Preussen Erinnerungs-Kriegsdenkmünze von 1863 für 1813-1814-1815 für Nichtkämpfer
Die eiserne Kriegsdenkmünze wurde nur an Ärzte, Heeresgeistliche etc. verliehen und ist ausgesprochen selten.
Die Preußische Erinnerungs-Kriegsdenkmünze von 1863 für die Befreiungskriege 1813-1815 stellt ein bedeutendes Kapitel in der preußischen Ordensgeschichte dar. Diese besondere Auszeichnung wurde durch König Wilhelm I. von Preußen am 20. Januar 1863 gestiftet, um die fünfzigste Wiederkehr des Beginns der Befreiungskriege gegen Napoleon zu würdigen.
Die Stiftung dieser Denkmünze erfolgte zu einem Zeitpunkt, als die letzten Veteranen der napoleonischen Kriege bereits hochbetagt waren oder verstorben waren. Sie sollte sowohl überlebenden Teilnehmern als auch den Hinterbliebenen verstorbener Kriegsteilnehmer eine späte Anerkennung für ihre Verdienste um die Befreiung Preußens und Deutschlands von der französischen Herrschaft zukommen lassen.
Die Denkmünze existierte in zwei verschiedenen Ausführungen: Die bronzene Version war für Kämpfer bestimmt, während die hier beschriebene eiserne Ausführung ausschließlich an Nichtkämpfer verliehen wurde. Zu dieser Gruppe zählten insbesondere Feldärzte, Militärgeistliche, Lazarettpersonal und andere Personen, die zwar nicht direkt an Kampfhandlungen teilgenommen hatten, aber dennoch wichtige Dienste im Hintergrund leisteten. Diese Unterscheidung macht die eiserne Variante deutlich seltener und aus sammlerischer Sicht besonders wertvoll.
Die Verwendung von Eisen als Material hatte sowohl praktische als auch symbolische Gründe. Eisen war in Preußen traditionell mit Patriotismus und Opferbereitschaft verbunden, wie bereits der berühmte Aufruf “Gold gab ich für Eisen” während der Befreiungskriege zeigte. Die eiserne Ausführung musste geschwärzt werden, um Rostbildung zu verhindern, wobei diese Schwärzung im Laufe der Zeit häufig verloren ging, wie auch bei diesem Exemplar.
Besonders bemerkenswert an dem vorliegenden Stück ist die Tatsache, dass es am alten Band für die Hohenzollernsche Denkmünze 1848/49 getragen wird. Dies deutet darauf hin, dass der Träger an beiden Ereignissen beteiligt war: sowohl an der Unterstützung der Veteranen von 1813-1815 als auch an den Ereignissen der Revolution von 1848/49. Diese Kombination ist außerordentlich selten und verleiht dem Objekt zusätzliche historische Bedeutung.
Die Hohenzollernsche Denkmünze wurde für die Teilnahme an der Niederschlagung der Revolution von 1848/49 in Baden und der Pfalz verliehen. Das Band dieser Auszeichnung war schwarz-weiß gestreift mit orangefarbenen Rändern, den Farben des Hauses Hohenzollern. Die Verwendung dieses Bandes für die Kriegsdenkmünze von 1863 war ungewöhnlich, aber nicht verboten, und zeigt die individuelle Trageweise des Besitzers.
Die Vergabekriterien für die eiserne Denkmünze waren streng geregelt. Antragsberechtigt waren nur Personen, die nachweislich zwischen 1813 und 1815 in nichtmilitärischen Funktionen bei den preußischen Streitkräften gedient hatten. Die Verleihung erfolgte auf Antrag und erforderte den Nachweis des Dienstes durch Dokumente oder Zeugenaussagen. Da fünfzig Jahre seit den Ereignissen vergangen waren, gestaltete sich diese Nachweisführung oft schwierig.
Das Design der Denkmünze folgte klassischen preußischen Gestaltungsprinzipien. Sie zeigte typischerweise das gekrönte Monogramm des Königs oder patriotische Symbole sowie Jahreszahlen, die auf die Befreiungskriege verwiesen. Die schlichte Gestaltung entsprach dem ernsten Charakter der Auszeichnung und der preußischen Tradition der Zurückhaltung bei militärischen Ehrenzeichen.
Der Erhaltungszustand des vorliegenden Exemplars wird mit 2-3 angegeben, was auf deutliche Gebrauchsspuren hinweist. Dies ist bei eisernen Auszeichnungen nicht ungewöhnlich, da das Material besonders anfällig für Korrosion ist. Der Verlust der Schwärzung ist bei fast allen erhaltenen Exemplaren zu beobachten und schmälert den historischen Wert nicht erheblich.
Die Seltenheit der eisernen Ausführung erklärt sich durch mehrere Faktoren: Erstens war die Anzahl der Nichtkämpfer naturgemäß kleiner als die der Soldaten. Zweitens überlebten viele der Berechtigten die fünfzig Jahre bis zur Stiftung nicht. Drittens stellten nicht alle Berechtigten einen Antrag auf Verleihung. Dies macht die eiserne Kriegsdenkmünze zu einem der selteneren preußischen Ehrenzeichen des 19. Jahrhunderts.
Für Sammler und Historiker bietet diese Denkmünze einen faszinierenden Einblick in die preußische Erinnerungskultur und die Art und Weise, wie das Königreich seine Vergangenheit würdigte. Sie steht exemplarisch für die Bemühungen des 19. Jahrhunderts, historische Ereignisse durch Auszeichnungen im kollektiven Gedächtnis zu verankern und auch die vergessenen Helden der Geschichte zu ehren.