Kriegsverdienstmedaille 1939.
Die Kriegsverdienstmedaille 1939 gehört zu den bedeutendsten Auszeichnungen des Deutschen Reiches während des Zweiten Weltkriegs und stellt ein wichtiges Zeugnis der nationalsozialistischen Ordenspolitik dar. Diese Medaille wurde durch Erlass vom 19. August 1940 von Adolf Hitler gestiftet und sollte Verdienste im Kriege würdigen, die nicht unmittelbar im Kampfeinsatz erbracht wurden.
Die Stiftung der Kriegsverdienstmedaille erfolgte als Ergänzung zum bereits am 18. Oktober 1939 gestifteten Kriegsverdienstkreuz. Während das Kriegsverdienstkreuz in zwei Klassen verliehen wurde und höhere Verdienste auszeichnete, war die Medaille für weniger herausragende, aber dennoch anerkennungswürdige Leistungen vorgesehen. Sie bildete damit die unterste Stufe in der Hierarchie der Kriegsverdienstauszeichnungen des Dritten Reiches.
Gestaltung und Ausführung: Die Medaille besteht aus Buntmetall, also einer Kupferlegierung, was der Materialknappheit während des Krieges Rechnung trug. Auf der Vorderseite zeigt sie einen Stahlhelm M35, umgeben von einem Eichenlaubkranz. Die Rückseite trägt die Inschrift “FÜR KRIEGSVERDIENST 1939” sowie das Hakenkreuz im Zentrum. Der Durchmesser beträgt 33 Millimeter. Die Medaille wurde an einem rot-weiß-schwarzen Band getragen, das an die Farben des Kaiserreichs erinnerte und 1935 wieder als Reichsfarben eingeführt worden waren.
Verleihungskriterien: Die Kriegsverdienstmedaille wurde an Militärpersonen und Zivilisten verliehen, die sich während des Krieges besondere Verdienste erworben hatten, ohne dass diese unmittelbar kampfbezogen sein mussten. Zu den typischen Verdiensten gehörten Leistungen in der Rüstungsindustrie, der Verwaltung, dem Sanitätsdienst, der Luftschutzorganisation oder anderen kriegswichtigen Bereichen. Auch langjährige treue Pflichterfüllung konnte zur Verleihung führen.
Die Verleihung erfolgte in der Regel durch vorgesetzte militärische oder zivile Dienststellen. Im Gegensatz zu höheren Auszeichnungen war die Vergabe weniger restriktiv gehandhabt, was zu einer relativ großen Anzahl von Verleihungen führte. Schätzungen gehen von mehreren Millionen verliehener Exemplare aus, wobei genaue Zahlen aufgrund der Kriegswirren und unvollständiger Aufzeichnungen nicht mehr zu ermitteln sind.
Historischer Kontext: Die Einführung der Kriegsverdienstmedaille muss im Kontext der nationalsozialistischen Propaganda und Motivationspolitik gesehen werden. Das Regime erkannte früh die Bedeutung von Auszeichnungen für die Moral der Bevölkerung und der Streitkräfte. Durch die Schaffung verschiedener Stufen von Auszeichnungen sollte ein breites Spektrum von Leistungen gewürdigt und damit Anreize für weiteren Einsatz geschaffen werden.
Die Medaille steht auch exemplarisch für die totale Mobilisierung der deutschen Gesellschaft im Zweiten Weltkrieg. Die Tatsache, dass sowohl Soldaten als auch Zivilisten ausgezeichnet werden konnten, unterstreicht die Auflösung der Grenzen zwischen Front und Heimat, die für den modernen totalen Krieg charakteristisch war.
Sammler- und Forschungswert: Heute sind Exemplare der Kriegsverdienstmedaille 1939 häufig in Sammlungen und auf dem Antiquitätenmarkt zu finden. Der Zustand der Medaillen variiert erheblich, wobei gut erhaltene Exemplare mit originalem Band besonders geschätzt werden. Die Erhaltungsstufe “Zustand 2” bezeichnet üblicherweise ein gut erhaltenes Stück mit leichten Gebrauchsspuren.
Für die militärhistorische Forschung sind diese Medaillen von Interesse, da sie Aufschluss über die Verleihungspraxis, die Produktionsbedingungen während des Krieges und die soziale Durchdringung des nationalsozialistischen Systems geben. Verschiedene Herstellervarianten und Fertigungsqualitäten dokumentieren zudem die wirtschaftlichen Bedingungen und die Organisation der Ordensproduktion im Dritten Reich.
Rechtliche Aspekte: In Deutschland ist der Besitz und Handel mit historischen Orden und Ehrenzeichen, einschließlich solcher aus der NS-Zeit, grundsätzlich legal, solange keine verfassungsfeindlichen Symbole wie das Hakenkreuz zu Propagandazwecken verwendet werden. Im wissenschaftlichen, historischen und sammlerischen Kontext ist der Umgang mit solchen Objekten ausdrücklich erlaubt und dient der historischen Aufarbeitung.