K.u.K. Tschako für einen Offizier der Infanterie um 1830

Hoher schwarzer Tschako mit schwarzem Nadelflizbezug, komplett mit breiter umlaufender Goldlitze für Subalternoffiziere (Leutnant bis Hauptmann), vorn mit goldener Rosette, der Mützenschirm mit Goldtresse. Oben der Tschakodeckel schwarz lackiert. Innen braunes Schweißleder mit rotem Seidenfutter, Größe 56. Komplett mit dem original Lacklederkinnriemen. Nur leicht getragen, in besonders schönem Zustand. Sehr selten.
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K.u.K. Tschako für einen Offizier der Infanterie um 1830

Der k.u.k. Infanterietschako aus der Zeit um 1830 repräsentiert eine faszinierende Übergangsperiode in der österreichischen Militärgeschichte. Nach den Napoleonischen Kriegen befand sich die kaiserlich-königliche Armee in einer Phase der Reorganisation und Modernisierung ihrer Uniformvorschriften, wobei der Tschako als Kopfbedeckung eine zentrale Rolle spielte.

Die Bezeichnung “Tschako” leitet sich vom ungarischen Wort “csákó” ab und bezeichnet eine hohe, zylindrische Kopfbedeckung, die im frühen 19. Jahrhundert in fast allen europäischen Armeen Einzug hielt. In der österreichischen Armee wurde der Tschako offiziell 1806 eingeführt und ersetzte schrittweise die älteren Hüte mit aufgeschlagener Krempe. Die hier beschriebene Variante aus der Zeit um 1830 entspricht der Adjustierungsvorschrift von 1828, die unter Kaiser Franz I. erlassen wurde.

Besonders bemerkenswert ist die Ausführung für Subalternoffiziere, zu denen die Dienstgrade Leutnant, Oberleutnant und Hauptmann gehörten. Die breite umlaufende Goldlitze war ein charakteristisches Kennzeichen dieser Offiziersränge und unterschied sie deutlich von den Mannschaften, die einfachere Wollborten trugen, sowie von den Stabsoffizieren, deren Tschakos noch aufwendigere Verzierungen aufwiesen. Die Goldlitze wurde in einer speziellen Webtechnik hergestellt und war ein kostspieliges Element, das die soziale Stellung des Trägers unterstreichen sollte.

Der schwarze Nadelflizbezug war typisch für diese Epoche. Nadelfliz ist ein besonders dicht gefilzter Wollstoff, der wasserabweisende Eigenschaften besitzt und sich für militärische Kopfbedeckungen hervorragend eignete. Die schwarze Farbe war bei der Infanterie Standard, während andere Waffengattungen teilweise andere Farben verwendeten. Der schwarze Lackdeckel auf der Oberseite des Tschakos diente nicht nur der Ästhetik, sondern auch dem praktischen Zweck, die Kopfbedeckung gegen Regen zu schützen.

Die goldene Rosette an der Vorderseite war ein weiteres wichtiges Rangabzeichen. Bei Offizieren war diese in Gold gehalten, während Mannschaften Rosetten in den Landesfarben Schwarz-Gelb trugen. Der mit Goldtresse eingefasste Schirm war ebenfalls ein Privileg der Offiziere und demonstrierte ihren Status innerhalb der militärischen Hierarchie.

Das Innenleben des Tschakos zeigt die aufwendige Verarbeitung dieser Periode. Das braune Schweißleder diente der Absorption von Feuchtigkeit und dem Tragekomfort, während das rote Seidenfutter den gehobenen Standard der Offiziersausstattung widerspiegelte. Die angegebene Größe 56 entspricht einem Kopfumfang von etwa 56 Zentimetern und war eine durchschnittliche Größe für die damalige Zeit.

Der original Lacklederkinnriemen war ein funktionales Element, das den sicheren Sitz der Kopfbedeckung gewährleistete, insbesondere bei Paraden oder im Gefecht. Lackiertes Leder war widerstandsfähig gegen Witterungseinflüsse und behielt seinen Glanz über lange Zeit.

Die historische Bedeutung dieser Tschako-Variante liegt in ihrer Datierung auf die Zeit um 1830, eine relativ friedliche Periode in der österreichischen Geschichte zwischen den Napoleonischen Kriegen und den Revolutionen von 1848. In dieser Zeit diente die k.u.k. Armee hauptsächlich der Aufrechterhaltung der inneren Ordnung und der Grenzsicherung. Die Uniformierung war hochgradig reguliert und spiegelte das Metternich-System wider, das auf Ordnung, Hierarchie und Tradition setzte.

Die Tatsache, dass dieser Tschako nur leicht getragen wurde, deutet darauf hin, dass er möglicherweise hauptsächlich für Paraden und repräsentative Anlässe verwendet wurde. Offiziere mussten ihre Ausrüstung selbst finanzieren, was bedeutete, dass ein solcher Tschako eine erhebliche Investition darstellte. Die hervorragende Erhaltung macht dieses Stück zu einem außerordentlich seltenen Zeugnis österreichischer Militärgeschichte aus der Biedermeier-Ära.

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