Luftwaffe Felddivision Stahlhelm M 35 mit Tarnlackierung

die Tarnlackierung in sandfarben, braun und grün, die Farbe zu ca. 85 % erhalten. Die Helmglocke ist innen seitlich mit "EF62" und im Nacken mit "3808" gestempelt. Mit Futter am Blechring und Kinnriemen, Kopfgröße ca. 55. Zustand 2.
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Luftwaffe Felddivision Stahlhelm M 35 mit Tarnlackierung

Der vorliegende Stahlhelm M 35 mit Tarnlackierung repräsentiert ein bedeutendes Artefakt der deutschen Militärgeschichte des Zweiten Weltkriegs. Dieser Helmtyp wurde 1935 als Nachfolger des M 16 und M 18 eingeführt und stellte eine technische sowie ästhetische Weiterentwicklung dar.

Die Luftwaffe Felddivisionen waren eine besondere Formation innerhalb der Wehrmacht, die ab 1942 aufgestellt wurden. Reichsmarschall Hermann Göring ordnete die Aufstellung dieser Divisionen an, um überzähliges Luftwaffenpersonal, das aufgrund der reduzierten Luftüberlegenheit nicht mehr in seiner ursprünglichen Funktion benötigt wurde, als Bodentruppen einzusetzen. Zwischen 1942 und 1943 wurden insgesamt 22 Luftwaffe-Felddivisionen formiert.

Der Stahlhelm M 35 unterschied sich von seinen Vorgängern durch mehrere charakteristische Merkmale. Die Helmglocke wurde aus einem Stück chromnickelhaltigem Stahl gepresst und wies eine Wandstärke von etwa 1,15 mm auf. Im Vergleich zum M 16/18 hatte der M 35 einen flacheren Schirm und eine weniger ausgeprägte Wölbung am Nacken. Die seitlichen Lüftungsöffnungen wurden als durchgehende Löcher mit aufgesetzten Lüftungstüllen ausgeführt.

Die Herstellerkennzeichnung “EF62” verweist auf die Emaillierwerke Fulda AG, einen der zahlreichen Hersteller von Stahlhelmen während des Zweiten Weltkriegs. Die Nummer “3808” im Nackenbereich stellt die Chargennummer dar, die zur Qualitätskontrolle und Rückverfolgbarkeit diente. Diese Stempelungen ermöglichen heute eine präzise Zuordnung des Helms zu Produktionsstätte und Herstellungszeit.

Die Tarnlackierung in sandfarben, braun und grün entspricht den verschiedenen Tarnmustern, die von der Wehrmacht ab etwa 1940 verwendet wurden. Während Helme zunächst in einem einheitlichen feldgrauen oder dunkelgrauen Farbton ausgeliefert wurden, erkannte man schnell die Notwendigkeit einer an unterschiedliche Kampfumgebungen angepassten Tarnung. Die Tarnlackierung wurde meist im Feld durch die Truppen selbst oder durch Werkstätten der jeweiligen Einheiten aufgebracht. Die hier beschriebene Farbkombination deutet auf den Einsatz in gemischten Gelände- und Vegetationszonen hin, möglicherweise an der Ost- oder Südfront.

Das Innenfutter bestand typischerweise aus acht Ledersegmenten, die an einem Aluminiumring befestigt waren. Dieser Ring war wiederum durch Stahlnieten mit der Helmglocke verbunden. Das Leder diente der Polsterung und ermöglichte durch eine Schnürung eine Anpassung an verschiedene Kopfgrößen. Die angegebene Kopfgröße 55 entsprach einem Kopfumfang von etwa 55 cm, was einer kleinen bis mittleren Größe gleichkam.

Der Kinnriemen des M 35 wurde aus schwarzem oder braunem Leder gefertigt und mittels Splintbolzen an den seitlichen Ösen befestigt. Er diente der Sicherung des Helms während des Kampfes und beim Transport.

Die Luftwaffe-Felddivisionen, für die dieser Helm typisch war, erlitten während ihres Einsatzes erhebliche Verluste. Sie waren ursprünglich nicht für den Bodenkampf ausgebildet und mussten diese Aufgabe unter schwierigen Bedingungen übernehmen. Die meisten dieser Divisionen wurden 1943/44 nach hohen Verlusten aufgelöst oder in Luftwaffen-Feldregimenter umgewandelt und später der Heeresstruktur unterstellt.

Der Erhaltungszustand mit etwa 85% erhaltener Lackierung ist bemerkenswert, da die meisten dieser Helme entweder durch Kampfhandlungen beschädigt wurden oder die Lackierung durch jahrzehntelange Lagerung und Umwelteinflüsse stark gelitten hat. Die Klassifizierung als “Zustand 2” nach der üblichen Bewertungsskala deutet auf einen sehr guten Erhaltungszustand mit nur geringen Gebrauchsspuren hin.

Dieser Helm stellt somit ein authentisches Zeugnis der deutschen Militärgeschichte dar und dokumentiert sowohl die technische Entwicklung militärischer Schutzausrüstung als auch die organisatorischen Umstrukturierungen der Wehrmacht während des Zweiten Weltkriegs.