Preußen Orden Pour le Mérite mit Eichenlaub

Es handelt sich hierbei um ein verliehenes Stück aus dem 1. Weltkrieg, um 1914/1915. Die klassische Fertigung in Gold, hohl verbödet der Firma Wagner in Berlin, wie sie bis 1915 verliehen wurden. Beidseitig fein emailliert, ohne Ritzmarke.Das Eichenlaub ebenfalls in Gold hohlgeprägt, rückseitig mit verlötetem Bandring. Mit mit einem ungetragenen Halsbandabschnitt, Länge 33 cm. Komplett im roten Verleihungsetui, innen mit schwarzem Samtbett, die Deckelränder mit Goldfolie belegt. Das Kreuz mit leichten Tragespuren. Ein schönes Stück, Zustand 2.

Der Orden Pour le Mérite wurde von Friedrich dem Großen im Jahr 1740 gestiftet und war neben dem Orden vom Schwarzen Adler die bedeutendste Auszeichnung, die in Preußen vergeben werden konnte. Seit seiner Stiftung 1740 wurde der Orden bis zum Ende des 1. Weltkriegs 1918 an insgesamt 5.430 Personen verliehen. Im Ersten Weltkrieg wurde der Pour le Mérite 687 Mal verliehen, mit Eichenlaub nur 122 Mal. Die Ausführung in Gold wurde aufgrund der Kriegslage nur bis Ende 1915 verliehen, danach wurden noch Silber vergoldete Stücke ausgegeben. Bis Ende 1915 wurden nur 106 goldene Pour le Mérite verliehen und nur 31 Mal mit Eichenlaub.
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Preußen Orden Pour le Mérite mit Eichenlaub

Der Orden Pour le Mérite mit Eichenlaub repräsentiert eine der höchsten militärischen Auszeichnungen der preußischen und deutschen Geschichte. Gestiftet im Jahr 1740 von König Friedrich II. von Preußen, folgte dieser Orden dem älteren Ordre de la Générosité von 1667 nach. Die französische Bezeichnung spiegelt die Sprache des preußischen Hofes jener Zeit wider und blieb über fast zwei Jahrhunderte bestehen. Am 18. Januar 1810 wandelte König Friedrich Wilhelm III. die Auszeichnung in einen ausschließlich militärischen Orden um, der fortan nur noch an Offiziere für außergewöhnliche persönliche Leistungen im Kampf verliehen wurde.

Die besondere Distinktion des Eichenlaubes wurde im März 1813 durch Friedrich Wilhelm III. eingeführt. Nach den ursprünglichen Verleihungsbestimmungen von 1813 sollte das Eichenlaub für die Eroberung oder erfolgreiche Verteidigung einer Festung oder für den Sieg in einer Schlacht verliehen werden. Während des Ersten Weltkrieges entwickelte sich das Eichenlaub zunehmend zu einem Zeichen für die zweite oder höhere Verleihung des Pour le Mérite und blieb meist hochrangigen Offizieren, insbesondere Feldkommandeuren oder Generalstabsoffizieren, vorbehalten, die für die Planung siegreicher Schlachten oder Kampagnen verantwortlich waren.

Das vorliegende Stück verkörpert die klassische Fertigung der Firma Wagner & Sohn, Berlin, die bis Ende 1915 in Gold ausgeführt wurde. Die Hohlprägung in Gold, beidseitig fein emailliert, entspricht exakt der Bauweise, wie sie von dieser renommierten Berliner Manufaktur hergestellt wurde. Das Malteserkreuz zeigt blaue Emaille auf den Kreuzarmen, goldene Adler zwischen den Armen, eine goldene Kaiserkrone mit dem Buchstaben F für Friedrich auf dem oberen Arm und die Inschrift Pour le Mérite auf den drei verbleibenden Kreuzarmen verteilt. Die charakteristische Hohlkonstruktion mit Belüftungslöchern auf den Kreuzarmen bei drei und neun Uhr war typisch für die Wagner-Fertigung.

Die Materialgeschichte des Ordens reflektiert die dramatischen Umstände des Ersten Weltkrieges. Aufgrund der kriegsbedingten Materialknappheit verfügte die Generalordenskommission am 10. Oktober 1916, dass goldene Kreuze fortan nur noch aus vergoldetem Silber mit einem Feingehalt von 938/1000 gefertigt werden durften, markiert mit dem Feingehaltsstempel 938 und der Herstellerkontrollmarke. Dies macht die goldenen Ausführungen bis Ende 1915 zu besonderen Raritäten: Nur 106 goldene Pour le Mérite wurden insgesamt verliehen, und davon lediglich 31 Mal mit Eichenlaub.

Von der Stiftung 1740 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges 1918 wurde der Orden an insgesamt 5.430 Personen verliehen. Während des Ersten Weltkrieges erfolgte die Verleihung 687 Mal, wobei das Eichenlaub nur 122 Mal hinzugefügt wurde. Zu den bekanntesten Trägern zählen die Fliegerasse Max Immelmann und Oswald Boelcke, die am 12. Januar 1916 als erste Flieger diese Auszeichnung erhielten, sowie Manfred von Richthofen, der berühmte “Rote Baron”, der sie im Januar 1917 empfing. Unter den U-Boot-Kommandanten wurden Lothar von Arnauld de la Perière, Walther Schwieger, Otto Hersing und Otto Weddigen ausgezeichnet. Militärische Führer wie Paul von Hindenburg und Erich Ludendorff, der im August 1914 den Orden und im Februar 1915 das Eichenlaub erhielt, gehören zu den prominentesten Trägern.

Die letzte Verleihung erfolgte am 2. September 1918 an das Fliegerass Theo Osterkamp. Mit der Abdankung Kaiser Wilhelms II. am 9. November 1918 und dem Ende der preußischen Monarchie erlosch der militärische Orden. Bisherige Träger durften die Auszeichnung jedoch weiterhin tragen, und der Orden blieb ein lebendiges Symbol militärischer Exzellenz bis zum Tod des letzten Trägers, des Schriftstellers Ernst Jünger, im Jahr 1998.

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