft und dienten gleichzeitig der Motivation der Mannschaften.

Die Verwendung von Feinzink als Material war in dieser Zeit durchaus üblich für Auszeichnungen und Medaillen, die in größerer Stückzahl produziert wurden. Im Gegensatz zu Orden und Ehrenzeichen, die am Uniform getragen wurden, handelte es sich bei solchen Siegermedaillen um Erinnerungs- und Ehrenstücke, die nicht zur Uniform gehörten. Sie wurden typischerweise in Vitrinen ausgestellt oder als persönliche Andenken aufbewahrt. Die Materialwahl reflektierte auch die zunehmende Rohstoffknappheit im Deutschen Reich, da edlere Metalle wie Silber oder Bronze für wichtigere militärische und wirtschaftliche Zwecke reserviert wurden.

Das Jahr 1937 markiert eine Phase intensiver Aufrüstung und militärischer Reorganisation. Nach der Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht im Jahr 1935 und der Remilitarisierung des Rheinlandes 1936 befand sich die Wehrmacht in einer Phase des rapiden Wachstums. Militärische Wettkämpfe und Schießwettbewerbe dienten nicht nur der Ausbildung, sondern auch der Propaganda. Sie sollten die angebliche Überlegenheit der deutschen Streitkräfte demonstrieren und wurden oft mit großem zeremoniellen Aufwand durchgeführt.

Die Bezeichnung “3. Preis” zeigt, dass es sich um eine Auszeichnung für den dritten Platz in einem solchen Wettbewerb handelte. Die Hierarchie der Preise war klar gegliedert, wobei üblicherweise die ersten drei Plätze mit Medaillen unterschiedlicher Ausführung gewürdigt wurden. Solche Wettkämpfe konnten auf verschiedenen Ebenen stattfinden - von der Kompanie über das Regiment bis hin zu divisions- oder wehrkreisweiten Veranstaltungen. Die Teilnahme und das Abschneiden bei solchen Wettbewerben wurden in den Personalakten der Soldaten vermerkt und konnten sich positiv auf die militärische Karriere auswirken.

Die Gestaltung solcher Medaillen folgte typischerweise den heraldischen und symbolischen Konventionen der Zeit. Häufig waren Wehrmacht-Adler, Hakenkreuze, militärische Symbole wie gekreuzte Gewehre oder Schießscheiben, sowie Eichenlaub als traditionelles deutsches Symbol für Tapferkeit und Stärke dargestellt. Die Rückseite trug üblicherweise Inschriften bezüglich des Anlasses, des Jahres und der Platzierung.

Im Kontext der militärhistorischen Forschung bieten solche nichttragbaren Auszeichnungen wertvolle Einblicke in die Alltagskultur und Organisationsstruktur der Wehrmacht. Sie dokumentieren die systematische Förderung militärischer Leistung und den Versuch, durch Wettkampf und Anerkennung die Kampfkraft und Moral der Truppe zu steigern. Gleichzeitig spiegeln sie die zunehmende Militarisierung der deutschen Gesellschaft in der Vorkriegszeit wider.

Sammler und Historiker schätzen solche Objekte heute als Zeitdokumente, die über die großen politischen und militärischen Ereignisse hinaus die konkrete Lebenswelt der Soldaten beleuchten. Der Erhaltungszustand 2 dieser Medaille deutet auf eine gute Konservierung hin, was bei Zink-Objekten nicht selbstverständlich ist, da dieses Material zur Korrosion neigt. Dies erhöht den dokumentarischen und sammlerwissenschaftlichen Wert des Stückes erheblich.