Luftwaffe Stahlhelm M35 einer LW-Felddivision 

Die graublaue Originallackierung ist feldgrau überlackiert worden, die Helmglocke ist innen am Nacken mit "2829" gestempelt und seitlich mit "ET62". Mit Lederfutter am Aluminiumring und Kinnriemen. Größe: 55. Hintere Helmniete wurde ergänzt. Getragen, Zustand 3.

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Luftwaffe Stahlhelm M35 einer LW-Felddivision 

Der Stahlhelm M35 der deutschen Luftwaffe stellt ein bedeutendes Ausrüstungsstück der Wehrmacht während des Zweiten Weltkriegs dar. Dieser spezielle Helm gehörte zu einer Luftwaffen-Felddivision, einer besonderen Truppengattung, die eine faszinierende Entwicklung innerhalb der deutschen Streitkräfte repräsentiert.

Der Stahlhelm Modell 1935 wurde als Nachfolger des M16 aus dem Ersten Weltkrieg entwickelt und löste diesen ab. Die Konstruktion folgte dabei im Wesentlichen dem bewährten Design, jedoch wurden einige Verbesserungen vorgenommen. Die charakteristische Form mit dem ausladenden Nackenschutz und dem breiten Stirnschirm blieb erhalten, aber die Lüftungsösen wurden kleiner und aerodynamischer gestaltet. Der M35 war mit zwei seitlichen Lüftungsösen versehen, die durch die Helmglocke führten und mittels Nieten befestigt waren.

Die Herstellerkennzeichnung "ET" steht für die Firma Thale im Harz, eine der zahlreichen deutschen Hersteller, die während des Krieges Stahlhelme produzierten. Die Nummer "62" bezeichnet das Produktionsjahr 1942, was zeitlich mit der Aufstellung der Luftwaffen-Felddivisionen korreliert. Die Losnummer "2829" im Nackenbereich ermöglichte die Zuordnung zu einer bestimmten Produktionscharge.

Die ursprüngliche graublaue Lackierung war die Standardfarbe der Luftwaffe und unterschied sich deutlich von dem feldgrauen Farbton, den Heer und Waffen-SS verwendeten. Diese Farbgebung sollte die Zugehörigkeit zur Luftwaffe sofort erkennbar machen. Das spätere Überlackieren in Feldgrau ist ein historisch bedeutsames Detail, das auf den Einsatz dieser Helme bei den Luftwaffen-Felddivisionen hinweist.

Die Luftwaffen-Felddivisionen wurden ab 1942 auf Initiative von Reichsmarschall Hermann Göring aufgestellt. Göring wollte verhindern, dass überzähliges Luftwaffenpersonal – insbesondere Bodenpersonal von Flugplätzen – an das Heer abgegeben werden musste. Stattdessen sollten diese Soldaten in eigenen Luftwaffen-Bodentruppen organisiert werden. Zwischen 1942 und 1943 wurden insgesamt 22 Luftwaffen-Felddivisionen aufgestellt.

Diese Divisionen waren jedoch von Anfang an problematisch. Das Personal bestand größtenteils aus Flugplatzpersonal, Flak-Bedienungen und anderen Spezialisten ohne infanteristische Ausbildung. Die Offiziere und Unteroffiziere hatten oft keine Erfahrung in der Führung von Bodentruppen. Zudem war die Ausrüstung häufig unzureichend, und die taktische Doktrin unterschied sich von der des Heeres.

Die Umlackierung der ursprünglich graublauen Helme in Feldgrau reflektiert den Versuch, eine gewisse Standardisierung mit den Heerestruppen zu erreichen, mit denen die Luftwaffen-Felddivisionen oft gemeinsam eingesetzt wurden. Dies geschah häufig im Feld und erklärt die unterschiedliche Qualität solcher Umlackierungen. Manche Helme behielten ihre Luftwaffen-Abzeichen, während andere komplett neu markiert wurden.

Das Innenfutter des M35 bestand aus einem charakteristischen System mit acht Lederfingerlingen, die an einem Aluminiumring befestigt waren. Dieser Ring war durch Federbänder mit drei Aufhängepunkten in der Helmglocke verbunden. Das System ermöglichte eine gewisse Stoßdämpfung und sollte den Tragekomfort erhöhen. Die Größenangabe 55 bezieht sich auf den Kopfumfang in Zentimetern.

Der Kinnriemen aus Leder war ein weiteres standardisiertes Element und wurde durch einen einfachen Hakenverschluss gesichert. Im Gegensatz zu späteren Modellen wie dem M40 und M42, bei denen zur Materialeinsparung verschiedene Vereinfachungen vorgenommen wurden, zeigt der M35 noch die hochwertigere Verarbeitung der Vorkriegs- und frühen Kriegszeit.

Die Erwähnung, dass die hintere Helmniete ergänzt wurde, deutet auf Kriegsschäden oder Verschleiß hin. Solche Reparaturen wurden sowohl in Werkstätten als auch improvisiert im Feld durchgeführt. Die Nieten waren funktional wichtig, da sie die Lüftungsösen sicherten, konnten aber bei Kampfeinwirkungen beschädigt werden.

Helme der Luftwaffen-Felddivisionen kamen an praktisch allen Fronten zum Einsatz. Besonders bekannt wurde der Einsatz in Nordafrika, wo die 1. Luftwaffen-Felddivision bei Tunis kämpfte, sowie an der Ostfront, wo mehrere dieser Divisionen teilweise vernichtende Verluste erlitten. Die mangelnde infanteristische Ausbildung führte zu hohen Verlusten, und viele Divisionen wurden aufgelöst oder in Heereseinheiten umgegliedert.

Heute sind solche Helme gesuchte Sammlerstücke, die einen spezifischen Aspekt der deutschen Militärgeschichte dokumentieren. Sie erzählen die Geschichte einer improvisierten Truppengattung, die zwischen den organisatorischen Rivalitäten der NS-Führung und den harten Realitäten des Krieges aufgerieben wurde.

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