Erinnerungsplakette der Panzer-Abwehr-Abteilung 6 - St.Christopherus 1937

Messingfertigung, 70 x 68 mm, Hersteller : Steinhauer & Lück Lüdenscheid, Zustand 2.
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400,00

Erinnerungsplakette der Panzer-Abwehr-Abteilung 6 - St.Christopherus 1937

Die Erinnerungsplakette der Panzer-Abwehr-Abteilung 6 aus dem Jahr 1937 repräsentiert ein faszinierendes Zeugnis der deutschen Militärgeschichte in der Zwischenkriegszeit und während der frühen Phase der Aufrüstung der Wehrmacht. Diese aus Messing gefertigte Plakette mit den Maßen 70 x 68 mm wurde von der renommierten Firma Steinhauer & Lück aus Lüdenscheid hergestellt, einem der führenden Hersteller militärischer Abzeichen und Erinnerungsstücke jener Ära.

Die Panzer-Abwehr-Abteilung 6 war Teil der systematischen Reorganisation und Modernisierung der deutschen Streitkräfte nach der Machtergreifung 1933. Nach dem Versailler Vertrag von 1919 waren die deutschen Militärkapazitäten stark eingeschränkt worden, doch ab Mitte der 1930er Jahre erfolgte eine massive Aufrüstung. Die Panzerabwehrtruppen gewannen dabei zunehmend an Bedeutung, da die moderne Kriegsführung zunehmend von motorisierten und gepanzerten Einheiten geprägt wurde.

Das Motiv des Heiligen Christophorus auf dieser Plakette ist von besonderer symbolischer Bedeutung. Christophorus, traditionell als Schutzpatron der Reisenden und Soldaten verehrt, wurde häufig auf militärischen Erinnerungsstücken dargestellt. Die Legende des Riesen, der das Christuskind über einen reißenden Fluss trug, symbolisierte Stärke, Schutz und die Überwindung von Gefahren – Eigenschaften, die für Soldaten als besonders erstrebenswert galten. In der militärischen Tradition des frühen 20. Jahrhunderts diente die Darstellung von Schutzheiligen sowohl der religiösen Erbauung als auch der Stärkung des Korpsgeistes.

Die Firma Steinhauer & Lück in Lüdenscheid war einer der bedeutendsten Hersteller von militärischen Auszeichnungen, Abzeichen und Erinnerungsplaketten in Deutschland. Lüdenscheid entwickelte sich im 19. und frühen 20. Jahrhundert zu einem Zentrum der Metallverarbeitung und war besonders für die Herstellung hochwertiger militärischer Insignien bekannt. Die Fertigungsqualität dieser Manufakturen entsprach höchsten handwerklichen Standards, wobei Messing aufgrund seiner Haltbarkeit und seines ästhetischen Erscheinungsbildes ein bevorzugtes Material darstellte.

Solche Erinnerungsplaketten erfüllten mehrere Funktionen innerhalb der militärischen Gemeinschaft. Sie dienten als Kameradschaftszeichen, stärkten die Identifikation mit der eigenen Einheit und wurden häufig bei besonderen Anlässen wie Jahrestagen, Versetzungen oder Verabschiedungen überreicht. Das Jahr 1937 markiert eine Phase intensiver militärischer Expansion: Die Wehrmacht wuchs rapide, neue Einheiten wurden aufgestellt, und die Spezialisierung der verschiedenen Truppengattungen schritt voran.

Die Panzerabwehr als Truppengattung entwickelte sich parallel zur zunehmenden Mechanisierung der Kriegsführung. Bereits im Ersten Weltkrieg hatte der Einsatz von Panzern die Notwendigkeit spezialisierter Abwehrwaffen und -taktiken offenbart. In den 1930er Jahren wurden diese Erkenntnisse systematisch weiterentwickelt. Die Panzer-Abwehr-Abteilungen waren mit verschiedenen Waffen ausgestattet, darunter Panzerabwehrkanonen verschiedener Kaliber, und wurden in der Bekämpfung gepanzerter Fahrzeuge speziell ausgebildet.

Aus kulturhistorischer Perspektive dokumentieren solche Plaketten die materielle Kultur des Militärs und die Praxis der Erinnerungskultur. Sie waren persönliche Andenken, die Soldaten oft ihr Leben lang aufbewahrten und die Zeugnis ablegten von Kameradschaft, Dienstzeit und gemeinsam erlebten Ereignissen. Die handwerkliche Ausführung, die Wahl der Motive und die Qualität der Fertigung spiegeln die Wertschätzung wider, die solchen Objekten beigemessen wurde.

Heute stellen derartige militärhistorische Objekte wichtige Quellen für die Erforschung der Militärgeschichte dar. Sie ermöglichen Einblicke in die Organisationsstruktur, die Symbolsprache und die Alltagskultur militärischer Einheiten. Für Sammler und Historiker sind sie wertvolle Dokumente einer vergangenen Epoche, die zur Rekonstruktion und zum Verständnis dieser historischen Periode beitragen.

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