Blockadebrecherabzeichen

Feinzinkfertigung, ohne Markierung des Herstellers, an breiter Nadel. Zustand 2. 
453931
380,00

Blockadebrecherabzeichen

Das Blockadebrecherabzeichen gehört zu den seltensten und begehrtesten Auszeichnungen des Dritten Reiches und wurde an Besatzungsmitglieder verliehen, die während des Zweiten Weltkriegs die alliierte Seeblockade erfolgreich durchbrochen hatten.

Historischer Hintergrund: Nach Kriegsbeginn im September 1939 verhängten die Alliierten eine strikte Seeblockade gegen das Deutsche Reich, die den maritimen Handel nahezu unmöglich machte. Strategisch wichtige Rohstoffe wie Kautschuk, Wolfram, Zinn und andere kriegswichtige Materialien aus Übersee konnten nicht mehr auf normalem Wege nach Deutschland gelangen. Um diese lebensnotwendigen Güter zu beschaffen, organisierte die Kriegsmarine spezielle Missionen mit Handelsschiffen und U-Booten, die die feindliche Blockade zu durchbrechen versuchten.

Stiftung und Verleihungskriterien: Das Abzeichen wurde am 1. April 1941 durch Großadmiral Erich Raeder gestiftet. Die Verleihungsbestimmungen waren äußerst streng: Berechtigt waren Besatzungsmitglieder von Handelsschiffen, Hilfskreuzern und U-Booten, die mindestens eine erfolgreiche Fahrt durch die Blockade absolviert hatten. Dabei musste das Schiff entweder von einem deutschen Hafen in einen überseeischen Hafen oder umgekehrt gefahren sein und dabei feindlich kontrollierte Gewässer durchquert haben.

Gestaltung und Symbolik: Das Abzeichen zeigt einen stilisierten Adler mit ausgebreiteten Schwingen, der ein Hakenkreuz in den Fängen hält. Darunter befindet sich ein nach rechts fahrendes Handelsschiff, das von einem Lorbeerkranz umgeben ist. Diese Darstellung symbolisiert den Mut und die Entschlossenheit der Seeleute, die unter extrem gefährlichen Bedingungen operierten. Das Design stammte von Otto Placzek aus Berlin.

Herstellung und Varianten: Das beschriebene Exemplar ist eine Feinzinkfertigung, was auf eine qualitativ hochwertige Herstellung hinweist. Während des Krieges wurden die Abzeichen von verschiedenen Herstellern produziert, darunter bekannte Firmen wie Schwerin Berlin, Foerster & Barth aus Pforzheim und andere. Viele Stücke trugen Herstellermarkierungen auf der Rückseite, doch es existieren auch unmarkierte Exemplare wie das vorliegende. Die Befestigung erfolgte mittels einer breiten Nadel auf der Rückseite.

Trageweise: Das Blockadebrecherabzeichen wurde auf der linken Brustseite der Uniform getragen, unterhalb der Ordensspange und oberhalb der Tasche. Es genoss hohes Ansehen in der Kriegsmarine, da die damit verbundenen Einsätze extrem gefährlich waren.

Statistische Seltenheit: Die genaue Anzahl der verliehenen Abzeichen ist nicht vollständig dokumentiert, wird aber auf etwa 400 bis 450 geschätzt. Diese geringe Zahl erklärt sich durch die enormen Risiken der Blockadebrecherfahrten. Viele Schiffe wurden von alliierten Kriegsschiffen oder Flugzeugen abgefangen und versenkt. Die Erfolgsquote war entsprechend niedrig, was jede erfolgreiche Mission zu einem außergewöhnlichen Ereignis machte.

Bedeutende Blockadebrecherfahrten: Zu den bekanntesten Schiffen gehörten die Rio Grande, die Anneliese Essberger und die Regensburg. Diese Schiffe transportierten kriegswichtige Rohstoffe aus Ostasien, insbesondere aus Japan, nach Deutschland. Die Routen führten häufig durch den Südatlantik und entlang der afrikanischen Küste, wobei die Schiffe ständig der Entdeckung durch britische und später auch amerikanische Seestreitkräfte ausgesetzt waren.

Sammlerwert und heutige Bedeutung: Aufgrund seiner extremen Seltenheit gehört das Blockadebrecherabzeichen heute zu den begehrtesten Objekten militärhistorischer Sammlungen. Originale Stücke in gutem Zustand erzielen auf dem Sammlermarkt beträchtliche Preise. Die Zustandsbewertung "Zustand 2“ deutet auf ein gut erhaltenes Exemplar mit minimalen Gebrauchsspuren hin.

Historische Einordnung: Das Abzeichen dokumentiert einen wenig bekannten, aber strategisch wichtigen Aspekt des Seekrieges im Zweiten Weltkrieg. Die Blockadebrecherfahrten waren verzweifelte Versuche, die wirtschaftliche Isolation des Deutschen Reiches zu durchbrechen und die Kriegswirtschaft mit lebenswichtigen Rohstoffen zu versorgen. Gleichzeitig zeigen sie die zunehmende Überlegenheit der Alliierten zur See, die letztendlich jede größere maritime Aktivität nahezu unmöglich machte.

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