Preußen Kabinettfoto Soldat im Königin Elisabeth Garde-Grenadier-Regiment Nr. 3

Standort Charlottenburg, um 1900. 6.4 x 11 cm. Zustand 2.
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30,00

Preußen Kabinettfoto Soldat im Königin Elisabeth Garde-Grenadier-Regiment Nr. 3

Das vorliegende Kabinettfoto zeigt einen Soldaten des Königin Elisabeth Garde-Grenadier-Regiments Nr. 3, aufgenommen um 1900 am Standort Charlottenburg. Solche fotografischen Porträts repräsentieren ein bedeutendes Zeugnis der preußischen Militärkultur im späten Kaiserreich und dokumentieren die Tradition und den Stolz, der mit dem Dienst in einem Garderegiment verbunden war.

Das Garde-Grenadier-Regiment Nr. 3 gehörte zu den prestigeträchtigsten Einheiten der preußischen Armee. Es wurde 1814 als 2. Garde-Regiment zu Fuß gegründet und erhielt 1826 die Bezeichnung Kaiser Franz Garde-Grenadier-Regiment Nr. 2. Nach dem Tod Kaiser Franz II. von Österreich wurde das Regiment 1853 in Königin Elisabeth Garde-Grenadier-Regiment Nr. 3 umbenannt, zu Ehren der preußischen Königin Elisabeth Ludovika von Bayern, der Gemahlin König Friedrich Wilhelms IV. Diese Namengebung unterstrich die enge Verbindung zwischen dem Herrscherhaus und den Gardetruppen.

Der Standort Charlottenburg war von großer strategischer Bedeutung für die preußische Garde. Die Kaserne in Charlottenburg, einem damals noch eigenständigen Vorort westlich von Berlin, beherbergte mehrere Gardeeinheiten und entwickelte sich zu einem wichtigen Militärstandort. Die Nähe zur Residenzstadt Berlin ermöglichte es den Gardetruppen, ihre zeremoniellen Pflichten wahrzunehmen und gleichzeitig als militärische Reserve der Hauptstadt zu dienen.

Die Entstehungszeit um 1900 markiert eine Periode intensiver militärischer Modernisierung im Deutschen Kaiserreich unter Wilhelm II. Gleichzeitig bewahrten die Garderegimenter ihre traditionellen Uniformen und Zeremonien, die ihre historische Bedeutung unterstrichen. Die Garde-Grenadiere trugen charakteristische Uniformen mit dem Grenadiermütze, einer hohen Kopfbedeckung, die auf die historischen Grenadier-Elitetruppen des 18. Jahrhunderts zurückging.

Kabinettfotos waren ein beliebtes Portraitformat der Zeit zwischen etwa 1870 und 1910. Mit einer Standardgröße von etwa 11 x 16,5 cm für die Kartonunterlage waren sie größer als die früheren Visitenkartenfotos und kleiner als die großformatigen Atelieraufnahmen. Soldaten ließen sich häufig in Uniform fotografieren, um ihren Militärdienst zu dokumentieren und Erinnerungen für Familie und Kameraden zu schaffen. Diese Fotografien wurden in professionellen Ateliers angefertigt, die oft in der Nähe von Kasernen und Garnisonen ansässig waren.

Das fotografische Porträt eines Soldaten besaß in der wilhelminischen Gesellschaft einen hohen symbolischen Wert. Die Uniform repräsentierte nicht nur die militärische Zugehörigkeit, sondern auch soziale Stellung und patriotische Gesinnung. Für junge Männer war der Militärdienst ein wichtiger Übergangsritus, und das fotografische Porträt in Uniform dokumentierte diesen Lebensabschnitt. Für Angehörige der Garde hatte dies eine besondere Bedeutung, da diese Einheiten als militärische Elite galten.

Die Garde-Grenadiere spielten eine wichtige Rolle bei militärischen Paraden, königlichen Zeremonien und als Ehrenwachen. Ihre Ausbildung war besonders intensiv, und die Auswahlkriterien für den Dienst in der Garde waren streng. Neben militärischen Fähigkeiten wurden auch Körpergröße, Erscheinungsbild und soziale Herkunft berücksichtigt. Der Dienst in einem Garderegiment öffnete oft Türen für spätere militärische oder zivile Karrieren.

Das Regiment nahm an den wichtigsten militärischen Konflikten des 19. Jahrhunderts teil, darunter die Befreiungskriege, die Einigungskriege von 1864, 1866 und 1870/71. Im Ersten Weltkrieg kämpfte das Regiment an verschiedenen Fronten und erlitt schwere Verluste. Mit dem Ende der Monarchie 1918 und der Auflösung der alten Armee wurde auch das Regiment aufgelöst.

Solche Kabinettfotos sind heute wertvolle historische Dokumente. Sie ermöglichen Einblicke in die Uniformierung, die militärische Kultur und die Sozialgeschichte des Kaiserreichs. Für Militärhistoriker, Uniformforscher und Sammler bieten sie authentisches Bildmaterial zur Erforschung der preußisch-deutschen Militärgeschichte. Die fotografische Qualität und Erhaltung solcher Aufnahmen variiert, wobei gut erhaltene Exemplare besonders geschätzt werden.

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