Luftwaffe - große Geschenkmappe des Startbahn Bauzuges 1 an den Regierungsbaurat Luley zur Erinnerung an die Leistungsübersicht des Zuges 1941-1943

Aufwendig aus Holz gearbeitete Mappe, bestehend aus 2 Holzplatten die durch Eisenscharniere verbunden sind. Eine Holzplatte ist 42 x 47,5 cm. Auf der Vorder- und Rückseite mit jeweils 4 Hoheitsadlern mit Hakenkreuz in den Ecken, ebenfalls aus Eisen gefertigt, mittig ein Klappscharnier mit den Jahreszahlen 1941-1943 und einem kleinen Riegel an einer Kette. In beiden Platten ist innen ein Rahmen zur Aufbewahrung von Dokumenten gearbeitet. Ein Brief des Oberleutnants A.Greiner an den Regierungsbaurat Luley im Reichsluftfahrt-Ministerium in Berlin vom 1. März 1944, leider ist das schwere Siegel an roter Kordel nur noch lose anbei, welches die handgemalten Schmuckblätter begleitet. Die 13 handgemalten Blätter, zum Teil sehr dekorativ, beschreiben die Leistungen des Zuges, wie z.B. Fertigstellung des Ausbaues von 14 Flugplätzen, 9 Startbahnen und 32,5 Km Ringstrassen in 12 m Breite in gemalten Skizzen der Arbeitswege, etc..
Sehr schöne Mappe, die im sehr guten Zustand ist.
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1.600,00

Luftwaffe - große Geschenkmappe des Startbahn Bauzuges 1 an den Regierungsbaurat Luley zur Erinnerung an die Leistungsübersicht des Zuges 1941-1943

Diese aufwendig gestaltete Holzmappe des Startbahn Bauzuges 1 der Luftwaffe repräsentiert ein bemerkenswertes Zeugnis der deutschen Militärinfrastruktur während des Zweiten Weltkriegs. Das Objekt dokumentiert die Leistungen einer spezialisierten Baueinheit zwischen 1941 und 1943 und wurde als persönliche Ehrengabe an Regierungsbaurat Luley im Reichsluftfahrtministerium überreicht.

Die Startbahn Bauzüge waren hochspezialisierte mobile Baueinheiten der Luftwaffe, die für den Bau und Ausbau von Flugplätzen zuständig waren. Diese Einheiten spielten eine entscheidende Rolle in der deutschen Kriegsführung, da die Luftwaffe eine schnelle Expansion ihrer Infrastruktur benötigte, um mit den sich ändernden Frontverläufen Schritt zu halten. Der Zeitraum 1941-1943, der auf dieser Mappe vermerkt ist, umfasst kritische Jahre des Krieges: den Beginn des Unternehmens Barbarossa gegen die Sowjetunion 1941, die Ausweitung des Krieges auf mehreren Fronten und die zunehmend defensive Position Deutschlands ab 1943.

Die dokumentierten Leistungen des Zuges sind beeindruckend: 14 fertiggestellte Flugplätze, 9 Startbahnen und 32,5 Kilometer Ringstraßen in 12 Meter Breite. Diese Zahlen verdeutlichen das massive Bauprogramm der Luftwaffe während dieser Jahre. Flugplätze waren von strategischer Bedeutung für die Luftkriegsführung und mussten den technischen Anforderungen der sich ständig weiterentwickelnden Flugzeuge entsprechen. Die Ringstraßen dienten der internen Infrastruktur der Flugplätze und ermöglichten den Transport von Material, Treibstoff und Munition.

Der Oberleutnant A. Greiner, der den Begleitbrief vom 1. März 1944 verfasste, war vermutlich der Kommandeur oder ein leitender Offizier des Bauzuges. Die Tatsache, dass diese Ehrengabe an einen Regierungsbaurat im Reichsluftfahrtministerium gerichtet war, unterstreicht die enge Zusammenarbeit zwischen den operativen Baueinheiten im Feld und der ministeriellen Verwaltung in Berlin. Das Reichsluftfahrtministerium unter Hermann Göring war für alle Aspekte der Luftwaffe verantwortlich, einschließlich der Infrastrukturentwicklung.

Die kunstvolle Gestaltung der Mappe mit Eisenbeschlägen, Hoheitsadlern mit Hakenkreuz und handgemalten Schmuckblättern entspricht der Tradition militärischer Ehrengaben im Dritten Reich. Solche Präsentationsmappen wurden oft als Dankeschön an vorgesetzte Stellen oder zur Dokumentation besonderer Leistungen angefertigt. Die handgemalten Skizzen der Arbeitswege zeigen die technische und organisatorische Komplexität dieser Bauprojekte.

Die Bauzüge der Luftwaffe waren paramilitärische Einheiten, die häufig aus Arbeitskräften verschiedener Herkunft bestanden, darunter deutsche Arbeiter, Rekruten des Reichsarbeitsdienstes und Zwangsarbeiter. Sie verfügten über spezialisierte Ausrüstung für den Flugplatzbau, einschließlich Erdbewegungsmaschinen, Walzen und Betonmischer. Der Bau einer Startbahn erforderte umfangreiche Erdarbeiten, Drainage, Fundamentierung und Oberflächenbehandlung, um die Belastungen durch schwere Bomber und Jagdflugzeuge auszuhalten.

Der März 1944, als die Mappe überreicht wurde, markiert eine Zeit, in der die deutsche Luftwaffe bereits erheblich unter dem Druck der alliierten Luftüberlegenheit stand. Die Ehrung vergangener Leistungen aus den Jahren 1941-1943 erfolgte zu einem Zeitpunkt, als die strategische Lage sich dramatisch verschlechtert hatte. Viele der mühsam errichteten Flugplätze wurden durch alliierte Bombenangriffe beschädigt oder mussten aufgrund des Rückzugs deutscher Truppen aufgegeben werden.

Solche Dokumentationsmappen sind heute seltene historische Artefakte, die Einblick in die Organisationsstruktur, Arbeitsweise und Selbstdarstellung militärischer Einheiten geben. Sie dokumentieren nicht nur technische Leistungen, sondern auch die Propaganda- und Repräsentationskultur des NS-Regimes. Die sorgfältige Aufbewahrung und künstlerische Gestaltung unterstreichen den Stolz der Einheit auf ihre Arbeit und den Wunsch, diese für die Nachwelt festzuhalten.

Als militärhistorisches Dokument bietet diese Mappe wertvolle Informationen über die Infrastrukturentwicklung der Luftwaffe, die Mobilität militärischer Baueinheiten und die administrative Organisation des Flugplatzbauprogramms während des Zweiten Weltkriegs.