Kriegsmarine Mantel für einen Konteradmirale

Elegantes Eigentumstück, um 1939. Dunkelblaues in feiner Offiziersqualität, eingenähte Schulterstücke in Cellon und Silberfaden Geflecht für Konteradmirale. Die Mantelaufschläge kornblumenblau gefüttert. Innen graues Futter. Die linke Tasche mit abgeschnittenen Gehänge zum Tragen des Offiziersdolches. Armlänge 68 cm, Länge 120 cm. Kleinen Mottenlöcher. Getragen, Zustand 2-. Nur selten zu finden.
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6.000,00

Kriegsmarine Mantel für einen Konteradmirale

Der Kriegsmarine-Mantel für Konteradmirale repräsentiert ein außergewöhnliches Zeugnis der deutschen Marineuniformtradition aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Dieses elegante Kleidungsstück verkörpert die strenge Hierarchie und das ausgeprägte Standesbewusstsein der deutschen Kriegsmarine zwischen 1935 und 1945.

Die Kriegsmarine, offiziell am 1. Juni 1935 gegründet, führte ein komplexes Uniformsystem ein, das sich stark an den Traditionen der Kaiserlichen Marine orientierte. Der dunkelblaue Mantel in feiner Offiziersqualität war ein essentieller Bestandteil der Garderobe höherer Marineoffiziere und wurde zu offiziellen Anlässen sowie im täglichen Dienst getragen.

Die Schulterstücke dieses Mantels sind besonders charakteristisch: Sie bestehen aus einem Geflecht von Silberfaden und Cellon und kennzeichnen den Rang eines Konteradmirals (Rear Admiral). Der Konteradmiral war der niedrigste Admiralsrang in der Kriegsmarine und entsprach dem Generalmajor in der Wehrmacht. Konteradmirale führten typischerweise Flottenverbände, Marinestationen oder bedeutende Verwaltungseinheiten.

Die Uniformvorschriften der Kriegsmarine von 1936 und deren spätere Ergänzungen regelten minutiös die Ausgestaltung der Offiziersuniform. Die kornblumenblauen Mantelaufschläge waren ein traditionelles Element der deutschen Marineuniform und unterschieden diese deutlich von den Uniformen anderer Wehrmachtsteile. Die Verwendung von hochwertigem, dunkelblauem Tuch in Offiziersqualität war den höheren Rängen vorbehalten und musste meist auf eigene Kosten beschafft werden.

Ein besonders bemerkenswertes Detail dieses Mantels ist die linke Tasche mit abgeschnittenem Gehänge zum Tragen des Offiziersdolches. Der Marinedolch war ein wichtiges Distinktionsmerkmal der Marineoffiziere und wurde bei formellen Anlässen getragen. Das Gehänge ermöglichte es, den Dolch diskret unter dem Mantel zu tragen, wobei nur der Griff sichtbar blieb.

Die Cellon-Schulterstücke waren eine praktische Innovation der 1930er Jahre. Cellon, ein früher transparenter Kunststoff auf Zellulosebasis, schützte die aufwendigen Silberfadengeflechte vor Witterungseinflüssen und Abnutzung. Diese Technik war typisch für hochwertige Marineuniformen der späten 1930er und frühen 1940er Jahre.

Die Datierung dieses Mantels “um 1939” platziert ihn in eine besonders bedeutsame Phase der deutschen Marinegeschichte. 1939 verfügte die Kriegsmarine über etwa 15.000 Offiziere und Admirale. Der Z-Plan, ein ehrgeiziges Flottenbauprogramm von Großadmiral Erich Raeder, sollte bis Mitte der 1940er Jahre eine schlagkräftige Hochseeflotte schaffen, wurde jedoch durch den Kriegsausbruch im September 1939 nie vollendet.

Konteradmirale der Kriegsmarine trugen enorme Verantwortung. Sie kommandierten Geschwader, leiteten Marinewerften oder waren in der Seekriegsleitung tätig. Bekannte Konteradmirale dieser Zeit waren unter anderem Karl Dönitz (später Großadmiral und Oberbefehlshaber der Kriegsmarine) und Günther Lütjens, der 1941 als Admiral die Operation “Rheinübung” mit der Bismarck befehligte.

Die Beschaffung und Anfertigung solcher hochwertigen Uniformstücke erfolgte meist durch spezialisierte Marineschneidereien in den großen Marinestützpunkten wie Kiel, Wilhelmshaven oder Hamburg. Die Kosten für einen kompletten Uniformsatz eines Admirals waren beträchtlich und mussten größtenteils privat getragen werden, was die soziale Exklusivität des Offizierskorps unterstreicht.

Das graue Innenfutter und die sorgfältige Verarbeitung zeugen von der handwerklichen Qualität dieser Uniformen. Die angegebenen Maße (Armlänge 68 cm, Gesamtlänge 120 cm) entsprechen den damaligen Standards für einen knielangen Offiziersmantel.

Die erwähnten Mottenlöcher und der getragene Zustand sind typisch für erhaltene Textilien aus dieser Zeit und schmälern nicht den historischen Wert. Im Gegenteil: Sie bezeugen, dass dieser Mantel tatsächlich im Dienst getragen wurde und kein Paradestück war.

Heute sind solche Originalmäntel von Kriegsmarine-Admiralen tatsächlich “nur selten zu finden”, da viele nach Kriegsende vernichtet oder umgearbeitet wurden. Sie sind wichtige Sachzeugen einer komplexen historischen Epoche und erlauben Einblicke in die materielle Kultur und Hierarchiestrukturen der deutschen Kriegsmarine.