Wehrmacht Heer (WH) Säbel für Offiziere mit Geschenkwidmung an den Kompanieführer der Reit- und Fahrabteilung 4./MG Kompanie, 130. Division

um 1939. Es handelt sich um ein sehr schöner Säbel für Offiziere mit beidseitiger Klingenätzung . Vergoldetes Messinggefäß mit Parderkopf, rote Glasaugen, Eichenlaubdekor und Hoheitsadler mit gestreckten Flügeln. Leicht gekrümmte Klinge des Herstellers "Puma Solingen",  frontseitig mit floralen Ranken und " Unserm Kompanieführer zur Erinnerung v. d. Reit- u. Fahrabt. d.4./ MGK D.130 Dezember 1939" sowie rückseitig ebenfalls mit Ranken und Hoheitsadler geätzt, schwarz lackierte Scheide mit fast 100% Originallacks . Wenig getragenes Stück in sehr gute Erhaltung. Zustand 2
Gesamtlänge: 1025mm
453322
8.500,00

Wehrmacht Heer (WH) Säbel für Offiziere mit Geschenkwidmung an den Kompanieführer der Reit- und Fahrabteilung 4./MG Kompanie, 130. Division

Der vorliegende Offizierssäbel der Wehrmacht repräsentiert ein bedeutendes Beispiel der militärischen Zeremonialwaffen des Deutschen Heeres während der Zeit unmittelbar vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. Dieser Säbel für Offiziere wurde im Dezember 1939 als persönliches Geschenk an einen Kompanieführer überreicht und dokumentiert die militärische Tradition der Geschenkwidmungen innerhalb der Wehrmacht.

Die 130. Infanterie-Division wurde am 16. Oktober 1940 offiziell aufgestellt, doch existierten bereits zuvor Truppenteile, die später in diese Division integriert wurden. Die Widmung auf diesem Säbel stammt vom Dezember 1939, also aus der Zeit der Mobilmachung und Formierung der deutschen Streitkräfte nach Beginn des Krieges im September 1939. Die Reit- und Fahrabteilung war für den Transport und die Logistik innerhalb der Maschinengewehr-Kompanie verantwortlich, was in den frühen Kriegsjahren noch stark auf pferdebespannte Fahrzeuge angewiesen war.

Die Gestaltung dieses Säbels folgt den Heeresdienstvorschriften und den Uniformvorschriften für Offiziere des Heeres. Das vergoldete Messinggefäß mit dem charakteristischen Parderkopf (Leopardenkopf) mit roten Glasaugen war typisch für Offizierssäbel dieser Epoche. Der Parderkopf hatte eine lange Tradition in der preußisch-deutschen Militärgeschichte und wurde bereits im 19. Jahrhundert verwendet. Der Eichenlaubdekor symbolisierte Stärke und Beständigkeit, während der Hoheitsadler mit gestreckten Flügeln das nationale Symbol des Deutschen Reiches darstellte.

Die Klinge wurde vom renommierten Hersteller Puma Solingen gefertigt. Solingen war seit Jahrhunderten das Zentrum der deutschen Klingenproduktion und genoss international einen hervorragenden Ruf. Die Firma Puma, offiziell als Puma-Werk bekannt, gehörte zu den bedeutendsten Herstellern von Blankwaffen für die Wehrmacht. Die beidseitige Klingenätzung mit floralen Ranken entsprach dem ästhetischen Ideal der Zeit und verband militärische Funktion mit handwerklicher Kunstfertigkeit.

Die Widmung “Unserm Kompanieführer zur Erinnerung v. d. Reit- u. Fahrabt. d.4./ MGK D.130 Dezember 1939” gibt wichtige Einblicke in die militärische Struktur und die Kameradschaftstraditionen. Solche personalisierten Geschenke waren Ausdruck der Wertschätzung der Mannschaften gegenüber ihren Vorgesetzten und wurden typischerweise bei besonderen Anlässen überreicht, etwa bei Beförderungen, Versetzungen oder Jubiläen. Der Dezember 1939 fiel in eine Phase des sogenannten “Sitzkrieges” an der Westfront, während gleichzeitig die Planungen für zukünftige Operationen liefen.

Die schwarze Scheide mit nahezu vollständig erhaltenem Originallack ist bemerkenswert, da Lackierungen oft durch Gebrauch,Witterungseinflüsse und Lagerung beschädigt wurden. Der hervorragende Erhaltungszustand deutet darauf hin, dass dieser Säbel primär zu zeremoniellen Zwecken getragen wurde und nicht im Feldeinsatz war.

Offizierssäbel waren im deutschen Heer nicht für den Kampf konzipiert, sondern dienten als Rangabzeichen und wurden bei Paraden, Appellen und feierlichen Anlässen getragen. Nach den Vorschriften war das Tragen von Blankwaffen für Offiziere bei bestimmten Dienstverrichtungen vorgeschrieben. Der Säbel symbolisierte die Offiziersehre und die militärische Tradition, die bis ins 18. Jahrhundert zurückreichte.

Die Maschinengewehr-Kompanie, deren Reit- und Fahrabteilung diesen Säbel stiftete, spielte eine wichtige taktische Rolle in der Infanterie-Division. Maschinengewehre waren die Hauptfeuerkraft der Infanterie, und ihre Transportabteilungen mussten die schweren Waffen, Munition und Ausrüstung beweglich halten. In der frühen Phase des Zweiten Weltkrieges war die Wehrmacht noch nicht vollständig motorisiert, weshalb Pferdegespanne eine zentrale Rolle spielten.

Dieser Säbel dokumentiert somit mehrere Aspekte der Militärgeschichte: die handwerkliche Tradition der Solinger Waffenschmiede, die zeremoniellen Gepflogenheiten der Wehrmacht, die militärische Organisation und die Kameradschaftskultur innerhalb der Truppe. Als Zeitzeugnis aus dem ersten Kriegsjahr besitzt er besonderen historischen Wert für das Verständnis der Wehrmacht-Organisation und ihrer internen sozialen Strukturen.