Künstler im III. Reich 4 original Fotos, eines mit eigenhändiger Unterschrift von Prof. Arno Breker
Die Proffessoren Thorak und Breker waren die beiden bedeutensten Bildhauer im III. Reich.
Die vorliegenden Fotografien dokumentieren einen bedeutenden Aspekt der Kunstgeschichte des Dritten Reiches und repräsentieren die komplexe Beziehung zwischen künstlerischem Schaffen und politischer Instrumentalisierung während der nationalsozialistischen Herrschaft von 1933 bis 1945.
Arno Breker (1900-1991) zählt zu den kontroversesten Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Der in Elberfeld geborene Bildhauer entwickelte sich in den 1930er Jahren zum bevorzugten Bildhauer des NS-Regimes und erhielt 1937 die Ernennung zum Professor. Seine monumentalen Skulpturen, die häufig idealisierte männliche Körper darstellten, entsprachen dem nationalsozialistischen Schönheitsideal und wurden zur visuellen Verkörperung der NS-Ideologie.
Die Bedeutung von signierten Fotografien wie dem beschriebenen Exemplar liegt in ihrem dokumentarischen und persönlichen Charakter. Solche Aufnahmen, oft von professionellen Fotografen wie dem im Reichsverband Deutscher Presse (R.D.P.) organisierten W. Zeymer angefertigt, zeigen Künstler in ihrem Arbeitsumfeld und bieten Einblicke in die Produktionsbedingungen der Zeit. Der R.D.P. war die gleichgeschaltete Organisation der Pressefotografen im Dritten Reich, gegründet 1933 nach der Auflösung unabhängiger Berufsverbände.
Josef Thorak (1889-1952) und Arno Breker bildeten tatsächlich das Duo der prominentesten Bildhauer des NS-Regimes. Beide erhielten umfangreiche staatliche Aufträge und genossen persönliche Protektion durch Adolf Hitler, der sich selbst als Kunstkenner und Förderer verstand. Thorak, ursprünglich aus Österreich stammend, schuf ebenfalls monumentale Skulpturen, die für die Neue Reichskanzlei, die Olympiaanlagen und die nie realisierten Pläne für “Germania”, Hitlers Traumstadt Berlin, bestimmt waren.
Die künstlerische Produktion im Dritten Reich unterlag strengen ideologischen Vorgaben. Nach der Ausstellung “Entartete Kunst” 1937 in München wurde moderne, avantgardistische Kunst diffamiert und verboten. Stattdessen förderte das Regime einen neoklassizistischen Stil, der an griechische und römische Vorbilder anknüpfte. Brekers Werke wie “Die Partei” und “Die Wehrmacht” (beide 1939 für den Ehrenhof der Neuen Reichskanzlei) verkörperten diesen offiziellen Kunststil perfekt.
Fotografien von Künstlern bei der Arbeit oder im Kreise von Kollegen erfüllten mehrere Funktionen: Sie dienten der Propaganda, indem sie das Bild eines blühenden Kulturlebens vermittelten, dokumentierten die Entstehung bedeutender Werke und wurden als persönliche Andenken mit Autogrammen versehen. Die Signatur “A. Breker” auf solchen Fotografien verleiht ihnen einen persönlichen Charakter und macht sie zu begehrten Sammlerstücken.
Die Karriere Brekers war nicht ausschließlich auf die NS-Zeit beschränkt. In den 1920er Jahren hatte er in Paris studiert und gearbeitet, wo er Kontakte zu Künstlern wie Jean Cocteau, Pablo Picasso und Jean Renoir pflegte. Diese internationale Phase seiner Karriere endete mit seiner Rückkehr nach Deutschland 1934 und der zunehmenden Vereinnahmung durch das NS-Regime.
Nach 1945 wurde Brekers Werk im Rahmen der Entnazifizierung kritisch bewertet. Er wurde als “Mitläufer” eingestuft, was seine weitere künstlerische Tätigkeit ermöglichte, jedoch blieb sein Schaffen im Dritten Reich zeitlebens umstritten. Die historische Bewertung seiner Person und seines Werkes bleibt komplex: Einerseits war er ein technisch versierter Bildhauer in klassischer Tradition, andererseits stellte er sein Können bewusst in den Dienst eines verbrecherischen Regimes.
Privatfotos von Künstlern wie Breker aus dieser Epoche sind heute wichtige historische Dokumente, die Einblicke in die Alltagsrealität und Arbeitsbedingungen gewähren. Sie zeigen die Normalität künstlerischer Produktion in einem abnormalen politischen System und werfen Fragen nach künstlerischer Verantwortung, Kompromiss und Kollaboration auf. Die Erhaltung solcher Materialien ist für die Geschichtsforschung von Bedeutung, auch wenn ihre Herkunft aus einem diktatorischen Regime kritische Reflexion erfordert.
Die Fotografie als Medium spielte im Dritten Reich generell eine zentrale Rolle für Dokumentation und Propaganda. Professionelle Fotografen wie Zeymer waren in staatlichen Organisationen erfasst und trugen zur visuellen Inszenierung des Regimes bei.